Schlapper Dollar, günstige Hotels: Schnäppchenjagd in New York
VON KNUT DIERS - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 08:28Düsseldorf (RP). Das Vorweihnachtsgeschäft läuft, die Geschäfte quellen über vor Angeboten, die Hotelpreise liegen 20 Prozent tiefer als üblich, und der Euro ist derzeit so stark wie seit 14 Monaten nicht mehr. Jetzt lohnt die Reise in die USA.
Bei OMG, 428 Broadway, kosten die guten Levis-Jeans Nummer 527 jetzt nur noch 34 Dollar (23 Euro). Das allein würde wohl noch niemanden zum Schnäppchen-Einkauf nach New York locken. Doch jetzt bröckeln die Preise für fast alles Schöne und Gute, was in den Läden einer der größten Einkaufsmetropolen der Welt zu haben ist. Da selbst die Hotelpreise um 20 Prozent tiefer liegen als noch vor Monaten, setzt gerade ein Sog ein: Touristen aus dem Euro-starken Europa strömen in die Fifth Avenue, tummeln sich in der Canal Street und schlendern über den Broadway, um sich mit günstigem Luxus einzudecken.
Macy's, das mit zehn Stockwerken und einer halben Million Artikeln größte Kaufhaus der Welt, hat plötzlich auch diese Levis-Jeans für sogar nur 30 Dollar (20 Euro) im Regal. Mäntel sind gerade bis zu 50 Prozent billiger. "Wir wollen Umsatz machen", gibt eine Sprecherin von Macy's (Herald Square) zu verstehen. Die Kaufzurückhaltung, ausgelöst durch die Finanzkrise, soll nun durch einen erbarmungslosen Preiskampf beseitigt werden. Selbst der Edeljuwelier Tiffany hat Schnäppchen in der Auslage – ein Novum in der 172-jährigen Firmengeschichte.
Die so genannten Tax-Free-Wochen hat New York abgeschafft; das ganze Jahr über können nun Kleider und Schuhe bis zu 110 Dollar (etwa 74 Euro) ohne Steuer verkauft werden. Was Style und Service angeht, setzt dagegen Bloomingdale's ("Bloomie's" genannt) an der East Side Maßstäbe. Hier kann jeder seinen "personal shopper" ins Vertrauen ziehen. Der Mann berät und führt einen wie mit einem Schnäppchendetektor bestückt durch die Welt der Preiswunder. Ein internationaler Serviceschalter befindet sich im ersten Stockwerk: Bei Vorlage des deutschen Passes purzeln nochmals die Preise. Weiterer Tipp für Sonderangebote unter den gehobenen Waren: Lord & Taylor, 1924 eröffnet, ältester Fach-Einzelhändler der USA für klassische Damen- und Herrenbekleidung.
Gekauft wird, als gäbe es morgen nichts mehr. Neben Mode, Sportkleidung von Nike (6 East 57th Street) bis Adidas (599 Broadway) und Weltmarken wie Chanel oder Esprit reizt Elektronik. RadioShack in der Manhattan Mall oder The Wiz kommen kaum noch nach mit ihren Schnäppchen-Lieferungen. Best Buy, Fachgeschäft für Computer, Notebooks und Kameras (86th Street/Lexington Ave) öffnet auch sonntags von 11 bis 19 Uhr. Der Apple Store (767 Fifth Ave.) gönnt sich nie eine Pause: An 365 Tagen, 24 Stunden lang, sind MacBooks und iPhone zu haben.
Gründe genug also, in diesem Jahr die Weihnachtsgeschenke in New York zu besorgen. Die Stadt ist wunderbar geschmückt im Advent. Das anzusehen (etwa vom Rockefeller Center), ist ein Genuss. Für Weihnachtsschmuck der Renner: Pearl River Mart (477 Broadway). Das Shopping-Budget wird geschont durch die günstigen Flugpreise. Lufthansa hat derzeit ab Frankfurt noch Flüge für 354 Euro im Angebot (hin und zurück). "Das hatten wir lange nicht", meint eine Sprecherin der Fluglinie. Wer einen Zwischenstopp nicht scheut, fliegt mit Air Canada über Montreal derzeit für 344 Euro an den Hudson.
Auch Reiseveranstalter haben den Big Apple im Programm: Zum Beispiel Weihnachtsshopping oder Silvester, drei Übernachtungen pro Person im Doppelzimmer für 849 Euro, Flug mit Singapore Airlines, zu buchen bei Adeoreisen. Auch "Smart Xmas Shopping" mit Flug und vier Übernachtungen wird angeboten (785 Euro p.P. im DZ). Wer bis 6. Januar warten kann, genießt das Paket für vier Nächte, aber fliegt mit dem größten Flugzeug der Welt, dem A 380 von Air France (759 Euro p.P. im DZ). Oder fünf Übernachtungen, Stadtrundfahrt, Hubschrauberflug, Rabatt bei Macy's und Bloomingdale's, 849 Euro (p.P. im DZ), zu buchen bei www.visit-nyc.de.
Vorsicht vor dem Zoll
Wer leicht dem Kaufrausch erliegt, sollte vorher unter www.zoll.de die Vorschriften studieren.
Limit Als Mitbringsel bei Flug- und Seereisen gilt bei Wiedereintritt in die EU ein zollfreies Limit von 430 Euro Warenwert für jeden, der mindestens 17 Jahre alt ist, für Jüngere gelten 175 Euro.
Kontrollen Für den Fall einer Zollkontrolle bei der Rückkehr rät eine Sprecherin der Zollverwaltung, den Kaufbeleg bereitzuhalten, sonst werde der Wert der Ware geschätzt. Was über dem Limit liegt, muss beim Zoll mündlich angemeldet werden. Danach wird eine Pauschale berechnet (17,5Prozent des Warenwertes) und sofort kassiert. Übersteigt der Wert jedoch 700 Euro, wird der Zolltarif errechnet. Günstiger ist es, ein Paket bei der Post aufgeben, dann gilt das Limit nicht.



