Ostafrikas Traumziel am Ozean: Entspannung pur an Kenias Küste
VON CARLHEINZ TÜLLMANN - zuletzt aktualisiert: 07.07.2010 - 07:51Düsseldorf (RP). Weite Strände, Korallenriffe und Sonnenliegen unter Kokospalmen: Kenia putzt seine Küste für den Badeurlaub heraus. Die Hotels locken mit mehr Komfort. Auch Deutsche lassen sich anlocken.
Es ist eine Szenerie, die blendet. Die Sonne steht hoch am Himmel, der glitzernde, weiße Sand des Strandes reflektiert die Strahlen, die Augen verschließen sich zu einem vor dem Lichteinfall schützenden Blinzeln. Erst in der Motorjacht öffnet sich der Rundumblick: auf zwischen aquamarin- und türkisfarben wechselndes Wasser, auf die am Ufer Spalier bildenden Palmenreihen, auf die Ein-Mann-Fischerboote und auf die Gischt am Korallenriff.
Kurz vor einer schmalen, länglichen Sandbank geht die Touristen-Jacht vor Anker. Der „Käpt’n“ verteilt Schnorchelausrüstungen. Dann wirft er Bananenstückchen in ein Meer, das die Temperatur eines Badewassers erreicht hat. Und – schwupps – tauchen sie auf, die Fische in Rot und Grün, in Gelb und Blau, in allen denkbaren Farbvarianten und Schattierungen. Alles, was in deutschen Aquarien schillernd seine Bahnen zieht, scheint auf diesem Abschnitt im Indischen Ozean beheimatet zu sein.
Kenia zählt rund 39 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 582.650 Quadratkilometer. Der ostafrikanische Staat ist von fünf Nachbarländern umgeben. Die Küstenlinie am Indischen Ozean misst 536 Kilometer. Hauptstadt ist Nairobi, die beliebtesten Badestrände befinden sich nördlich und südlich von Mombasa. Zur Einreise genügt ein bei Rückreise noch sechs Monate gültiger Reisepass. Malaria-Vorbeugung ist nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Temperaturen an der Küste zwischen 22 und 32 Grad, mittlere Luftfeuchtigkeit rund 75 Prozent. Der meiste Niederschlag fällt von April bis Juni. Beste Reisezeit: September bis Ende März.
Rückfahrt nach einigen Schwimmzügen im seichten Wasser zur Hotelanlage „Pinewood“. Auf einer Liege unter Palmen relaxt Najib Balala, der Tourismusminister von Kenia. Er sei, obwohl Sonntag, extra von Nairobi aus an die Küste geflogen. Im Konferenzraum des Hotels erklärt er einer kleinen deutschen Journalistengruppe warum: Kenia hat in den Wirren des Bürgerkriegs 2008 sein Ansehen als Urlaubsparadies Ostafrikas stark eingebüßt.
Eine Million Touristen
Etwa eine Million Touristen, auf Rangliste drei die Deutschen, kamen im Jahr zuvor zum Badeurlaub oder/und zur Safari. Diese Zahl soll wieder erreicht, bis 2012 gar verdoppelt werden. Ehrgeizige Projekte sind ein Fünf-Sterne-Jachthafen mit Hotels, Appartements und Restaurants für 50 Millionen Dollar bei Mombasa und Staatshilfen zur Auffrischung der Hotels an der Küste. Die haben zwischen 20 und 25 Jahre auf dem Buckel und können eine Renovierung sichtlich gebrauchen.
Szenenwechsel zum „Leopard Beach Hotel & Spa“ an der südlich von Mombasa gelegenen Diani Beach. „Jambo“, willkommen, begrüßt das freundlich lächelnde Personal. „Guten Tag“, sagt Chris Modigell, der aus Aachen stammende Geschäftsführer der Fünf-Sterne-Anlage. Seit 34 Jahren arbeitet er in Kenia und wurde mehrfach für seinen Tourismus-Einsatz ausgezeichnet.
Im „Leopard“ schmiegen sich zweistöckige Wohngebäude und Bungalows mit insgesamt 158 Zimmern auf verschiedenen Ebenen an einen Korallenfelsen. Im weitläufigen Parkgelände warnen Schilder mit der Aufschrift „Do not feed monkeys“ davor, die aufdringlichen Affen zu füttern. Auf dem Rasen lagern Massaikrieger, herausgeputzt in farbenprächtiger Kleidung. Sie warten auf einen friedlichen Auftritt – als Staffage für eine opulente Hochzeitsfeier.
Jeder zweite Gast aus Deutschland
Jeder zweite Gast kommt aus Deutschland. „Wir haben viele Wiederholer“, sagt Chris Modigell. Deren bevorzugte Beschäftigung in den durchschnittlich zwei Urlaubswochen: Den traumhaften Strand genießen und eine Safari in den rund 200 Kilometer entfernten Nationalparks erleben. Als Hochsaison gelten November bis Ostern, beliebt sind auch die frischen Brisen in September und Oktober. An Kenias touristisch ausgeprägterer, geschäftiger Nordküste wird im „Salama Beach Resort“ Kölsch ausgeschenkt.
Christan Bezner (63), der 35 Jahre am Rhein ein Zoogeschäft führte, hat mit Frau und Tochter viel Geld und Leidenschaft in die vor drei Jahren eröffnete bildschöne Anlage investiert. Zehn schneeweiße Bungalows mit 90 bis 120 Quadratmeter Wohnraum verteilen sich auf eine 10.000 Quadratmeter große, tropische Parklandschaft mit Beachbar und großem Pool am Rande der afrikanischen Buschlandschaft. Topp: das kreative Speisenangebot und die familiäre Atmosphäre.
Längst ein Profi im Kenia-Tourismus ist Severin Schulte, Unternehmer aus Sundern im Sauerland. Als Junge hat er seinen Vater zur Großwildjagd in Afrika begleitet, heute besitzt er zwölf Kilometer nördlich von Mombasa die „Severin Sea Lodge“, ein Resort mit 180 Zimmern, 360 stets gut gelaunten Mitarbeitern und mit langem Sandstrand am Bamburi Beach. Er würde niemandem Kenia ohne Safari-Aufenthalt empfehlen, sagt Schulte.
Na klar, denn ein Luxus-Camp mit „Wellness im Busch“ im Tsavo-West Nationalpark unterhält er auch. Die 250 Kilometer zwischen Ozeanstrand und Elefantenherden lassen sich bequem in einer Cessna überbrücken – mit „Severin Air Safaris“. Weite Strände, Korallenriffe und Sonnenliegen unter Kokospalmen: Kenia putzt seine Küste für den Badeurlaub heraus. Die Hotels locken mit mehr Komfort.
Preisbeispiele für die beschriebenen Hotels/Resorts von Jahn Reisen, gültig bis Ende Oktober:
„Pinewood“: 2 Wochen im DZ mit HP ab 1819 Euro;
„Leopard Beach“, 2 Wochen im DZ mit HP ab 1393 Euro;
„Salama Beach“ 2 Wochen im DZ mit Frühstück ab 1719 Euro;
„Severin Sea Lodge“ mit 3 Nächte-Safari „Wellness im Busch“, 2 Wochen im DZ mit HP ab 1811 Euro.
Anreise Condor fliegt dreimal die Woche ab Frankfurt nach Mombasa. Preise saisonal schwankend. Tipp: Premium Economy Class buchen (+100 Euro). Flugdauer: ca. zehn Stunden. Auskünfte Kenya Tourist Board, Tel. 02104-832919, www.magical-kenya.de/Programme aller großen Veranstalter in Reisebüros. Angebote von Jahn-Reisen auch unter www.jahnreisen.de


