Nach Pannen beim Zentralabitur: Rüttgers stützt Schulministerin Sommer
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 10.07.2008Nach Pannen beim Zentralabitur (RPO). Bei ihrem gemeinsamen Stadtspaziergang in Bielefeld hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) gestern Schulministerin Barbara Sommer in Schutz genommen. Diese habe viel bewegt in der Schulpolitik. Wer viel verändere, ziehe auch Kritik auf sich. Er stehe an der Seite der Ministerin.
Sommer war wegen ihres Krisenmanagements in die Kritik geraten. Die Grünen werfen ihr einen „taktischen Umgang“ mit der Wahrheit vor. In Regierungskreisen hieß es, die Ministerin werde ihren Sprecher austauschen. Sommer dementierte dies – obwohl sie Journalisten nach Informationen unserer Zeitung bereits die Nachfolge anbot.
Gestern drückte sich Sommer zu dem Thema mehrdeutig aus. Der Sprecher sei „als Sprecher in Urlaub“, ließ sie verbreiten. „Das ist eine groteske Hinhaltetaktik“, sagte Ute Schäfer, die schulpolitische Sprecherin der SPD. Die sollte davon ablenken, dass Sommer offenbar „wider besseres Wissen nicht die volle Wahrheit“ sage. Das neuerliche Krisenmanagement sei genauso schlecht wie ehedem – „auch ohne, dass ihr Sprecher dabei ist.“
Nachdem CDU-Fraktionschef Helmut Stahl am Dienstag angekündigt hatte, die Union werde die umstrittenen Kopfnoten auf den Schulzeugnissen überprüfen, mahnte der Koalitionspartner FDP jetzt Reformen beim Zentralabitur an. So gebe es zwar eine zentrale Aufgabenstellung, aber keine zentrale Korrektur, bemängelte Ralf Witzel, der schulpolitische Sprecher der FDP. Die Lehrkräfte einer Einrichtung dürften keinen Einfluss auf die Benotung ihrer Schüler haben. Die Unterschiede zwischen gymnasialem und Gesamtschulabitur würden nicht sichtbar genug.
Ministerin Sommer, die nächste Woche ihren Urlaub beginnt, tritt heute in Düsseldorf auf. Sie besucht eine Ganztagsgrundschule, die in den Ferien geöffnet hat.
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