Wildwasser und Welterbe: Dalmatien – wo Winnetou baden ging
VON BRIGITTE BONDER - zuletzt aktualisiert: 22.02.2011 - 09:09Düsseldorf (RP). Die südkroatische Region bietet ihren Gästen einen bunten Mix aus Sport, Kultur und quirliger Unterhaltung. Wer Muße sucht, bummelt am Strand unter Palmen. Abenteuerlustige Wasserratten können sich in der "Winnetou-Schlucht" beim Rafting austoben.
Das kristallklare, kalte Wasser des kroatischen Flusses Cetina schießt glattgeschliffene Kalksteinfelsen hinab. Eine kleine Rafting-Gruppe mit knallgelben Helmen, roten Schwimmwesten und kurzen Tauchanzügen steht schaudernd unter dem Wasserfall und blickt in eine dunkle Höhle.
"Go on", ruft Tourguide Brane. Ein acht Grad kalter und tiefschwarzer See erwartet die Abenteurer. Die Ersten springen mutig hinein und paddeln, nach Luft schnappend, auf die Lichtquelle am Ende des Sees zu. Dort wartet bereits der zweite Begleiter und leuchtet mit einer Taschenlampe den schmalen Weg über die algenbewachsenen Felsen nach draußen.
Erleichtert steigt die bunt gemischte Touristengruppe wieder in das Gummiboot und paddelt mit dem erfahrenen Brane als Steuermann durch Stromschnellen entlang der abwechslungsreichen Karstlandschaft. In der "Winnetou Schlucht" zeigt Brane nach oben. Angeblich traute sich ein engagierter Stuntman bei den Dreharbeiten zu dem berühmten Karl May Film nicht, von der 40 Meter hohen Klippe in den Fluss zu springen.
Aus sechs Meter Höhe in den Fluss springen
"Damals hat sich ein Einheimischer mit einem Kopfsprung in die Cetina gestürzt. Dabei hat er sich zwar einen Arm und Rippen gebrochen, aber für das Geld hat er das gerne getan", sagt Brane grinsend. Während der Raftingtour können die Teilnehmer aus sechs Meter Höhe in die grün schimmernde Cetina springen. Und auch dieser Sprung gleicht einer Mutprobe.
Die südkroatische Region Dalmatien bietet nicht nur sportlichen Urlaubern eine Menge. Außer Schwimmen, Tauchen oder Wandern gibt es mit Split und Trogir zwei sehr gut erhaltene Weltkulturerbestädte der Unesco. Der über 1500 Jahre alte Diokletianspalast nimmt mehr als die Hälfte der Altstadt von Split ein. "Es ist kein traditionelles Schloss, sondern ein quirliges Altstadtviertel", beschreibt Leo Nikolic, Autor des Webportals www.theDalmatia.org, das historische Gemäuer zutreffend. Ursprünglich als Alterssitz des Kaisers Diokletian gebaut, wechseln sich heute unzählige Schuhgeschäfte, Souvenirläden und traditionelle Restaurants mit den alten Tempeln und Kirchen ab.
Schlemmen und flanieren
An der hellen Promenade vor dem Palast reihen sich Cafés aneinander. Touristen flanieren unter den Palmen, Einheimische bieten Olivenöl und Wein an. Kleine Segelboote und Fähren zu den vorgelagerten Inseln dümpeln im Hafen. Die großen Yachten liegen im Vorort Podstrana im Privathafen des Fünf-Sterne Hotels "Le Meridien Lav", der exklusivsten Unterkunft der Stadt mit eigenem Strand. Die Restaurants servieren dalmatinische Spezialitäten, darunter fangfrische Doraden. Dazu nennt die Speisenkarte klassischen Mangold mit Kartoffeln.
"Ich fahre Euch heute zu einem sterneverdächtigen Restaurant", sagt Alen Bartulovic verlockend zu seinen Gästen. Er ist Apartment-Vermieter in dem kleinen Küstenort Brela, eine Autostunde südlich von Split gelegen. Zwar kann man an der 45 Kilometer langen Makarska Riviera der Adriaküste überall sehr gut Fisch essen, aber die Empfehlungen des Einheimischen setzen noch ein i-Tüpfelchen drauf.
Das Restaurant "Brela" liegt direkt an der Küstenstraße von Split nach Dubrovnik und bietet eine schöne Aussicht auf den Sonnenuntergang. Der sympathische Goran Stanicic steht selbst in der Küche und hat sich bereits viele Auszeichnungen erkocht. Lächelnd empfiehlt er in einem Mix aus Englisch, Kroatisch und Zeichensprache besten Fisch und freut sich sichtlich, wenn es den Gästen schmeckt. Besonders sein aus winzigen Kirschen hergestellter Cherry-Likör ist ein Genuss. Gastfreundlich schenkt er den Besuchern gerne aus, verkaufen will er diese Spezialität der Region aber nicht.
Anders Alen Bartulovic, der seinen Gästen den selbst gemachten, typisch dalmatinischen Dessertwein Proek zum Abschied schenkt. Vor allem in der Nachsaison sind Privatunterkünfte mit freundlichem Familienanschluss wie bei Alen leicht zu finden. Denn an den Bushaltestellen und direkt an den Straßen der kleinen Küstenorte buhlen die Vermieter mit günstigen Preisen um die wenigen Touristen.
Die können auch das Meer ausgiebig genießen. An den für ihre Sauberkeit mit blauen Flaggen ausgezeichneten Kiesstränden ist das Schwimmen bis in den späten Herbst möglich.
Info
Auskünfte Kroatische Zentrale für Tourismus, 60313 Frankfurt/M Tel. 0 69 238 5350, Internet: http://croatia.hr/de
Touren Unter www.reiseinfo-kroatien.com sind Tourenvorschläge und detaillierte Reiseinformationen zu kroatischen Urlaubsorten zu finden. Auch Insidertipps zu den Themen Wellness, Sport, Kultur und Lifestyle werden vorgestellt.
Unterkünfte Exklusiven Urlaub direkt am Strand bietet das Fünf-Sterne „Le Meridien Lav“ in Split mit hoteleigenem Strand, Spabereich, verschiedenen Restaurants und Bars. www.lemeridienlavsplit.com. Zimmer ab ca. 200 Euro.
Günstige Apartments mit Meer- und Bergblick bei Alen Bartulovic in Brela. Nur 200 Meter bis zum traumhaften Kiesstrand. www.direkt-kroatien.de/ferienwohnungen/brela/appartements-arija/3012 Ferienwohnung ab 40 Euro.
Exklusives Altstadthotel in Trogir: Die Zimmer der Villa Sv. Petar wurden stilvoll ausgestattet. www.villa-svpetar.com, Zimmer ab ca. 80 Euro.
Restaurants Typisch kroatische Küche in Split. Empfehlung: frische Meeresfrüchte auf grünen Nudeln. Konoba Kod Joze, Sredmanuka 4, 21000 Split Tel. 00385 021 347-397 Brela: Restaurant Brela, Goran Stanicic Breljanskka Cesta, 12, 21322 Brela Tel. 00385 21 618 138.
Rafting Rafting-Tour durch die Cetina-Schlucht. Infos unter: Tel.: 00385 0 91 57 69 755 Inernet: www.vir-rafting.com.


