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Weihnachtspredigten in NRW: Wunsch nach Frieden und sozialer Gerechtigkeit

zuletzt aktualisiert: 25.12.2009 - 13:24

Die Sehnsucht nach Frieden und sozialer Gerechtigkeit haben führende Kirchenvertreter in Nordrhein-Westfalen in den Mittelpunkt ihrer Weihnachtsbotschaften gestellt. So forderte der neue Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck eine Politik für Arbeit und sozialen Ausgleich.

"In den Gesichtern der Armut, die uns heute begegnen, begegnen wir Gott", sagte Overbeck an Heiligabend im Essener Dom. Es seien "die Gesichter der Arbeitslosen und der Menschen, die in die Konflikte zwischen Kapital und Arbeit geraten sind, wie wir sie nicht zuletzt in den schwierigen Entwicklungen bei Opel in Bochum drohend auf uns zukommen sahen".

"Im Antlitz solcher Menschen, die zum Spielball verschiedener Interessen jenseits der Achtung ihrer Würde werden, blickt uns Gott an. Verbunden ist damit der Aufruf an uns, das uns Mögliche zu tun, um Arbeit zu sichern, für Gerechtigkeit zu sorgen und denen eine Stimme zu geben, die keine haben oder deren Stimme untergeht", sagte der erst am Sonntag ins Amt eingeführte Bischof.

Auch der Essener Weihbischof Ludger Schepers erinnerte an die Opfer der Wirtschaftskrise. Seine Gedanken seien bei jenen Menschen, die in diesen Tagen ihre Arbeitsstelle bei Quelle, Karstadt, Hertie, Karmann oder anderen Unternehmen verloren hätten, sagte Schepers am ersten Weihnachtstag im Essener Dom. Ihnen allen schenke der Mensch gewordene Gottessohn seine Gegenwart wider alle Hoffnungslosigkeit und wider alle Friedlosigkeit.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, appellierte an die Gläubigen, sich für den Frieden in der Welt einzusetzen: "Setzt Hoffnungszeichen gegen Gewalt und Unmenschlichkeit."

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat die Kommerzialisierung des christlichen Weihnachtsfestes kritisiert. "Weihnachten hat nichts mit Geld und Umsatz zu tun, wohl aber mit dem Einsatz des Menschen für das Gottesgeschenk der Krippe, für die Liebe Gottes", sagte Meisner bei der Christmette im Kölner Dom. "Nicht die sind zu beneiden, die sich am dichtesten an die Futterkrippen drängen, sondern die tapferen Leute, die sich an Christus, der heute einer von uns geworden ist, heranarbeiten", fügte Meisner hinzu.

Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff hat zur Sorge um die "Kranken, Armen und Bedrängten" aufgerufen. Pflicht sei zudem die Vorsorge gegen eine kommende Wirtschaftskrise, sagte Mussinghoff in seiner Predigt in der Christmette im Aachener Dom. Auch um die Notlage von Migranten sollten sich Christen kümmern. "Und für den Frieden einzutreten ist unsere bleibende Verpflichtung", sagte Bischof Mussinghoff.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker verwies darauf, dass die christlichen Werte weit über die Kirchen hinaus strahlten. "Die Prinzipien der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit, ja der Moral insgesamt sind Bestandteil unserer politischen und gesellschaftlichen Kultur geworden, auch wenn viele das heute vergessen zu haben scheinen", sagte Becker am ersten Weihnachtstag im Paderborner Dom.

Quelle: DDP/born

 
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