Erhebliche Schäden: Schwere Unwetter über NRW
zuletzt aktualisiert: 23.06.2008 - 12:10Am Sonntag ist ein starkes Unwetter über Teile von Nordrhein-Westfalen hinweggezogen. Einsatzkräfte im Münsterland, Westfalen wie auch im Ruhrgebiet waren pausenlos im Einsatz. Zahlreiche Notrufe gingen ein. Das Unwetter zog im Laufe der Nacht weiter in den Süden Deutschlands. Nun beginnt das Aufräumen.
Münsterland Wie eine Sprecherin der Kreispolizei Borken mitteilte, war vor allem der Nordbereich des Kreises mit den Städten Gronau, Ahaus und Vreden betroffen. Die Feuerwehr musste wegen vollgelaufener Keller ausrücken und auch umgestürzte Bäume von der Fahrbahn bergen. Bei den Polizeistellen in den Kreisen gingen zahlreiche Notrufe ein. Größere Zwischenfälle wurden zunächst aber nicht bekannt, Menschen kamen den Angaben zufolge nicht zu Schaden.
Auch im Kreis Minden-Lübbecke sorgte das Unwetter für etliche Einsätze. Dort war es vor allem in den Bereichen Petershagen und Espelkamp zu umgestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern gekommen, wie ein Polizeisprecher sagte. Verletzte Personen wurden ebenfalls zunächst nicht gemeldet.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) waren in den Kreisen Borken, Minden-Lübbecke und Steinfurt bis zu 40 Liter Regen pro Stunde gefallen. Das war rund die Hälfte der Menge, die sonst innerhalb eines Monats gemessen wird, wie ein DWD-Meteorologe sagte. Zudem gab es auch immer wieder Hagelschlag.
Essen Das Unwetter hat auch Essens Süden voll erwischt. Seit 17 Uhr musste die Feuerwehr 86 Einsätze fahren. Etliche Bäume und dicke Äste blockierten die Straßen und Wege. An der Stinnesstraße in Essen-Karnap stürzte eine etwa 15 Meter hohe Akazie in ein Mehrfamilienhaus. Die Feuerwehr musste mit einem Kran und zwei Drehleitern anrücken und den Baum scheibchenweise zerschneiden.
Die S-Bahn-Linien der S6 und der S9 mussten ebenfalls gesperrt werden, hier lagen Bäume auf den Gleisen oder hingen in der Oberleitung. Kurz darauf kam dann die zweite Unwetterfront mit Starkregen, der etliche Keller vollaufen ließ, wieder erwischte es die südlichen Stadtteile.
Rheinland Am späteren Nachmittag erreichte das Unwetter auch den Niederrhein. In Kaarst bei Düsseldorf kam es zu monsunartigen Regenfällen. Leserfotos aus Meerbusch und Ratingen zeigen tischtennisballgroße Hagelkörner.
In Krefeld kommt es zwischen 17.30 Uhr und etwa 19 Uhr zu starken Böen und heftigem Regen über dem Stadtgebiet. Etwa 30 Bäume und mindestens eine Straßenlaterne stürzen um. Ein Baum fiel auf die Oberleitung der Deutschen Bahn (Forstwald) und einer auf die der K-Bahn. Sämtliche Freiwilligen Feuerwehren der Stadt beteiligten sich an der Beseitigung der Schäden.
In Ratingen musste die Feuerwehr ausrücken, weil im Stadtgebiet eine S-Bahn festsaß. Ein umgestürzter Baum hatte die Oberleitung beschädigt. Etwa 60 Fahrgäste saßen im Zug und kamen nicht mehr von der Stelle. Nach etwa einer Stunde war der Baum von der Strecke geschafft und der Zug konnte weiterfahren.
Soest, Westfalen Das Unwetter verursacht hohen Sachschaden. Dächer, Fensterscheiben und Jalousien in Arnsberg und Werl gehen zu Bruch. Große Hagelkörner haben Kunststoffjalousien an den Wetterschlagseiten der Häuser durchlöchert, teilt die Rettungsleitstelle des Kreises Soest mit.
Laut Feuerwehr waren die Hagelkörner teilweise groß wie Taubeneier. Ein solches Unwetter habe der Haarstrangseit mehreren Jahrzehnten nicht erlebt, wie ältere Bewohner berichteten.
Wieder sonnig Der Deutsche Wetterdienst prognostizierte, dass es in den nächsten Tagen in NRW weitgehend sonnig werde. Allerdings könne es vor allem in der ersten Wochenhälfte immer wieder zu Schauern kommen. Am Dienstag dürfte die Front eines Tiefausläufers über die Eifel sowie das Sauer- und Siegerland ziehen und für starke Regenfälle sorgen.
Erst am Mittwoch beruhige sich die Lage wieder und es werden schönere und sonnigere Tage mit Temperaturen von rund 25 Grad erwartet. Am Freitag könnte es wieder zu leichten Schauern kommen, hieß es. Auch am Wochenende soll das sonnige Wetter anhalten, gelegentliche Schauer werden aber weiter nicht ausgeschlossen.
Nach Angaben des Meteorologen sind die Temperaturen für die Jahreszeit etwas zu niedrig. Mit starkem Wind sei in den kommenden Tagen allerdings nicht zu rechnen.
Waren auch Sie Zeuge des Unwetters? Ist Ihr Keller vollgelaufen? Dann fotografieren Sie und schicken Sie uns Ihre Aufnahmen zusammen mit Ihren Angaben, wann, wo und was Sie fotografiert haben. Die ersten Fotos sind bereits eingelaufen. Sie zeigen den Sturm aus Kaarst, Meerbusch und Ratingen.
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