NRW: Schulferien werden trotz Schweinegrippe nicht verlängert
zuletzt aktualisiert: 11.08.2009 - 14:17NRW (RPO). Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen werden trotz Schweinegrippe nicht verlängert. Eine Verschiebung des Schulbeginns am 17. August wäre angesichts des bisherigen Verlaufs der Infektion nicht sinnvoll und unverhältnismäßig, sagte der Düsseldorfer Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Dienstag nach Beratungen eines extra eingerichteten Expertengremiums.
Die Kommission aus Wissenschaftlern und Sachverständigen aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst habe ein klares Votum abgegeben, erklärte der CDU-Politiker. Eine Auswertung der Krankheitsstatistiken hat demnach ergeben, dass Schüler weniger stark von einer Infizierung mit dem neuen Grippevirus betroffen sind. Am stärksten betroffen seien vielmehr die 18 bis 22-Jährigen.
Die Einhaltung der Hygienestandards in der Schule sei daher die im Vergleich zur Ferienverlängerung sinnvollere Alternative. Aufklärung und regelmäßiges Händewaschen, kein Anniesen oder Anhusten könnten eine Ansteckung mit der neuen Grippe gut vermeiden helfen, betonte Laumann. An den Schulen, in Jugendzentren und Vereinen sollen nun Flyer verteilt werden, die Jugendliche darauf aufmerksam machen, wie sich die Ansteckungsgefahr minimieren lässt.
Der Minister appellierte zudem an Lehrer und Schüler, bei Grippesymptomen zu Hausen zu bleiben, um eine weitere Verbreitung der Schweinegrippe zu vermeiden.
Inkubationszeit war Grund für Überlegungen
Der Hintergrund der Überlegungen, die Ferien zu verlängern: Die Inkubationszeit, in der infizierte Menschen andere anstecken können, beträgt sieben Tage. Mit einer Sonderwoche Ferien sollte dieses Risiko verringert werden. Allerdings sei in Niedersachsen, wo die Schule vergangene Woche pünktlich begonnen habe, kein drastischer Anstieg der Krankheitsfälle zu verzeichnen gewesen, hieß es gestern in Düsseldorf.
Auch die Lehrerverbände gingen bereits am Montag von einem regulären Wiederbeginn des Unterrichts am Montag aus. Allerdings müsse in den Schulen großer Wert auf vorbeugende Hygiene gelegt werden, so der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Andreas Meyer-Lauber, gegenüber unserer Redaktion: "Handtuch und Seife sind unerlässlich." Wichtig sei auch, dass Eltern ihre Kinder zu Hause lassen, wenn diese Grippesymptome zeigten.
Bei zwei Krankheitsfällen müsse eine Schule Maßnahmen ergreifen und das Gesundheitsamt einschalten. Schließungen in Einzelfällen könnten nicht ausgeschlossen werden, meint auch der Vorsitzende des Philologenverbandes, Peter Silbernagel.
Nach den zuletzt verfügbaren Zahlen des Robert-Koch-Instituts vom Montag sind in Nordrhein-Westfalen 3.716 Menschen mit der Schweinegrippe infiziert und damit soviele wie in keinem anderen Bundesland. Deutschlandweit waren es zu dem Zeitpunkt 10.155 Menschen.
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