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Frankreichs Mittelmeerküste: Kulinarisches und künstlerisches Marseille

zuletzt aktualisiert: 20.05.2007 - 06:51

Marseille (RPO). Bouillabaisse - ein französisches Nationalgericht, das ursprünglich die Fischer in Marseille aßen. Doch nicht nur das Leibgericht der Franzosen stammt aus der provencealischen Küche. Marseille - zweitgrößte Stadt Frankreichs - zeigt neben der kulinarischen Seiten ihren ganz eigenen Charme. An der Mittelmeerküste lässt sich viel entdecken.

Die Stadt besitzt Seiten, die Südfrankreichurlauber längst noch nicht gesehen haben. Die heilige Maria mit Kind fällt schon auf dem Weg ins Zentrum auf: Sie leuchtet von der Spitze der Kirche Notre Dame de la Garde. Fast zehn Meter hoch ist die vergoldete Statue auf der Basilika, die den La-Garde-Hügel überragt. Angenehm bummeln lässt es sich rund um den alten Hafen. Restaurants gibt es eins am anderen, nicht zuletzt solche, in denen Spezialitäten der Region serviert werden - wie die Original-Bouillabaisse.

Nur ein paar Schritte entfernt ist man schon in den Einkaufsstraßen, die kaum einen Wunsch offen lassen. Und wieder nur fünf Minuten weiter haben Spaziergänger den Eindruck, in einem multikulturellen Paralleluniversum gelandet zu sein: Ein koscherer Schlachter hat seinen Laden gegenüber dem Händler mit "Spécialités orientals", der Datteln, Couscous und Basmatireis in großen Tüten verkauft. Und in der Patisserie nebenan gibt es sogar Baklawah - keine andere Stadt Frankreichs hat einen so hohen Anteil nordafrikanischer Zuwanderer wie Marseille.

Marseilles Charme eines Dorfes

Auch die Umgebung der Stadt hat ihre Reize, nicht nur wegen der mehr als 50 Kilometer Küste. L'Estaque zum Beispiel ist nicht weit entfernt, noch auf Stadtgebiet. "Es ist eigentlich noch immer ein Dorf", sagt die Kunsthistorikerin Isabelle Baudoin. Im 19. Jahrhundert war es ein Badeort, wo betuchte Bürger Urlaub machten. Dann erreichte die Industrialisierung die Küste. Im Hafenbecken liegen ein paar Dutzend kleine Boote dicht an dicht vertäut. Fischer gibt es hier noch immer, wie zu der Zeit, als Georges Braque hier seine Hafenszene gemalt hat. Eine Kopie seines 1906 entstandenen Gemäldes ist am "Chemin des Peintres" zu sehen. Der "Weg der Maler" führt zu Stationen, die mit den Künstlern zu tun haben, die einst hier arbeiteten.

L'Estaque ist kein Einzelfall: Entlang der Küste westlich von Marseille liegen viele kleine Orte, wo die Franzosen auch im Sommer unter sich bleiben. Côte Bleue heißt der Küstenabschnitt, der sich bis Martigues erstreckt. Carro ist einer dieser kleinen Orte, der immer noch mehr vom Fischfang als vom Tourismus lebt. Früher war er einer der wichtigen Umschlagplätze für Tunfisch, Fischmarkt ist hier heute noch täglich. Und Martigues selbst schmückt sich sogar mit dem hochgestochenen Titel "Venedig der Provence".

Martigues: beliebtes Ausflugziel

Der größte Fischereihafen der Region ist für viele Franzosen ein beliebter Ausflugsort. Ein bisschen erinnert seine Geschichte an L'Estaque: Bevor die Industrie kam, war auch Martigues ein lauschiges Fischernest - und zog eine Reihe von Künstlern an. Einer von ihnen war Félix Ziem (1821-1911), der sich in den Ort verguckte. Einen Besuch lohnt auch La Madeleine en l'Isle: Die Maria Magdalena geweihte Kirche sieht ganz unspektakulär aus. Das Innere ist dafür umso aufwendiger ausgestattet: In fast allen Nischen des Kirchenschiffs lassen sich großformatige Gemälde mit biblischen Motiven entdecken. In der Hinsicht ähnelt die Kirche Marseille: Ihre interessanten Seiten zeigt sie erst auf den zweiten Blick.

Informationen: Maison de la France, Postfach 10 01 28, 60001 Frankfurt (Tel.: 0900/157 00 25 für 49 Cent pro Minute, E-Mail: info.de@franceguide.com, Internet: www.franceguide.com).


 
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