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NRW: Schweinegrippe: Land zieht Option auf Impfstoff

zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 - 14:58

Angesichts von 97 Schweinegrippe-Fällen in NRW hat sich die Landesregierung die Option auf Impfstoff für alle 18 Millionen Einwohner gesichert. Man habe bei zwei Pharmaunternehmen Kaufrechte für den Erwerb entsprechender Medikamente angemeldet. Das sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf.

Für den Fall einer schweren Ausbreitung der Krankheit würden damit allein in NRW Kosten von rund einer halben Milliarde Euro für die Impfung anfallen. Bislang gibt es allerdings noch keinen Impfstoff. Die Entwicklung und Produktion soll rund drei Monate dauern.

Neue Fälle in Düsseldorf

Derzeit verlaufe die Schweinegrippe ohnehin "mild und flach", betonte Laumann. Die Krankheitsfälle seien nicht ansatzweise vergleichbar mit der normalen Wintergrippe, an der in jedem Jahr zahlreiche Menschen in Nordrhein-Westfalen sterben. Es gebe keinen Grund zur Panik.

Allein Düsseldorf waren durch die zwei jüngsten Fälle am Dienstag 86 Menschen an dem neuen Influenza-Virus erkrankt. Die meisten Patienten kommen aus der japanischen Gemeinde. Die meisten Erkrankten werden zu Hause behandelt.

Schweizer entwickeln Impfstoff

Info

Hilfe-Hotlines

Verschiedene Stellen haben eine Hotline für Fragen zur Schweinegrippe eingerichtet: Das Bundesgesundheitsministerium bietet die kostenlose Nummer 0800 - 4 40 05 50 an, montags bis donnerstags, 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen 10 bis 16 Uhr. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW hat wochentags von 8 bis 18 Uhr die Nummer 01803 - 10 02 10 (9 Cent pro Minute, abweichende Tarife aus Handynetzen) geschaltet.

als erstes Unternehmen hatte der Pharmakonzern Novartis nach eigenen Angaben erfolgreich einen Impfstoff gegen die Schweinegrippe entwickelt. Klinische Versuche sind für den Juli geplant, wie der Basler Konzern am Freitag mitteilte. Die Massenproduktion in Marburg könnte im Herbst anlaufen.

Der Impfstoff wurde aufgrund eines Wildtyps des Schweinegrippevirus A H1 N1 entwickelt, und zwar auf der Basis von Zellkulturen. Die Methode wird von Novartis als Alternative zur herkömmlichen, auf Eiern basierten Impfstoff-Produktion vorangetrieben. Die erste Portion von zehn Litern sei Wochen früher als erwartet entwickelt worden, erklärte der Konzern einen Tag nach der Ausrufung der Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte wegen der sich ausbreitenden Schweinegrippe bereits am Wochenende die höchste Pandemie-Warnstufe ausgerufen.

Quelle: DDP

 
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