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panorama old sacramento 2010
  Foto: RP, F. Bluhm
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Auf Spurensuche in Kalifornien: Im Land der Goldgräber

VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010 - 07:35

Düsseldorf (RP). Der offizielle Beiname von Kalifornien lautet der "goldene Staat". Der Name stammt aus der Zeit des Goldrausches. Old Sacramento tut alles, um seinen Besuchern zu vermitteln, wie das Leben vor 150 Jahren einmal war. Eine Spurensuche.

Die Häuser sind mittlerweile aus rotem Backstein gebaut, doch die hölzernen Dielen und Balkone lassen die Straßen wie in einem Western wirken. Vor den Häusern, allenfalls zweigeschossig, stehen handbemalte Schilder. Mit großen Lettern werden dort Schokolade, Eiscreme und Kaffee angepriesen. Vor dem Bahnhof stehen Stapel von Holzkisten, in denen einmal Wein und Zigarren transportiert worden sind. Eine weiße Pferdekutsche passiert die Promenade. Old Sacramento tut alles, um seinen Besuchern zu vermitteln, wie das Leben vor 150 Jahren einmal war.

Sacramento ist mehr als nur die Stadt des Regierungssitzes von Kalifornien – noch bis November ist Arnold Schwarzenegger der Gouverneur. Sacramento ist auch wegen seiner Altstadt der perfekte Startpunkt für eine Reise durch das Land. Ein Besuch in der 500.000-Einwohner-Stadt hilft zu verstehen, warum Kalifornien früh einer der bevölkerungsreichsten Bundesstaaten der USA war. Denn Sacramento ist die Stadt, in der 1848 begann, weshalb Kalifornien den offiziellen Beinamen "goldener Staat" trägt.

In Sacramento lässt sich nämlich auf den Spuren des Mannes wandeln, dessen Name verbunden mit dem ersten Goldfund in Kalifornien ist. Die Rede ist von dem Schweizer Johann August Sutter, der 1834 nach Kalifornien auswanderte und 1841 sein Geld in der Landwirtschaft verdienen wollte. 1848 fand einer seiner Arbeiter, James W. Marshall, beim Bau einer Sägemühle am Sacramento River, ein paar Kilometer westlich auf dem heutigen Highway 50, das erste Gold Kaliforniens. Dieser Fund sorgte dafür, dass in den Folgejahren jährlich rund 100.000 Menschen nach Kalifornien pilgerten, um durch Goldfunde von einem auf den anderen Tag zu gemachten Männern und Frauen zu werden.

Überall in der Gegend findet der Besucher die Spuren des Goldrausches. Wer selbst an Marshalls Mühle Gold suchen will, kann dies auf eigene Faust im Sacramento River machen. Die richtige Technik erlernt der Besucher bei professionellen Goldwäschern in extra präparierten Becken – Erfolgserlebnis garantiert. Ein kleines, liebevoll gestaltetes Museum vermittelt einen zusätzlichen Eindruck vom Leben der Arbeiter.

Folgt der Besucher dem Highway 49 gen Süden gibt es mehrere Punkte, die für einen Stopp lohnen. Vor Jahrzehnten aufgegebene Minen vermitteln heute ein Bild des Lebens der Arbeiter. In der seit den 80er Jahren stillgelegten Sutter's Mine begibt sich der Besucher für eine Stunde hunderte Meter unter die Erde. Ein kundiger Führer – wer Glück hat, trifft auf einen, der selbst in der Mine gearbeitet hat – führt die Gruppe durch die engen, feuchten Gänge. Wasser rinnt von den Wänden, der Führer zeigt auf die letzten Spuren der Goldadern und erzählt Geschichten aus dem Leben der Minenarbeiter.

Ein Goldnugget für 3,5 Millionen Dollar

Einige Kilometer weiter lohnt sich ein Stopp auf dem Weingut Ironstone – an der Strecke nach Jamestown. Nicht unbedingt wegen der Qualität der Weine, die der mittlerweile betagte John Kautz dort anbaut, sondern weil er auf seinem Gelände ein kleines Museum eingerichtet hat. Die Hauptattraktion von Kautz steht in einem großem Glasbehälter, spärlich beleuchtet, und zeigt den wohl größten Goldklumpen Kaliforniens von knapp einem Meter Höhe. Sein Wert: schlappe 3,5 Millionen Dollar.

Wenige Jahre, nachdem bei Sacramento Gold gefunden wurde, fanden die Brüder Thaddeus und George Hildreth auch vor den Türen von Jamestown Gold. Schnell entstand um die Fundstelle herum eine kleine Zeltstadt für die anreisenden Minenarbeiter, wenig später wurden daraus richtige Häuser, die Siedlung wurde in Columbia umbenannt. Es dauerte keine zehn Jahre, bis die Goldfunde abnahmen und die Stadt ihre Attraktivität verlor. Trotzdem ist der Columbia State Park eigentlich die Attraktion im Gold County, weil dort der Besucher besonders liebevoll in die Zeit von vor 150 Jahren versetzt wird.

Staub kommt auf, als eine Kutsche den Saloon passiert, ehrenamtliche Helfer erzählen in traditioneller Kleidung vom Leben ihrer Vorfahren, Kinder können spielerisch erfahren, wie Brot gebacken und die Wasserversorgung sichergestellt wurde. Und die zahlreichen Läden vermitteln einen Eindruck, auf welche Tätigkeiten die Goldgräber auswichen, wenn die Suche nach dem Edelmetall nicht von Erfolg gekrönt war.

Nun wäre es sicherlich falsch, die Reise durch das Gold County nicht mit einem Besuch in San Francisco zu krönen. Bekannt als Heimat der Hippie-Bewegung und erfolgreicher Internet-Startups ist San Francisco aber auch die Stadt an der zwei Kilometer breiten Buchteinfahrt, in der 1846 die Goldwäscher und -gräber aus aller Welt nach Kalifornien kamen und die aus diesem Grund den Namen "Golden Gate" – goldenes Tor verpasst bekam. Wer nach San Francisco reist, sollte die Fahrt über die nach diesem Tor benannte Brücke auf keinen Fall versäumen. Am besten mit dem Fahrrad.

Infos:

Old Sacramento: Mitten in der Altstadt liegt neben Geschäften und Restaurants auch das California State Railway Museum www.oldsacramento.com

Sutter's Mill: Das Gelände und das Museum sind ganzjährig geöffnet. Goldwaschtrainings nach Vereinbarung. www.parks.ca.gov/?page_id=484

Sutter's Mine: Abtauchen in die Welt unter Tage - in dieser Mine gibt es Touren, die ehemalige Bergarbeiter durchführen. Im Voraus buchen. www.caverntours.com/sgmt.html

Columbia State Park: Ganzjährig gibt es Veranstaltungen, die die Geschichte erlebbar machen. Meist kostenloser Eintritt. www.columbiacalifornia.com

Golden Gate Bridge: Für die perfekte Aussicht am besten mit dem Fahrrad hinfahren. In Fisherman's Warf gibt es an jeder Ecke Räder im Verleih.

Übernachten: Ein besonderes Flair der alten Zeit vermittelt das Gunn House Hotel in Sonora. Zimmer kosten zwischen 75 und 115 Dollar. Tipp: Frühstück nicht verpassen, www.gunnhousehotel.com.

Quelle: RP

 
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