Helgolands neueste Attraktion: Das Museum in den Hummerbuden
zuletzt aktualisiert: 15.07.2007 - 11:21Helgoland (RPO). Schadstofffreie Luft, zollfreier Schnaps, Blick auf die Lange Anna – dies sind nur einige der guten Gründe, nach Helgoland zu fahren. Nun hat Deutschlands einzige Hochseeinsel eine weitere Attraktion. Am 1. September wird das "James Krüss Museum" eröffnet.
Schon jetzt kann die Ausstellung über den bekannten Kinderbuchautor, der auf Helgoland geboren wurde, besucht werden.
Bislang war von Krüss auf Helgoland nicht viel zu sehen. Gleich hinter dem Hafen steht zwar das Denkmal eines Schriftstellers, doch es zeigt Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der auf Helgoland die deutsche Nationalhymne schrieb. Anders als Krüss war er dort nur Gast.
James Krüss dagegen war Insulaner: Am 31. Mai 1926 kam er auf Helgoland zur Welt und blieb dort bis zum Ende seiner Schulzeit. Und seiner Kindheit verdankt er auch den Stoff für viele seiner Bücher wie "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen" oder "Mein Urgroßvater und ich", die zu Klassikern der modernen Kinderliteratur geworden sind.
Auch Krüss' Begabung im Reimen und Geschichten-Erfinden konnte sich vielleicht nur auf Helgoland so entfalten: "Früher haben viele Männer hier Gedichte gemacht, über Erlebnisse auf See oder über die harte Zeit im Winter", erinnert sich Erna Rickmers, die heute 79-jährige Schwester von James Krüss, die am Südstrand auf Helgoland lebt. "Unser Urgroßvater hatte darin ein besonderes Talent." In seinen Werken macht ihn James Krüss zum Geschichtenerzähler par Excellence. "Er kannte ihn allerdings gar nicht selbst, er hat ihn sich nur vorgestellt", erzählt Erna Rickmers. Die Bücher ihres Bruders seien auch nicht streng biografisch zu lesen. "Er hat aber viele Erinnerungen aus seiner Kindheit verarbeitet."
Ausstellung in den neuen Hummerbuden
James Krüss und seine Beziehung zu Helgoland steht im Mittelpunkt der Ausstellung in den neuen Hummerbuden neben dem Inselmuseum. Dort riecht es noch nach frischem Holz, und es ist auch nicht alles fertig. "Eine Hörstation kommt noch, an der sich Besucher James-Krüss-Gedichte und Geschichten vorlesen lassen können", sagt Jörg Andres, der die Ausstellung mit aufgebaut hat. "Wir wollen auch Verfilmungen seiner Werke wie "Timm Thaler" zeigen."
Nicht nur, aber gerade für Kinder ist die Ausstellung gedacht: "Deswegen haben wir auf kindgerechte Möbel, Rolltische und eine Malecke Wert gelegt", erzählt Andres. Auch Krüss-Bücher zum Blättern und Lesen gibt es: "Der Sängerkrieg der Heidehasen" zum Beispiel oder "Sommer auf den Hummerklippen". Und ein ganzes Regal ist Ausgaben gewidmet, die es nicht mehr im Buchhandel gibt - viele davon mit Widmung des Schriftstellers. "Da sind auch einige dabei, die schon etwas wert sind", sagt Jörg Andres. Auch Bilder, die Krüss gezeichnet hat, gehören zur Ausstellung, genau wie Briefe und Postkarten, die er geschrieben hat, zum Beispiel an seine Mutter.
Krüss selbst, der im vergangenen Jahr 80 geworden wäre, hat nach der Schulzeit nie wieder auf Helgoland gelebt. Ihn zog es in Richtung Süden, viele Jahre verbrachte er auf Gran Canaria, wo er 1997 gestorben ist. Sein Todestag jährt sich am 2. August zum zehnten Mal. Das kleine Museum in den Hummerbuden ist rechtzeitig davor fertig geworden. "Ihm hätte das gefallen", sagt Jörg Andres, "vielleicht sieht er es ja von oben."
Helgoland ist die einzige deutsche Hochseeinsel rund 70 Kilometer vor der Küste. Die Insel ist bereits seit 1826 Seebad. Im 18. Jahrhundert gehörte sie zu Dänemark, später zu Großbritannien, 1890 kam sie im Tausch gegen Sansibar ans Deutsche Reich. Im Zweiten Weltkrieg war Helgoland Marinestützpunkt und wurde bombardiert. Die Bewohner mussten die Insel verlassen, erst 1952 konnten sie zurück.
Informationen: Helgoland Touristik, Lung Wai 28, 27498 Helgoland (Tel.: 0180/564 37 37 für 14 Cent pro Minute). Internet: www.helgoland.de, www.james-kruess.de.


