Australiens Sonnenstaat: Queensland: Strände, Regenwald und Riff
zuletzt aktualisiert: 14.11.2006 - 15:59Brisbane (RPO). Australien liegt sehr weit weg. Wer eine Reise dorthin plant, der sollte viel Zeit haben. Zu sehen gibt es nämlich unendlich viel. Alle diejenigen, die die Sonne und spektakuläre Naturschauspiele lieben, müssen nach Queensland. Australiens Sonnenstaat lockt nämlich mit Stränden, Regenwald und dem einzigartigen Great Barrier Reef.
Ein Herz liegt im Meer. Entstanden aus einer Laune der Natur, einem Flirt zwischen weiß schäumenden Wellen und bunten Korallen in Millionen von Jahren. Das Heart Reef ist Teil des Great Barrier Reefs, das sich über 2.300 Kilometer vor der Ostküste Australiens erstreckt. Für Taucher ist ein Besuch des Riffs mit seinen 400 Korallen- und 1.500 Fischarten ein wahr gewordener Traum, aber auch für Schnorchler und Strandurlauber hält das von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärte Riff Unvergessliches bereit.
Der Seefahrer James Cook (1728-1779) entdeckte das Riff 1770. Er irrte sich im Datum, glaubte, es sei Pfingstsonntag, und so nannte er die 74 subtropischen Inseln, die sich zwischen Riff und der Küste von Queensland aufreihen, "Pfingstsonntagsinseln" - "Whitsundays". In sein Logbuch schrieb Cook über das Revier zwischen den Inseln, es sei, "als ob ich in einem sicheren Hafen segle". Diese paradiesisch friedliche Stimmung verdankt die Gegend dem schützenden Riff.
Whithaven Beach - ein Traum in Weiß
Heute sind die Whitsundays der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge zum Riff, der einzigen natürlichen Erdformation, die vom Weltraum aus zu sehen ist. Das romantische Heart Reef etwa ist von Hamilton Island aus mit dem Hubschrauber in einer halben Stunde zu erreichen. Krönung des Helikopter-Trips ist ein Stopp am sechs Kilometer langen Whitehaven Beach - der zu Recht als einer der schönsten Strände der Welt gilt. Weißer Quietschsand, türkisfarbenes Meer - und wer das so gebucht hat, bekommt auch ein Champagner-Picknick serviert. Wer's sportlicher mag, lässt sich vom Wasserflugzeug an einer Tauch- und Schnorchelplattform im Riff absetzen und erkundet von dort aus die schillernde Unterwasserwelt.
Nur acht der Whitsundays sind bewohnt. Hamilton Island ist die größte erschlossene Insel der Gruppe und mit dem einzigen nationalen Flughafen erste Station vieler Reisen in den Archipel. Das Inselresort mit Unterkünften in verschiedenen Kategorien bis hin zum 5-Sterne-"Beach-Club" ist auch für Familien geeignet. Der Besitzer wolle, dass auf Hamilton jeder etwas nach seinem Geschmack und Geldbeutel finde, erzählt Account Managerin Corrie Gardner: "Die Männer gehen zum Angeln, die Frauen zur Massage, die Kids in den Clown-Fish-Kinderclub."
Subtropischer Regenwald
Queensland, der Sonnenstaat, fünfmal so groß wie Deutschland und doch nur zweitgrößter Bundesstaat Australiens, ist jedoch mehr als ein Insel- und Strandparadies. Nur etwa 100 Kilometer von der boomenden Hauptstadt Brisbane entfernt, überzieht dichter subtropischer Regenwald das Festland.
Wer im Lamington Nationalpark im Guesthouse der Familie O'Reilly Quartier nimmt, kann auf eigene Faust tief in den Regenwald eindringen. Begleitet von lustig umherhüpfenden Pandemelons, kleinen Verwandten der Kängurus, und unzähligen bunten Vögeln wie dem schwarzgoldenen Regent Bowerbird, dem Wappenvogel der O'Reillys, wandert man durch dampfende Farnwälder, vorbei an riesigen Antarctic Beeches, uralten Buchen mit mächtigen Stämmen, zu glasklaren Wasserfällen. "Elabana" haben die Aborigines einen von ihnen genannt: "Wunderschön".
Das sei eine "traditionelle, australische Reiseerfahrung", sagt Bernie Cochran, Marketingchef des seit 80 Jahren als Familienbetrieb geführten Guesthouses. In den Zimmern gebe es weder Fernseher noch Radio. Es gehe darum, befreit vom täglichen Leben Natur zu erfahren und den Geräuschen des Regenwaldes zu lauschen. Rund 300.000 Gäste suchen das hier jährlich. 6.000 davon kommen aus Deutschland.
Wie andere australische Regionen setzt auch Queensland auf Weintourismus. Touren - organisiert oder für Selbstfahrer - führen zu Weingütern, die zum Verkosten einladen. Wer etwa bei O'Reilly's Vineyards im Canungra Valley ankommt, wird in einem herrschaftlichen Haus mit Südstaatenflair samt Ballsaal und intimen Speisezimmern empfangen. "Die einfachen Freuden des Lebens zelebrieren", ist das Motto des Familienbetriebs. Angebaut wird Cabernet Sauvignon, der landestypische Shiraz und ein Chambourcin mit einem Anteil Merlot, der auf das Schönste Schwere mit Fruchtigkeit verbindet.
Gold Coast mit Surfers Paradise
Wer jedoch sein Herz an das Meer verloren hat, den wird es bald wieder an die Küste ziehen. Gold Coast heißt der 70 Kilometer lange Küstenabschnitt südlich von Brisbane. Mit weißen Stränden und grandiosen Wellen ist die Gold Coast ein Lieblingsplatz der Surfer. Hier verbringen Australier ihren Urlaub, die Jugend feiert trotz Haigefahr unter Aufsicht von Lebensrettern am Pazifik-Strand die Leichtigkeit des Seins, und auch die High Society hat hier einen Platz gefunden: Am Rande des in die Wolken schießenden Einkaufs- und Nightlife-Eldorados Surfers Paradies wurde 2002 nach Entwürfen von Donatella Versace das bislang einzige Versace Hotel der Welt eröffnet.
Emma Thompson, Anthony Hopkins, Rod Stewart und Prinz Albert von Monaco haben in dem Fünf-Sterne-Palazzo, in dem man auch zu erschwinglichen Preisen absteigen kann, schon gewohnt. Der Hotelpool soll mit 1,2 Millionen Litern Wasser der größte der südlichen Hemisphäre sein. Ein traumhafter Platz, um bei einem Glas "Picnic Bubbles", wie die O'Reillys einen ihre Sekte nennen, Queensland sein Herz zu schenken.


