Software-Panne: VRR gibt 30.000 ungültige Monatstickets aus
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 16.01.2008 - 11:30Software-Panne (RPO). Bisher konnte man mit der Abo-Chipkarte des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) bequem und bargeldlos mit Bus und Bahn fahren. Bisher. Denn seit Jahresbeginn gibt es in Düsseldorf, Dortmund und Essen ein Problem, das manche Besitzer mit gültigen Monatskarten zu Schwarzfahrern werden lässt. Bei der Fahrkartenkontrolle rufen die Lesegeräte der Schaffner einen falschen Status ab, zeigen an, dass der Ausweis bereits zum 31. Dezember vergangenen Jahres abgelaufen sei. Ist er aber nicht. Der Fehler liegt vielmehr im Datenverarbeitungssystem.
Von der Programmier-Panne betroffen sind die Karten aller Abo-Serien - darunter das Ticket 2000 und 1000, das Schoko-, Young- und Bärenticket. Bei der Rheinbahn sind dadurch 10000 Tickets vorzeitig abgelaufen, die Dortmunder Stadtwerke rechnen mit 18000 fehlerhaften Fahrausweisen, bei der Essener Verkehrs AG (EVAG) sind 5000 Kunden betroffen.
„Die Chipkarten an sich sind fehlerfrei, es handelt sich dabei um ein technisches Problem im Hintergrund“, erklärt Jose Luis Castrilo. Der Unternehmenssprecher der EVAG wertet die Panne nur bedingt als problematisch. Die öffentliche Aufregung, die seine Kollegen in Dortmund betrieben haben, kann er nicht verstehen. Diese hatten ihre Kunden und Kontrollschaffner frühzeitig über den Übertragungsfehler im System aufmerksam gemacht. „Über die Medien wissen alle Bürger Bescheid. Wenn nun noch ein gültiger Fahrausweis beanstandet wird, muss der Besitzer natürlich keine 40 Euro Strafe mehr zahlen“, sagt Bernd Winkelmann von den Dortmunder Stadtwerken, die in Kooperation mit dem VRR den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Dortmund regelt.
Die Rheinbahn in Düsseldorf hat jedoch viele Knöllchen verteilt. Etliche Fahrgäste waren in den vergangenen Tagen beschuldigt worden, mit abgelaufenen Tickets unterwegs zu sein. „Die Panne tut uns sehr leid“, sagte Rheinbahnsprecher Eckhard Lander. Er betonte, dass der Datenverarbeitungsfehler bereits behoben sei. Ein zehnköpfiges Team hätte im Dauereinsatz gearbeitet, um die Besitzer der abgelaufenen Tickets ausfindig zu machen und zu benachrichtigen. „Alle Betroffenen müssten ein neues Monatsticket bekommen haben. Niemand dürfte mehr zur Kasse gebeten werden.“
In Dortmund und Essen sollen die Kunden Anfang nächster Woche eine neue Chip-Karte per Post zugestellt bekommen.
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