Frittierte Vogelspinnen: Kambodschas Grusel-Snack
zuletzt aktualisiert: 19.03.2009 - 16:09Düsseldorf (RPO). Snack mit Ekelfaktor: In Kambodscha gelten frittierte Vogelspinnen als Delikatesse. Wer mit dem Bus von Siem Reap nach Phnom Penh reist, kommt an den haarigen Achtbeinern nicht vorbei. Denn alle Fahrer legen eine Pause in Skun ein. Und dieses Dorf ist berühmt für seinen Spinnenmarkt.
Aus dem ganzen Land kommen Reisende und Händler nach Skun, rund 70 Kilometer nördlich von Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh. Die meisten Touristen gehen beim Anblick der haarigen Viecher erst einmal auf Abstand und lassen die Krabbeltiere höchstens durch ihre Kameralinse auf sich wirken. Kein Wunder, denn Vogelspinnen werden immerhin bis zu zwölf Zentimeter lang.
Bei den Einheimischen sind die achtbeinigen Krabbler jedoch äußerst beliebt. Sie essen sie am liebsten frittiert am Spieß, oder verzehren sie eingelegt in Reiswein. Die Zubereitung ist brutal: Den Spinnen werden die Kieferklauen ausgerissen, danach werden sie bei lebendigem Leibe frittiert.
Auch in Kambodscha standen die handtellergroßen Spinnen nicht immer auf dem Speiseplan. Während der Diktatur der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 verspeisten die Hunger leidenden Menschen Spinnen, Ratten und Eidechsen aus purer Not. Heute sagen manche den Tieren sogar medizinische Wirkung nach, sie sollen gegen Husten und Rückenschmerzen helfen.
Das Spinnen-Business ist jedoch gefährdet. Denn die zunehmende Zerstörung der Wälder vernichtet auch den Lebensraum der Vogelspinnen.
Info im Internet: www.tourismcambodia.com
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