Rund um den Tafelberg: Kapstadt: Das Traumziel in Südafrika
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 - 14:51Kapstadt (RP). Der Himmel ist blau, keine Wolken über dem Tafelberg, und es deutet sich auch kein rascher Wetterumschwung an, mit dem man auf diesem hohen Ort Südafrikas gelegentlich zu rechnen hat. Es ist Spätsommer und Spätnachmittag in Kapstadt.
9624 Kilometer von Berlin entfernt, wie auf einem Schild zu lesen ist, und 1087 Meter über dem Meeresspiegel. Schon um Viertel nach fünf sinkt die Sonne in den Atlantik. Das ist aber nicht das einzige Schauspiel in diesen Minuten. Denn über der anderen Seite des Massivs zieht bereits der Mond seine Bahn. Hell und rund, scheinbar zum Greifen nahe. Es ist Vollmond.
Der Tafelberg ist Kapstadts weltbekanntes Naturwahrzeichen. Eine Seilbahn bringt die Menschen auf sein weitläufiges Plateau. Grandios ist der Blick hinab auf die Metropole, die Tafelbucht und Robben Island – jene Insel, auf der Nelson Mandela 27 Jahre Gefangener des Apartheidregimes war, bevor das Land die politische Umwälzung erlebte und Mandela 1994 Südafrikas erster schwarzer Präsident wurde. Auch die einst berüchtigte Insel kann nach einer kurzen Überfahrt besichtigt werden.
Wer zum ersten Mal die Metropole am südlichen Zipfel Afrikas erlebt, wird nachfühlen können, weshalb immer wieder Reisende der Versuchung erliegen, zu vergleichen, welche Stadt die schönste der Welt ist. Kapstadt, wie viele behaupten, allen voran natürlich seine Bewohner? Oder vielleicht doch Sydney? San Francisco? Rom? Der Kreis der Kandidaten ist damit ja noch lange nicht erschöpft.
Sicher ist: Südafrikas älteste Stadt zieht nahezu jeden in ihren Bann. Neben dem Krüger-Nationalpark und der Gartenroute ist sie die bedeutendste touristische Attraktion der Kaprepublik und Etappenziel bei den meisten Reisen durch das riesige Land. Für einen drei- oder viertägigen Aufenthalt bietet sie, über die zentralen Besuchermagnete wie die Shoppingzentren und Restaurants der Waterfront hinaus, eine Palette touristischer Attraktionen: die Fahrt zum Kap der Guten Hoffnung etwa oder zur Walbeobachtung vor der Küstenstadt Hermanus, wo die Giganten des Meeres von Juni/Juli bis November/Dezember zu sehen sind. Wie in anderen Städten ist eine geführte Tour durch ein Township möglich, eine Siedlung der Schwarzen und Farbigen.
Eine Stunde Autofahrt von der City entfernt, jenseits aller Staus zu Kapstadts Rushhour, ist die ruhige Weinregion Südafrikas einen Besuch wert. Stellenbosch etwa, die alte und durch die vielen Studenten zugleich junge Universitätsstadt mit den historischen kapholländischen Häusern. Oder Franschhoek mit seinen luxuriösen Hotels und ausgezeichneten Restaurants. "Französisches Eck" heißt der Ort ins Deutsche übersetzt. Hugenotten flüchteten im 17. Jahrhundert in diese sanfte Berg- und Tallandschaft, weil sie in der Region einen idealen Ort für den Weinanbau erkannten.



