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Entschuldigung von Schulministerin gefordert: Schüler sauer über Zentralabitur

zuletzt aktualisiert: 05.06.2008 - 15:40

Die Schüler in Nordrhein-Westfalen sehen laut einer aktuellen Umfrage zahlreiche Pannen und Ungerechtigkeiten beim diesjährigen Zentralabitur. Wie Bernd Dicks von der Schüler-Internetseite spickmich.de am Donnerstag in Düsseldorf sagte, wurden bei einer Befragung unter 976 Abiturienten "sehr große Probleme" bei den Fächern Biologie und Mathematik bemängelt.

 Foto: ddp, ddp
Foto: ddp, ddp

So hätten 81 Prozent der Befragten von Pannen bei den Mathe-Aufgaben berichtet. 68 Prozent bewerteten die Biologie-Aufgaben als fehlerhaft. Schulministerin Barbara Sommer (CDU) verteidigte erneut die Abschlussprüfungen.

Der Sprecher der Landesschülervertretung, Horst Wenzel, verlangte eine Aufwertung der Benotungen für alle Schüler. "Wir fordern auch eine Entschuldigung der Ministerin", sagte Wenzel. Mit den teilweise "unlösbaren" Aufgaben und den darauf folgenden schlechten Noten seien "Lebenschancen von Schülern verbaut worden". Zahlreiche Abiturienten könnten nun nicht oder erst später ihr gewünschtes Hochschulstudium aufnehmen.

Beim Zentralabitur an den Gymnasien und Gesamtschulen hatte es vor allem im Fach Mathematik Probleme gegeben. Nach Meinung zahlreicher Lehrer und dem Gutachten eines Mathematik-Professors aus Bonn waren Geometrie- und Algebraaufgaben für die Schüler nicht lösbar.

Dicks und Wenzel berichteten, der Erhebung zufolge gab es wegen der starken Unterschiede zwischen Vornoten und Abiturprüfungsnoten deutlich mehr sogenannte Nach- oder Abweichungsprüfungen. An mindestens zwei Schulen gehen angeblich zwei komplette Mathematikkurse in die Nachprüfung. An 29 Schulen würden mindestens 50 Prozent der Schüler erneut geprüft.

Sommer verteidigt Zentralabitur

Schulministerin Sommer wies die Kritik zurück. "Dass zehn Prozent der Schüler im Abitur eine Abweichungsprüfung absolvieren müssen, ist nichts Ungewöhnliches und war auch zu Zeiten des dezentralen Abiturs normal", teilte ihr Ministerium mit. Auch in diesem Jahr gebe es keine Abweichungen. Ein Schüler muss dann in die Abweichungsprüfung, wenn das Ergebnis einer schriftlichen Prüfung um mindestens vier Punkte von seiner Vor­note abweicht.

Die Opposition sieht sich durch die Zahlen der Schüler bestätigt. "Die Umfrage belegt gravierende Mängel beim Zentralabitur, die die Landesregierung jetzt nicht mehr wegdiskutieren kann", sagte die SPD-Bildungsexpertin Ute Schäfer. "Wenn an zahlreichen Schulen ganze Leistungskurse in die Abweichungsprüfung müssen, sprechen wir nicht mehr von kleinen Fehlern, sondern von einem fehlerhaften System", fügte Schäfer hinzu. Die Ministerin müsse ihre "Verharmlosungsstrategie" aufgeben.

"Täglich wird über neue Pannen beim Zentralabitur berichtet", sagte die Grünen-Abgeordnete Sigrid Beer. Trotzdem werde man "das Gefühl nicht los, als wolle die Ministerin sich mit ihren zögerlichen Aussagen über die Sommerpause retten". Sommer müsse rasch genaue Zahlen zu den Nachprüfungen beim Zentralabitur vorlegen, forderte die Grünen-Bildungspolitikerin.

Quelle: afp

 
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