Pilotprojekt "Schulschiedsstellen": Schüler bestrafen Schüler
zuletzt aktualisiert: 13.11.2007 - 15:00Handy-Verbot, Schadenersatzzahlungen oder Sozialstunden: Wer als Schüler in Nordrhein-Westfalen gegen Regeln verstößt, kann künftig auch von seinesgleichen dafür bestraft werden. Das ermöglicht das bundesweite Pilotprojekt "Schulschiedsstellen", wie das Landesschulministerium am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.
Diese zunächst in zehn Schulamtsbezirken vorgesehenen Gremien bestehen aus drei Schülern verschiedener Schulformen, die von einem Sozialpädagogen unterstützt werden. Die Schiedsstellen sollen bei Regelverstößen wie Gewalt, Mobbing und Sachbeschädigung, aber auch bei Rangeleien im Schulbus und Schulschwänzen Sanktionen verhängen können.
Geahndet werden können die Verstöße unter anderem mit Schadenersatzzahlungen aus dem Taschengeld, einem Handy-Verbot oder dem Ableisten von maximal 20 Sozialstunden. "Wenn Kinder und Jugendliche sich etwas zu Schulden kommen lassen, müssen ihnen rasch die Grenzen aufgezeigt werden", betonte die Düsseldorfer Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Fehlverhalten dürfe nicht toleriert werden, "wenn wir ein Abgleiten verhindern wollen". "Der positive Einfluss Gleichaltriger kann dabei oft mehr erreichen als die Einwirkung Erwachsener."
Die dreiköpfigen Schülerteams werden dem Ministerium zufolge 40 Stunden lang auf ihre Aufgabe vorbereitet. Dabei werden ihnen die Grundlagen des Straf- und Schulrechts vermittelt; außerdem trainieren sie Gesprächsführung und sollen lernen, mit Sanktionen angemessen auf Regelverletzungen zu reagieren. Die Schülergremien sollen eingreifen, wenn sie von den Schulleitungen angerufen werden. Sie bearbeiten ausschließlich Vorfälle, die sich in der Schule oder deren Umfeld ereignet haben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
