In der aktuellen Studie zur Verwendung der Studiengebühren in NRW wurden Hochschulleitungen und Studierende von Universitäten, Fachhochschulen und Kunsthochschulen befragt. Bei der Auswertung beschränken wir uns lediglich auf die Ergebnisse der Universitäten.
Von den rund 230 Millionen Euro an verfügbaren Einnahmen gaben die Universitäten vom Sommersemster 2008 bis zum Sommersemester 2009 32,5 Prozent für die Aufstockung des Lehrpersonals aus.
Auf dem zweiten Platz steht die Verbesserung der technischen Ausstattung mit 13,8 Prozent. Darunter fallen zum Beispiel neue Computer oder Beamer.
9,4 Prozent der Einnahmen gaben die Universitäten in NRW für Tutoren- oder Mentorenprogramme aus. Ziel dabei ist es, den Studenten beim Lernen unter die Arme zu greifen und sie darüber hinaus optimal auf ihren Berufseinstieg vorzubereiten.
Die viertgrößte Investition machten die Hochschulen bei der Ausstattung der Bibliotheken. Auch die Öffnungszeiten konnten in dem Zusammenhang verlängert werden. Die Uni Dortmund gab beispielsweise rund 150.000 Euro für die eigene Bibliothek aus.
Auf dem fünften Platz landet der Ausbau von Service-Angeboten. Darunter fällt beispielsweise die Studienberatung der Hochschulen.
Zwischen 2008 und 2009 gaben die Universitäten 7,8 Prozent der Einnahmen aus Studiengebühren für Baumaßnahmen aus.
Für den Ausbau von studentischen Arbeitsplätzen gaben die Bildungseinrichtungen 3,3 Prozent ihrer Mittel aus.
Auf Platz acht unseres Rankings bei der Verwendung von Studiengebühren fallen die Angebote zur Vermittlung von Softskills oder Fremdsprachenkenntnisse. Arbeitgeber achten bei der Bewerbung bekanntlich immer mehr auf die sogenannten "weichen Fähigkeiten".
Auch das Angebot im Bereich E-Learning wird durch die Einnahmen der Studenten an den Universitäten erweitert. Die Studierenden bekommen beispielsweise so die Möglichkeit, sich über einen Online-Campus besser miteinander auszutauschen.
Auf den zehnten Platz hat es die Förderung innovativer Lehrvorhaben geschafft. Insgesamt 2,1 Prozent der 230 Millionen Einnahmen steckten die Universitäten in die Ideen der Dozenten.
In die Betreuungskonzepte für ausländische Studenten investierten die Hochschulen rund ein Prozent.
Die zwölftgrößte Investion galt im letzten Sommersemester der Anmietung zusätzlicher Veranstaltungsräume. So können die Universitäten auch die vielen Erstsemester unterbingen, die sich in diesem Jahr für das Studium angemeldet haben.
0,2 Prozent der Studiengebühren gaben die Universitäten für Preise für besonders gute Lehre aus.
Kritisiert wird, dass nur wenige Mittel in die Vergabe von Stipendien investiert werden. Auch in die gezielte Verbesserung der Studienbedingungen für Studenten mit Behinderung wurden nur 0,1 Prozent der Studiengebühren investiert. Konkret waren es im letzten Sommersemester nur 4 von 29 Hochschulen, die sich um Studierende mit Behinderung gekümmert haben.
Die Studie zeigt auch, dass die Universitäten immer noch keine finanziellen Mittel in den Ausbau zur Kinderbetreuung stecken. Den ausführlichen Bericht über die Verwendung der Studienbeiträge finden Sie im Internet unter
www.studentenwerke.de