350 Sonnentage in Palm Springs: Urlauben wie Marilyn Monroe und Frank Sinatra
VON THOMAS HESSE - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 14:14Düsseldorf (RP). Palm Springs ist eine Oase, umgeben von Bergen und Wüste. Die kalifornische Stadt zählt 350 Sonnentage im Jahr und mehr als 130 Golfplätze. Das gefiel schon Marilyn Monroe und Frank Sinatra. Heute ist sie ein Urlaubsort für alle, die Annehmlichkeiten und Natur schätzen.
Die St. Andreas-Verwerfung ist 15 Meter breit, 15 Meter tief, sie reicht von Mexiko bis St. Francisco. Es stoßen zwei Kontinente aneinander, geologisch gesehen. Die Fachleute horchen kilometerweit in die Tiefe und erleben ständig kleine Erdbeben. Wenn es dort unten knistert, sagen sie, sei alles in Ordnung. Es ist lange her, dass es kein bisschen mehr knisterte. Das war 1906, als San Francisco wackelte, stürzte und brannte. Die Kalifornier wissen um die Gefahr, aber sie leben entspannt damit. Wer sich der St.Andreas-Fault von Palm Springs aus nähert, erkennt schon aus der Ferne einen Palmengürtel mitten in der Öde.
Fahrt mit dem Jeep mitten ins schmalstreifige Paradies, dessen lebensspendendes Nass aus der Tiefe ein einmaliges Biotop hat entstehen lassen: Bunt-exotische Vögel kreischen, Schmetterlinge taumeln von Blüte zu Blüte. Die kernige Führerin weist auf eine sich windende Schlange. Wenig später donnert sie mit ihrer Reisegruppe im Slalom durch schmale Canyons und vorbei an Goldgräberhütten, bremst abrupt, um die Fährte eines Berglöwen zu zeigen oder auf sich sonnende Eidechsen aufmerksam zu machen.
Das Kalifornien um und in Palm Springs ist ein Land der Gegensätze, Palm Springs bildet darin eine schillernde Stadt. Das liegt nicht allein an den nahen Santa Rosa Bergen mit bis zu 330 Meter Höhe, die im Schein der Abendsonne in allen Gold- und Ockertönen erstrahlen. Vielmehr besitzt der Wüstenort eine einzigartige Historie als Urlaubsadresse der Reichen, Schönen und Berühmten. In der Oase in der kargen Landschaft der Mojave-Wüste war schon immer jeder so jung, wie er sich fühlt: Dort sonnten sich Hollywood-Legenden von Kirk Douglas bis Frank Sinatra, John F. Kennedy übernachtete im selben Hotel wie Marilyn Monroe. Die wurde einst am Pool eines Tennisclubs in Palm Springs entdeckt.
Doch die Oase versteht sich als ein Urlaubsort für alle. Neue, preiswerte Hotels wie das Ace Hotel & Swim Club oder auf hohem Niveau im Retro-Look das Riviera Resort & Spa wenden sich an Familien und ein junges Publikum. Es gibt mehr als 130 Golfplätze, 130 Hotels für jeden Geschmack und Geldbeutel, noch mehr Zweitvillen reicher Amerikaner, wöchentlich ein Straßenfest und jährlich 350 Tage mit Sonnenschein. Kälter als 20 Grad wird es nie, sehr heiß schon, weshalb man auf die Reisezeit achten sollte.
Bauhaus-Bungalows in der Wüste
Vor drei Jahren wurde Palm Springs in die Liste der zwölf erhaltenswerten Stätten Amerikas aufgenommen. Die Schönen und Reichen wetteiferten zuvor um die besten Architekten und die ausgefallenste Gestaltung ihrer Villen. Die Bauten des Schweizers Albert Frey sind Legende, und so viel Bauhaus-inspiriertes Wohnen ist nirgendwo auf der Welt so dicht versammelt wie hier im Westen der USA.
Wer mehr darüber wissen will, bucht am besten eine Architekturtour mit Robert Imber. Der 59-Jährige ist Kenner des „Mid Century Modernism“-Baustils, der heute erfolgreich touristisch vermarktet wird. Die Bungalows aus Stahl, Glas und Beton, jeder selbstverständlich mit üppigem Pool, sind im Originalzustand erhalten. Robert bietet zudem Glanz und Glamour, wenn er in seinem Van gemächlich an den Häusern der Stars entlang gleitet. Dort wohnte Elvis Presley mit seiner Priscilla, da Cary Grant, hier Marilyn Monroe. In Frank Sinatras „Twin Palm Estate“ traf sich das „Rat Pack“ aus Bing Crosby, Sammy Davis jr. und Dean Martin. „Sobald er nach Hause kam, hat Frank eine Fahne gehisst. Das hieß: es gibt Cocktails,“ berichtet Robert schmunzelnd.
Gemütliche Kleinstadt-Atmosphäre
Trotz Glamour, Geld und Luxus: Palm Springs wirkt nicht laut, sondern beschaulich. Die 45.000 Einwohner zählende Stadt hat weder Hochhäuser noch riesige Einkaufszentren. Stattdessen herrscht gediegene Kleinstadt-Atmosphäre. Auf dem Palm Canyon Drive floriert das Treiben um Cafés und hübsche Läden. Restaurants für jeden Geldbeutel gibt es satt. Selbst wenn es sehr warm wird, kann man hier entspannt draußen speisen, denn Wassernebel aus kleinen Düsen senkt sich von den Sonnendächern kühlend um die Tische herab.
Für ein schlechtes Gewissen über diesen vermeintlich laxen Umgang mit Ressourcen besteht kein Grund: Die vielen Golfplätze, Pools und Gärten schlucken zwar gigantische Mengen an Wasser. Doch kaum irgendwo in den Staaten ist Wasser so billig wie an diesem Fleck in der Wüste. Das klingt paradox, erklärt sich aber durch das enorme Vorkommen an Grundwasser, das sich nur wenige Meter unter dem Erdboden befindet.
In Palm Springs nicht versäumen: Die Fahrt mit der „Palm Springs Aerial Tramway“, einer modernen Seilbahn mit rotierenden Kabinen aus Schweizer Produktion. Sie führt von Palm Springs auf 2500 Meter Höhe in die Berge des Mount San Jacinto Naturschutzgebietes. Von oben ist der Blick über Palm Springs und die Mojave-Wüste spektakulär. Man sollte sich allerdings warm anziehen, denn auf den Bergen ist es fast 20 Grad kälter als unten in der Wüste. Im Winter und im Frühjahr liegt noch Schnee.
Empfehlenswert auch ein Besuch des Indian Canyons oder die Tour zum 32 Kilometer entfernten Joshua Tree Nationalpark, neben dem Death Vallye der interessanteste Teil der kalifornischen Wüsten mit bizarrer Natur und haushoch aufragenden Gesteinsformationen, so als hätten Riesen mit Felsblöcken gespielt.
Info:
Anreise Mit United Airlines (www.united.com) nach Palm Springs mit Zwischenstopp in Los Angeles, Denver oder San Francisco. Alternativ mit United, Lufthansa oder Air Berlin nach Los Angeles, weiter per Mietwagen.
Einreise Es ist ein maschinenlesbarer Reisepass erforderlich sowie vorab eine Online-Anmeldung unter https://esta.cbp.dhs.gov (gebührenfrei).
Klima Trockenes und warmes Wüstenklima. Im Sommer sehr heiß. Beste Reisezeit: September bis Mai.
Auskünfte Palm Springs Bureau of Tourism, c/o BZ.Comm, Robert-Bosch-Straße 28, 63225 Langen (Tel. 06103/833 56 86, E-Mail info@palm-springs.de, www.palm-springs.de; www.visitpalmsprings.com.
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