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Natur, ein nobles Seebad und leere Strände: Im Frühjahr nach Kroatien

zuletzt aktualisiert: 04.05.2008 - 10:03

Opatija (RPO). Ein Seebad mit morbidem Charme, romantische Inseln, die Spezialität wilder Spargel serviert in einer urigen Taverne. Oder die riesigen kristallklaren Wasserfälle: Es gibt gleich mehrere gute Gründe, nicht erst in der Sommersaison nach Kroatien zu reisen.

Immer wieder kommen sie den Autofahrern am Straßenrand entgegen: Männer und Frauen, aus deren Körben grünes Astgeflecht ragt. Die Wälder an der Kvarner Bucht im Norden Kroatiens haben im Frühling einiges zu bieten, denn bei der abendlichen Rast in einem kleinen Bistro im Örtchen Brsec lüftet sich das Geheimnis. Über dampfende Suppenschüsseln gebeugt, genießen ein Dutzend Einheimische ein typisches Frühlingsgericht der Region: wilden Spargel.

Was nach kurzgeschnittenen dünnen Ästen aussieht, schmeckt köstlich. Zudem ergibt sich in der kleinen Taverne gleich noch eine Übernachtungsmöglichkeit: Der Wirt drückt seinen Gästen einen altertümlichen Schlüssel in die Hand und versucht sich an einer Wegbeschreibung. Das Quartier zu finden, erweist sich im Gassengewirr des Küstenortes südlich des Seebades Opatija aber als nicht einfach.

Seebad mit morbidem Charme

Verwinkelte Treppengänge führen auf und ab, an Wehrmauern und einer mittelalterlichen Pfarrkirche vorbei bis zum höchsten Punkt der Siedlung, die auf einem Karstfelsen über der Kvarner Bucht thront. Schließlich ist das kleine Häuschen ausgemacht, der Kaminofen in Gang gesetzt und eine Flasche istrischen Rotweins geöffnet. Er schmeckt nach einem turbulenten Tag in Opatija gleich doppelt so gut.

Anders als in den meisten Küstenorten ruht der touristische Betrieb in dem Seebad nie so recht, zu anziehend ist das mediterrane Flair des Ortes mit seinen noblen Hotels und prachtvollen Villen. Zwar lassen bröckelnde Fassaden und verblichene Farben deutlich erkennen, dass die von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1914 währende Blütezeit des Bades lange vorbei ist. Doch gerade der morbide Charme macht viel vom Reiz des Ortes aus.

Wo früher die Wiener High Society lustwandelte, genießt heute eine internationale Schar von Tagesgästen Kuchen und Kaffee in exklusivem Ambiente. Besucher sollten sich die Zeit nehmen und hügelwärts durch die Gassen flanieren - immer neue Prachtvillen und alte Gärten gibt es zu entdecken. Wie hier lockt der Frühling überall in Istrien und an der Kvarner Bucht mit milder Sonne, frischem Grün und enormer Blütenpracht - und man hat all die Buchten und Dörfer noch für sich.

Ideales Revier für Wanderer

Am folgenden Morgen geht es mit der Fähre zur Insel Cres. Zwischen sanften Hügeln führt die Straße zu immer neuen Aussichten auf zerklüftete Buchten, Blumenwiesen und Dörfer. Der kleine Kurort Valun am südlichen Ende der Bucht von Cres zählt gerade knapp 100 Einwohner. Das Auto muss auf einem Parkplatz davor abgestellt werden, über schmale Treppen geht es hinunter zum Hafen. Kristallblaues Wasser trifft dort auf einen weißen Kieselstrand. Eine Hotelanlage sucht man dagegen in Valun vergebens - ein Platz zum Schlafen findet sich in einer Privatunterkunft oder auf dem Campingplatz.

Nach einem Abstecher auf die Insel Losinj mit den Touristenorten Veli Losinj und Mali Losinj mit charmanten Hotels, imposanten Kapitänsvillen sowie einer Vielzahl von Restaurants und Cafés geht es mit der Fähre zur Insel Krk. Im Frühling ist sie ein ideales Revier für Wanderer. Für Wasserratten ist vor allem Baska ein Kleinod, der zweitgrößte Inselort in einer von Bergen umrahmten Bucht. Getrübt wird das Panorama des kilometerlangen Kiesstrandes mit seinem grün schillernden Wasser aber von einer lieblos hingeklotzten Hotelanlage. Lohnend ist der Aufstieg auf den Friedhofsberg mit der einstigen Pfarrkirche St. Johannes. Von dort aus kann man über den Bergrücken wandern und immer neue Ausblicke auf die Küste und das Tal genießen.

78 Meter hohe Wasserfälle

Der Nationalpark Plitwitzer Seen im Hinterland der Küste ist Teil des Unesco-Weltnaturerbes und eines der schönsten Schutzgebiete Europas. Seen, bis zu 78 Meter hohe Wasserfälle und immer neue Kaskaden fügen sich hier zu einer rund 30 000 Hektar großen Märchenlandschaft aneinander. Über dem Karstgestein leuchtet das kristallklare Wasser blaugrün, Fische schießen durch die Fluten.

Verlaufen kann man sich nicht, die Beschilderung ist ausgezeichnet. So mancher Besucher hat für die Dauer seines Besuches außerdem einen vierbeinigen Gefährten: Vor dem Eingang wählen streunende Hunde Wanderer aus und balancieren mit ihnen - in der Hoffnung auf Futter - fröhlich über die schmalen Holzbohlen des Nationalparks. Heute bekommen sie ein paar Würstchen.

Informationen: http://de.croatia.hr, www.kvarner.hr.

Quelle: tmn

 
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