Ostfriesland: Insel Langeoog lockt mit Ruhe
zuletzt aktualisiert: 08.08.2005 - 08:52Langeoog (rpo). Spätestens mit dem Ablegen der Fähre beginnt der Urlaub. Die letzten Vorbereitungen sind erledigt, das Auto auf einem Dauerparkplatz sicher abgestellt und die Ferieninsel Langeoog ist am Horizont schon gut zu erkennen. Ab sofort lautet die Devise: Durchatmen und erholen.
Die meisten Passagiere auf dem Schiff kennen die Insel bereits, Langeoog ist genau wie die anderen ostfriesischen Inseln vor allem ein Ziel für Stammgäste. Neu-Urlauber haben in der Hochsaison mit einigen Problemen zu kämpfen: Viele Vermieter halten die Ferienwohnungen in den Sommerferien für die Stammgäste frei. Und die meisten bleiben der einmal gewählten Insel treu. Wer will schon nach Spiekeroog, wenn er Langeoog haben kann? Das Gleiche gilt übrigens auch umgekehrt.
Und weil man die Insel schon kennt, erwartet niemand Überraschungen: Wie immer steht die kleine bunte Inselbahn im Hafen bereit, um die Gäste in das Dorf zu bringen. Nach der Einrichtung der Ferienwohnung geht einer der ersten Wege - möglichst mit dem sofort angemieteten Fahrrad - an den Strand, um die frische Nordseeluft zu atmen und den "eigenen" Strandkorb zu besichtigen, der in den nächsten Wochen zum zweiten Zuhause der Urlauber wird.
Als eine der schlimmsten Sünden gilt es, zur "Rush Hour" mit dem Fahrrad durch die Hauptstraße zu fahren. Zu festgelegten Zeiten mittags und nachmittags ist das streng verboten, und große Uhren zeigen den Radlern, ob sie gerade legal oder illegal unterwegs sind. Wer meint, angesichts einer fast leeren Straße trotzdem im Sattel bleiben zu dürfen, wird von anderen Urlaubern schleunigst auf sein Fehlverhalten hingewiesen.
Deutsche Insel mit südländischem Wetter
Manchmal ist das Wetter auf der Insel nahezu südländisch. Regenwolken ziehen schnell weiter aufs Festland, so dass für Langeoog fast immer genug Sonne bleibt. Und das ganze bei durchaus angenehmen Temperaturen, die auch Aktivitäten jenseits des 14 Kilometer langen feinsandigen Strandes erlauben. Ausgedehnte Radtouren oder Ausritte durch die romantischen Dünen bis ans Ostende der Insel, Spaziergänge zum Hafen oder beschauliche Sportarten wie Minigolf oder Tischtennis lassen die Urlauber die Hektik des Alltags vergessen. Ganz zu schweigen von den spektakulären Sonnenuntergängen, die vom Langeooger Wasserturm aus am besten zu beobachten sind.
Neuerdings hat Langeoog sogar einen Hauch von Sylt zu bieten: Wo früher die Surfer ihr Quartier hatten, haben die Sturmfluten des Winters einen Teil der Strandes geschluckt. Die normalerweise von der nordfriesischen Promi-Insel bekannten Abbruchdünen sind in diesem Jahr auch auf Langeoog zu bestaunen. Jetzt wird hektisch daran gearbeitet, neue Dünen anzulegen, um ein Auseinanderbrechen des nur 1,5 Kilometer breiten und 14 Kilometer langen Eilands zu verhindern. Die Insel soll schließlich so bleiben, wie sie ist. Das ist Langeoog seinen Gästen schuldig.


