Luxushotel in Abu Dhabis Wüste: Urlauben wie die Scheichs
VON MARTINA STÖCKER - zuletzt aktualisiert: 17.08.2010 - 07:28Düsseldorf (RPO). Die Scheichs verbringen ihre Wochenenden gerne im Qasr al Sarab in Abu Dhabi. In dem Fünf-Sterne-Hotel mitten im Nirgendwo sind sie der Wüste und dem Luxus ganz nah.
Der Sand fließt zwischen den Zehen hindurch. Er fühlt sich kühl an und weich. Mühsam stapfen die Gäste hinter Guide Atif die mächtige Düne hinauf. Oben angekommen, setzen sie sich, blicken gen Osten und warten. Ein frischer Wind weht ein Brummen in die Stille. „Das sind die Maschinen eines Ölfeldes“, erklärt Atif und zeigt dann auf den Horizont. Die Sonne geht auf, wie von einem unsichtbaren Seil emporgezogen. Nur wenige Minuten dauert es, dann steht der leuchtende Ball am Himmel.
Wer dieses Schauspiel erleben möchte, der muss früh aufstehen. Um fünf Uhr geht es mit zwei großen Jeeps los. Nur schwer kommen die Gäste des Qasr al Sarab in der Frühe aus den komfortablen King-Size-Betten. Aber das, was es dann in der Rub’-al-Khali-Wüste zu erleben gibt, entschädigt für den Schlafentzug. Nahezu 300 Meter hoch ragen die Dünen in der weltweit größten zusammenhängenden Sandfläche auf, sie schillern in den unterschiedlichsten Farben. Atif zeigt auf Spuren im weichen Untergrund: Eine Eidechse und eine Sandgazelle sind auch früh wach.
Auf dem Rückweg ragt das Qasr al Sarab wie eine Festung in der Wüste auf. Zwölf Kilometer liegt es vom Highway entfernt, erbaut wurde es mitten im Nirgendwo. Eine Betonfabrik wurde dafür eigens in die Wüste gesetzt. Drei Jahre dauerten die Arbeiten, in Spitzenzeiten waren 5000 Menschen zugleich auf der Baustelle. Geld spielte wie immer am Golf keine Rolle, die Herrscherfamilie Abu Dhabis war der Auftraggeber. Ihre Vorfahren stammen aus den Wüstenoasen, man zeigt sich stolz auf das Erbe und möchte die Faszination des Landes auch Gästen nahebringen. Deshalb wurde Wert gelegt auf eine traditionelle Ausstattung: Holzdecken und Türen sind zum Beispiel handgeschnitzt. Mehr als 1800 Originale wie Kamelstöcke oder lederne Satteltaschen dienen als Dekoration.
Anreise per Helikopter
Wochenende: Erst kürzlich verbrachte der Scheich von Dubai einige Tage in der Wüste, heutzutage verbunden mit dem Komfort eines Fünf-Sterne-Hauses. Er und königliche Gäste wohnen in den abseits gelegenen Royal Pavillons. Für betuchte bürgerliche Gäste stehen 142 Zimmer und 42 Villen (zum Teil mit Pool) bereit. Die Anreise per Helikopter ist selbstverständlich möglich.
Zurück von der kleinen Wüstenwanderung erwartet die Frühaufsteher auf der Hotelterrasse das Frühstück. Das Müsli darf mit Kamelmilch genossen werden, alles andere ist von der französischen Küche geprägt. Wem das Brötchenschmieren lästig ist, nimmt sich Kanapees mit pochiertem Ei oder Roastbeef vom Büfett. Abends reicht Eric Martinet, der einst mit Sternen dekorierte Chefkoch von der Côte d’Azur, Ravioli und Crème brulée von der Entenstopfleber, Pilze an Parmesanschaum, kurz gebratenen Thunfisch mit Sesamkruste, Entrecôte mit Maronen und zum Abschluss Dreierlei von Erdbeeren und Basilikum - seltsam anmutender Luxus in dieser unwirtlichen, lebensfeindlichen Welt.
Dass die Natur die Abläufe in dem Luxushotel bestimmt, erleben die Gäste am Abend. Ein Sandsturm zieht auf. Der zwingt im Qasr al Sarab zum Nichtstun. Draußen kann sich niemand aufhalten. Selbst die Kameltouren werden abgesagt - überraschend für Europäer: Kamele mögen keinen Sandsturm, er macht sie aggressiv. Die Körnchen sind so fein, dass sie wie Geschosse wirken und zum Beispiel die Augen verletzen. Den kurzen Weg zum Spa schaffen allerdings alle Gäste, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Schwieriger ist es, sich auf der weitläufigen Anlage zu orientieren: Welche Treppe führt zum Pool, wo geht der Weg ab zum Zimmer?
Die thailändische Hotelkette Anantara führt das Qasr al Sarab und legt deshalb größten Wert auf Wellness und Entspannung. Unterschiedliche Anwendungen warten auf den Gast: die sanfte Massage oder die etwas härtere Gangart bei der Thai-Variante, finnische Saunen, Dampfbäder und der klassische Hamam. In allen Räumen ermöglichen große Fenster den Blick in die Wüste, dazu gurgelt Wasser in Brunnen. Das kann nur eine Wohlfühloase sein.
Info:
Hotel Zimmer in sieben Kategorien, vier Restaurants, Spa. Aktivitäten wie Wüstenwanderungen, Jeep-Safaris, Bogenschießen, Falknerei.
Preise Ein Zimmer kostet regulär ab 530 Euro die Nacht. Oasis Dining Special: Gültig bis 30. September 2010 inklusive Übernachtung, Frühstück und Abendbüfett. Ab 300 Euro pro Zimmer.
Internet: www.qasralsarab.anantara.com


