Niederlande: Am Wasser gebaut
VON MARC WIGGE - zuletzt aktualisiert: 15.02.2007 - 15:09Düsseldorf (RP). Holland und Wasser - zwei Begriffe, die untrennbar miteinander verbunden sind. Wer im Nachbarland Urlaub macht, begegnet dem nassen Element fast zwangsläufig auf Schritt und Tritt. So ist die Hauptstadt Amsterdam neben Venedig die wasserreichste Stadt Europas. Grachten und kleine Kanäle unterteilen die Innenstadt in rund 90 kleine Inseln, die durch Brücken miteinander verbunden sind.
Am berühmtesten ist der Grachtengürtel in Form eines Halbmonds, der im 17. Jahrhundert rundum den mittelalterlichen Singel angelegt wurde. Amsterdam war damals die mächtigste Handelsstadt der Welt, und die Grachten ermöglichten es, die Handelsgüter aus aller Welt rasch zu den Lagerhäusern zu transportieren. Außerdem boten sie den reichen Kaufleuten und Regenten die Möglichkeit, um ihren Reichtum in den schön verzierten Giebeln der Häuser entlang der Grachten zum Ausdruck zu bringen. Diese sind bis heute beliebtes Fotomotiv für Touristen - ebenso wie die rund 2400 Wohnschiffe, die in den Grachten liegen und zum Teil liebevoll dekoriert sind.
Einen besonderen Platz im Amsterdamer Programm nehmen die Veranstaltungen ein, die in und auf dem Wasser stattfinden, zum Beispiel der Grachtenlauf im Juni, das Prinsengrachtkonzert (August), die Drachenbootrennen (September) und die Ruderboot-Grachtentour (Oktober). Darüber hinaus gehört Amsterdam zu den Städten, die an den touristischen Segelliniendienst SailTrack angeschlossen sind. Von der Hauptstadt sowie den Orten Enkhuizen, Stavoren, Lelystad und Kampen aus verbinden von Juli bis Ende August täglich traditionelle Segelschiffe verschiedene Orte am IJsselmeer miteinander - darunter das Fischerdorf Volendam, das „Venedig des Nordens“ Giethoorn, die ehemalige Hansestadt Hoorn und die älteste Stadt Frieslands Stavoren. Mehrtägige Touren können hier hervorragend mit Rad- und Wanderausflügen verbunden werden. Auch Tagestrips mit den Segelbooten sind möglich.
Naturgemäß nur übers Wasser zu erreichen sind die Nordseeinseln Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog, die jetzt in die Saison starten. Texel ist mit 13.000 Einwohnern, 200.000 Schafen und 30 Kilometer Sandstrand die größte Watteninsel der Niederlande und mit der Fähre von Den Helder aus in 30 Minuten erreichbar. Das Auto darf man mitnehmen, wird aber auf der 20 Kilometer langen Insel kaum benötigt. Ein weites Fahrradwegenetz verbindet die sieben Dörfer auf Texel miteinander und kreuzt zahlreiche Naturgebiete. Sehenswert sind auch das Seehundzentrum Ecomare und der Leuchtturm Eierland.


