Region: Startbahnen am Düsseldorfer Flughafen frei
VON URS LAMM UND CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 23:29Nach dem dichten Schneefall am Sonntag hat es in der Region am Montag ein großes Verkehrschaos gegeben. Auch der Düsseldorfer Flughafen war betroffen. Am Montagabend konnte jedoch Entwarnung gegeben werden, beide Start- und Landebahnen sind wieder in Betrieb, die Lage hat sich normalisiert.
Die Bahnstrecke Solingen-Köln war zwischenzeitlich dicht, nachdem ein Baum auf eine Oberleitung gefallen war. Mittlerweile ist die Strecke wieder befahrbart, die Verkehrslage in NRW entspannt sich. Doch bis zum Dienstagmorgen drohen durch einsetzendes Tauwetter spiegelglatte Straßen.
Zweite Startbahn am Flughafen Düsseldorf wieder frei
Der Düsseldorfer Flughafen hatte seinen Betrieb am Sonntag wegen Schneefalls rund 11 Stunden eingestellt. Um 20.20 Uhr wurde am Sonntagabend aber teilweise wieder geflogen. Am Montagmorgen ging der Betrieb ab sechs Uhr ebenfalls eingeschränkt weiter. Nur eine von zwei Bahnen konnte zunächst genutzt werden. Seit 18 Uhr ist die zweite Bahn allerdings auch wieder betriebsbereit.
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"Die Lage am Flughafen hat sich deutlich normalisiert, es kommt nur noch zu vereinzelten Verspätungen, die auch mit dem europäischen Luftverkehr in Verbindung stehen", sagte Unternehmenssprecherin Sonja Schröder am Montagabend. 470 Flüge waren für den Montag geplant, 25 seien ausgefallen.
Das Personal ist optimistisch, dass alle Verspätungen bis zum Dienstag aufgeholt sind. Bezüglich des Tauwetters in der Nacht will der Winterdienst wachsam bleiben. Am Sonntag waren 400 Flüge und Tausende Passagiere von der Schließung betroffen gewesen.
In den Düsseldorfer Flughafenhallen saßen am Montagmorgen viele Passagiere fest. Viele Fluggäste verbrachten die Nacht komplett am Airport. "Die Passagiere aus NRW sind zum größten Teil wieder nach Hause gefahren und kommen heute wieder zurück. Einige Fluggesellschaften brachten ihre Kunden in umliegenden Hotels unter. Aber viele blieben auch am Flughafen", berichtet Schröder. Rund 700 Passagiere, die sich über Nacht im Terminal und den Flugsteigen aufhielten, wurden vom Flughafen mit Getränken, Essen und Decken versorgt.
Verkehr rollt auf A57
Die A3 zwischen Kreuz Hilden und Leverkusen-Opladen war gesperrt, weil ein Lkw in einen Graben gerutscht war. Auch hier kann ebenso wie der A57 in Höhe Bovert wieder gefahren werden.
Ein verunglücktes Fahrzeug hatte auch den Autofahrern auf der A57 in Fahrtrichtung Köln viel Geduld abverlangt. Zwischen Bovert und Krefeld-Gartenstadt staute sich der Verkehr am frühen Nachmittag auf 10 Kilometern.
Zähflüssiger Verkehr auf der A57
Bevor der große Feierabendverkehr begann, konnte gegen 16.15 Uhr Entwarnung gegeben werden. Zwar rollte der Verkehr zunächst nur zähflüssig, aber er rollte.
Die Bahnstrecke Solingen-Köln musste nach Auskunft der Bahn gesperrt werden, weil ein Baum auf die Oberleitung gefallen war. Inzwischen ist die die Strecke wieder frei.
A3 wieder komplett befahrbar
Auf der A3 war ein Lkw gegen 9.15 Uhr in Höhe Langenfeld-Reusrath in die Leitplanke gerutscht. Ein Auto konnte nicht mehr bremsen und war dem Lastwagen reingefahren. Der Lkw-Fahrer wurde leicht verletzt.
Wegen des Unfalls musste die Polizei die Autobahn zwischen Kreuz Hilden und Leverkusen-Opladen in Richtung Köln bis 11.30 Uhr sperren. Danach wurde der Verkehr über den Seitenstreifen abgeleitet. Der Stau hatte eine Länge von bis zu 14 Kilometern. Seit 13.30 ist die Autobahn wieder komplett freigegeben.
In der Gegenrichtung ist ein Lastwagen kurz vor der Ausfahrt Solingen in einen Graben gerutscht. Die Polizei musste nicht sperren, zu einem Stau kam es trotzdem. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Ein Sprecher der Autobahnpolizei Düsseldorf sagte unserer Redaktion, dass das Wetter die Unfälle nur begünstigte. Die Hauptunfallursache sei in beiden Fällen unangepasste Geschwindigkeit gewesen.
Im Berufsverkehr ist es auch an anderen Autobahnstellen zu Behinderungen gekommen. Die Staus waren am Morgen bis zu zwei Kilometer lang. Autofahrer müssen sich noch den ganzen Tag auf Verkehrsprobleme einstellen.
Im Einzelnen staute es sich morgens auf der A1 zwischen Kreuz Leverkusen und Kreuz Leverkusen-West in Richtung Köln, auf der A3 zwischen Köln-Mülheim und Kreuz Leverkusen in Richtung Oberhausen und auf der A59 zwischen Leverkusen-Rheindorf und Rheinallee in Richtung Köln.
Rund um Duisburg waren die Autobahnen dicht
Trotz Schnee: Chaos blieb in Duisburg aus. Schnee und Glatteis haben auch den Niederrhein weiterhin fest im Griff. Betroffen waren besonders Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit. Am Montagmorgen staute es sich kilometerlang auf allen Autobahnen (A40/A42/A3/A59) in der Region um und in Duisburg. Auf der A40 in Fahrtrichtung Duisburg staute sich der Verkehr auf einer Länge von mehr als 20 Kilometern. Dicht an dicht und nur im Schneckentempo ging es vorwärts. Wer konnte, ließ sein Auto stehen und benutzte die öffentlichen Verkehrsmittel.
Wie die Polizei meldete, verhielten sich die Autofahrer besonnen und hätten ihre Fahrweise gut an das Wetter angepasst. Dennoch knallte es auf der A40. In den frühen Morgendstunden stellte sich ein Lkw auf der spiegelglatten und von Schnee bedeckten Bahn in Höhe der Ausfahrt Duisburg-Häfen quer. Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand. Die A40 musste für die Zeit der Bergungsarbeit kurzzeitig gesperrt werden. Ansonsten blieb es verhältnismäßig ruhig. Die Polizei Duisburg zählte nur rund 20 Unfälle mit Blechschäden. Verletzt wurde während des morgendlichen Berufsverkehr nach Polizeiangaben niemand.
Ebenfalls war die Geduld der Verkehrsteilnehmer auf der A42 zwischen dem Kreuz Kamp-Lintfort und Baerl gefragt, weil sich dort ein Unfall ereignete. Auch die Busse und Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) kamen nicht immer so vorwärts, wie es sich die Schüler und Berufstätigen gewünscht hätten. Dennoch waren die Busse und Straßenbahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft fast alle im Einsatz. Die Linienbusse hatten wie die Personenwagen mit Schnee und glatten Straßen zu kämpfen, bei den Bahnen kam es zu zwei Störungen und einem längeren Ausfall.
Auch die Regionalbahnen waren vom Wintereinbruch betroffen. Züge hatten teilweise mehr als eine Stunde Verspätung. An den Bahngleisen in Duisburg hielten sich viele Wartende mit heißen Getränken warm. "Wir sind aber wieder gut unterwegs. Die Lage auf den Gleisen in Duisburg und im Kreis Wesel entspannt sich langsam", berichtet ein Bahnspecher. Verantwortlich für die teils erheblichen Verspätungen seien vor allem technische Defekte an den Zügen sowie vereiste Weichen. Bis in den Nachmittag hinein müssten Bahnreisende noch mit Verspätungen der Züge rechnen.
Obdachloser erfroren
Ein Obdachloser ist am Wochenende in Nettetal unter freiem Himmel erfroren. Ein Ehepaar fand den Toten am Samstag gegen 12.50 Uhr hinter einem Gebüsch an der Straße An St. Sebastian in Lobberich, wie die Polizei am Montag mitteilte. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des 42-jährigen Niederländers feststellen. Die Kriminalpolizei schließt nach ersten Ermittlungen ein Fremdverschulden aus.
Auch der Straßenbahnverkehr in Düsseldorf ist beeinträchtigt. In der Stadt müssen Rheinbahn-Kunden auf allen Linien mit teils erheblichen Verspätungen rechnen.
Auch in Krefeld gibt es Probleme im öffentlichen Nahverkehr: Busse und Bahnen fahren momentan mit zum Teil großer Verspätung. Bei den innerstädtischen Buslinien muss mit Verspätungen zwischen 6 und 60 Minuten gerechnet werden, so eine SWK-Sprecherin. Die Überlandbusse hätten zum Teil weitaus größere Probleme, durch das Schneechaos zu kommen.
Die Busse der Solinger Stadtwerke fahren auf allen Linien, jedoch mit Verspätungen von im Moment bis zu einer halben Stunde. Mitunter werde die ein oder andere Endhaltestelle nicht angefahren, teilt das Unternehmen mit.
Flughafen Weeze wieder offen
Der Airport Weeze ist hingegen wieder voll für den Flugverkehr freigegeben worden. Die Start- und Landebahnen sind vom Schnee befreit, Maschinen können planmäßig starten und landen. Bis zu 50 Flüge werden am Montag dort abgewickelt. "Wir gehen davon aus, dass der Flugverkehr normal laufen wird. Dennoch rechnen wir mit Verspätungen", sagte der Geschäftsführer des Flughafens auf Anfrage unserer Redaktion.
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