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panorama chinesische mauer 2010
  Foto: Fremdenverkehrsamt der VR China
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Zehn Entdeckertipps: Peking abseits der Touristenpfade

VON LUDGER BATEN - zuletzt aktualisiert: 29.08.2010 - 08:55

Düsseldorf (RP). Kunstszene, kaiserliche Geschichte und krosse Enten: Zehn Tipps für den Peking-Reisenden, der abseits von Kaiserspalast und Großer Mauer die Stadt erkundet - zusammengestellt von Ludger Baten.

Die Frage, sagt sie, sei „unfair“. Jie Chang stammt aus Peking und mag nicht vergleichen, ob Schanghai oder ihre Heimatstadt die größere globale Ausstrahlung besitzt. „Olympia 2008 war ein großer Erfolg für China und Peking“, so manövriert sich Chang diplomatisch aus der Klemme. Nun hoffe sie, dass Schanghai mit der Expo ebenfalls für China weltweit punkten könne.

Peking und Schanghai sind sich in traditioneller Rivalität verbunden. Derzeit deutet im Stadtbild Pekings nichts darauf hin, dass die Expo erstmals auf chinesischem Boden stattfindet. Die Hauptstädter kümmert die Expo wenig, sie haben Wichtigeres zu tun: Geld verdienen, Beziehungen pflegen, Essen gehen.

Wenn sich die China-Touristen in der Expo-Stadt Schanghai knubbeln und die Preise in die Höhe treiben, ist es Zeit, in den Alltag des „normalen“ Pekings abzutauchen.

Das Hauptstadt-Museum dokumentiert Pekinger Stadtgeschichte bis 1949, die in Beziehung zu Ereignissen aus aller Welt gesetzt wird. So findet in der Ausstellung auch der Neusser Biologe und Forscher Theodor Schwann (1810 bis 1882) seinen Platz. Allein das spektakuläre, 2008 eröffnete Gebäude des französischen Bahnhofsarchitekten Jean-Marie Duthilleul ist einen Besuch wert. Adresse: Fuxingmenwai Dajie, Ecke Baiyun Lu.

Das Feuertopf-Restaurant Ba Xian Shen liegt (nahezu) vis-à-vis des Hauptstadt-Museums und bietet sich nach einem Rundgang für ein Mittag- oder Abendessen an. Authentischer kann man „chinesisches Fondue“ nicht genießen. Das Essen ist lecker und preiswert, das Ambiente einfach, das Publikum einheimisch. Adresse: Shanlihe Lu.

Kirche St. Joseph (auch Eastern Church oder Wangfujing Church) wurde nach einer Renovierung zum Blickfang eines modernen Platzes an der angesagten Einkaufsstraße der Hauptstadt. Ein Ort der Ruhe in einem Viertel, in dem es immer nur um eins geht: Geld. Modefotografen nutzen das alte Gemäuer als folkloristischen Hintergrund für ihre Models. Morgens sind die Gläubigen aber unter sich. Täglich um 6.30 Uhr wird eine katholische Messe gelesen, am Wochenende in Latein. Adresse: Wangfujing Dajie.

Factory 798 wurde einmal von DDR-Deutschen als Munitionsfabrik erbaut. Heute machen Maler, Fotografen, Designer aus der Industriebrache ein buntes Dorf. Hadrien de Montferrand, ein Adeliger aus der Dordogne, dessen Vater Bernard französischer Botschafter in Berlin ist, hat dort seine Galerie. Cafés und Bars laden zum Verweilen, Sehen und Gesehen werden ein. Adresse: Jiuxianqiáo Lu.

Im Pekingenten-Restaurant Quanjude speisten schon Helmut Kohl und George Bush. Dennoch ist dieses Traditionslokal kein verträumter Gourmettempel für Eingeweihte, sondern ein belebter Laden, der Enten wie am Fließband röstet - aber in exzellenter Qualität. Für den, der Pekingente original essen möchte, ist das Quanjude alternativlos - und das seit 136 Jahren. Adresse: Quianmen Daije.

Nauluoguxiang ist eine der vielen so genannten „Barstraßen“ in Peking, aber noch nicht so perfekt durchorganisiert wie ihre bekannten „Schwestern“. Zwar haben die Touristen sie längst entdeckt, doch die Geschäfte und Kneipen besitzen noch etwas vom improvisatorischen Charme des Aufbruchs. Die Häuser signalisieren: Hier ist Altstadt. Adresse: Nauluoguxiang.

Eine Bootsfahrt auf dem Beijing-Miyun-Seitenkanal, die vom Zoo (Abfahrt hinter dem Beijing Exhibitioncenter) zum Sommerpalast führt, macht den Weg zum Ziel. Gerade an heißen Sommertagen ist die Tour ein Genuss: Zunächst die Pandabären im Zoo besuchen, dann mit dem Boot zum Sommerpalast gleiten und den großen Park über Wandelgänge erlaufen. Ein Sommermärchen. Zoo, Xizhimenwai Dajie.

Sanlitun, unweit des Diplomatenviertels gelegen, war als einer der ersten Ausgehbezirke heruntergekommen. Es drohte das Aus. Vor den Olympischen Spielen gelang die Sanierung, und heute ist Sanlitun eine bunte „Barstraße“, wobei die Seitenstraßen-Kneipen links und rechts der Sanlitun weniger touristisch und preiswerter sind. Dort ist mit „The Village“ jüngst ein supermoderner Geschäftsbezirk entstanden. Trendiges Shoppingcenter. Adresse: Die Straße Sanlitun gibt dem gesamten Quartier ihren Namen.

Bei, dieses moderne asiatische Restaurant, entwickelt auf japanischer Basis seine Küche - von der französischen Gänseleber bis zum japanischen Kobe-Rind. Wer nach dem Shopping in „The Village“ Stärkung sucht, auf den wartet im „Bei“ ein Festival für die Sinne. Allein die Architektur des japanischen Stararchitekten Kengo Kuma ist atemraubend. Aber: Qualität hat ihren Preis. Nicht billig. Adresse: Im Basement des Hotels „The Opposite House“, Sanlitun.

Der Alte Sommerpalast, nur wenige hundert Meter vom viel berühmteren Neuen Sommerpalast entfernt, ist vor allem ein Trümmerfeld - und doch sehenswert. Die Ruinen lassen einen Hauch von Europa in China erkennen. Im 18. Jahrhundert ließ Kaiser Kangxi dort Rokokoschlösschen errichten. Seine Antwort auf die „Chinawelle“ europäischer Königshäuser. Adresse: Haidianqu, Yuanmingyuan. 

Peking Info

Einwohner In der Hauptstadt lebten nach offiziellen Angaben Ende des Vorjahres rund 17,5 Millionen Menschen. Die nordchinesischen Pekinger sind handfest und bodenständig, offen und direkt. Der Grundriss der Stadt erinnert an ein Schachbrett mit dem Kaiserpalast im Zentrum.

Anreise Mehrere Fluglinien wie Lufthansa und Air China (ab 678 Euro) bieten Direktflüge von Deutschland nach Peking an. Eine interessante Alternative: Cathay Pacific fliegt täglich von Frankfurt nach Hongkong (ab 809 Euro); von dort 15 mal täglich nach Peking. Reizvoll für alle, die sich schon immer einmal in der ehemaligen Kronkolonie umschauen wollten.

Unterkunft Ein Hotel, das nicht nur in Peking überrascht: The Opposite House in Sanlitun verfügt über 99 große Zimmer, natürliche Holzböden, feines chinesisches Dekor. Ab 224 Euro pro Nacht. Wer einen Hongkong-Stoppover wählt, hat Glück. Dort gibt’s zwei Schwesterhotels: The Upper House (Pacific Place) und das East (Taikoo Shing Road).

Lektüre Marcus Hernig beschreibt, wie er lebt: „China mittendrin“, Christoph Links Verlag, ist ein packendes Lesebuch. 16,90 Euro.

Quelle: RP

 
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