Mülltrennung: Schafft NRW die gelbe Tonne ab?
VON MICHAEL BROCKERHOFF UND GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 06.07.2007 - 10:39Mülltrennung (RPO). Vielerorts in NRW gebe es Probleme bei der Müllsortierung, sagte CDU-Politiker Eckhard Uhlenberg im Gespräch mit unserer Zeitung. Häufig würden Stoffe, die nicht zulässig seien, in die gelben Tonnen geworfen. „Das liegt möglicherweise daran, dass die Menschen es mit der Trennung nicht mehr so genau nehmen wie vor einigen Jahren“.
Müllentsorgungsunternehmen haben mittlerweile Techniken entwickelt, die dem Verbraucher die Trennung von Restmüll und Kunststoffabfällen abnehmen können. Holger Ellerbrock, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, beklagt, in Großstädten landeten bis zu 50 Prozent aller Verkaufsverpackungen in der grauen Tonne. „Durch eine maschinelle Sortierung ist es möglich, den ,gelben Anteil’ aus dem Müll zu fischen“.
Das Umweltministerium sucht derzeit nach Partnern für das Pilotprojekt. Die Prüfung sei ergebnisoffen. Eine maschinelle Trennung sei erst dann vorzuziehen, wenn sie eine bessere Verwertungsquote ermögliche, ohne die Gebührenzahler durch höhere Abgaben zu belasten.
Politiker der Opposition und Vertreter der Entsorgungswirtschaft sehen den Vorstoß des Umweltministers kritisch. Johannes Remmel, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen im Landtag, warnt vor einer fatalen Signalwirkung. „Jahrelang haben wir den Menschen erklärt, wie wichtig es ist, den Müll fein säuberlich zu trennen“, sagte Remmel. Wenn man das beim Kunststoff aufgibt, besteht die Gefahr, dass die Verbraucher es auch bei der Trennung von Papier und Glas nicht mehr so genau nehmen.“ Heike Schiffer, Sprecherin des Dualen Systems, fürchtet, dass bei einer Vermischung von Verpackungen mit Hausmüll der Kunststoff so stark durchfeuchtet, dass eine Verwertung unmöglich wird.
Die Bundesregierung will nach der Sommerpause eine Reform der Verpackungsverordnung anstoßen. Alle Firmen, die Verpackungen in Umlauf bringen, sollen dazu zwangsverpflichtet werden, ihre Produkte mit dem Grünen Punkt zu versehen und damit das „Duale System Deutschland“ (DSD) finanziell zu unterstützen.
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