Beliebtes St. Peter-Ording: Warum Strandcafés auf Pfählen stehen
zuletzt aktualisiert: 10.05.2007 - 09:06St. Peter-Ording (RPO). Alles ist anders am größten Festlandstrand Deutschlands. Die Hütte der Badeaufsicht und das Strandrestaurant stehen auf Pfählen. Hunde dürfen nicht nur mit an den Starnd, sondern auch mit ins Wasser. Die sehr große Freiheit zieht viele Urlauber mit Kindern und Sportler wie Kitesurfer und Segler an.
Die meisten Einheimischen freuen sich, dass sich ihr Ort wieder mit Leben füllt. Vor 30 Jahren war der Ort in eine Art Dornröschenschlaf gefallen. Die Urlauber wurden immer älter, und im einst mondänen Ortsteil Bad wirkte das Stadtbild mit Kastenhotels und Kurstätten immer altmodischer. Nun wird allerorten renoviert - rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum als Nordseeheil- und Schwefelbadbad, das 2008 gefeiert wird.
St. Peter-Ording unter den Top-Ten
Nach wie vor kommen besonders die Hamburger gerne in das 1,5 Stunden entfernte St. Peter-Ording, viele haben inzwischen sogar ein Ferienhaus in dem Ort. An Spitzentagen im Sommer tummeln sich bis zu 40.000 Badegäste an den Stränden, 2,2 Millionen Übernachtungen im Jahr werden gezählt. "Damit gehört der Ort zu den Top Ten in Deutschland", sagt Tourismusdirektor Bernd Paulsen.
St. Peter-Ording streckt sich zwölf Kilometer entlang der Nordsee. Einen einzigen Dorfkern gibt es nicht, es sind gleich vier Ortsteile: Böhl, Dorf, Bad und Ording - wobei sich die Kureinrichtungen überwiegend in Bad befinden. Das Dorf dagegen hat eher gemütliche Restaurants, schöne Geschäfte und elegante Einfamilienhäuser. In Böhl wohnten lange vor allem Einheimische. Heute stehen auf den großen Grundstücken von Böhl viele Reetdachhäuser. Auch ein 9-Loch-Golfplatz wurde vor einigen Jahren gebaut, dem bald ein 18-Loch-Platz folgen soll.
Kitsurfer und Segler bestaunen
Die ebenfalls zwölf Kilometer langen und bis zu 1000 Meter breiten Strände von St. Peter-Ording sind der eigentliche Anziehungspunkt. Der Strand von Ording ist der größte und belebteste. Hier haben die Strandsegler, Kitesurfer und Nudisten ihr Terrain. Am Böhler Strand tummeln sich Reiter, Surfer und Spaziergänger, am Südstrand von Dorf liegen eher die Sonnenanbeter. Auf den Böhler und Ordinger Strand kann man mit dem Wagen fahren, der Strand von Bad dagegen ist nur fußläufig über die Seebrücke zu erreichen.
Und warum sind die Bauten an den Stränden von St. Peter-Ording quasi aufgebockt? Das ist schon seit mehr als 100 Jahren so - das Wasser überschwemmt den weitläufigen Strand zu oft. Der erste Pfahlbau wurde 1911 errichtet. "Heute hat jeder Strand drei Gebäude auf Pfählen", sagt Paulsen. "Ein Restaurant, eine Strandaufsicht und eine Toiletteneinheit." Am Wasser herrscht immer ein frischer Wind, auch dafür ist St. Peter-Ording bekannt. Die steife Brise machte den Ort zum beliebten Ziel für Kitesurfer. Im vergangenen Jahr wurde hier erstmals der Kitesurf-Weltcup ausgerichtet, der im August wieder stattfindet. Und vom 3. bis 5. August gibt es in St. Peter-Ording auch die Deutsche Meisterschaft im Kitesurfen.
"Ponderosa" der schönste Spielplatz
Wem einmal nicht nach Meer ist, der macht einen Spaziergang entlang der Dünen oder durch den Ordinger Wald. Der Westküstenpark mit seinem Robbarium ist interessant für Tierliebhaber und Kindern. Für letztere gibt es auch rund ein Dutzend Spielplätze. Der schönste soll am Strandweg liegen und "Ponderosa" heißen.
Die größte Baustelle von St. Peter-Ording ist derzeit in Bad. Hier wird die Promenade für mehr als sechs Millionen Euro neu gestaltet. Fast fertig ist auch das neue Hotel an der Promenade. An der Optik des "Strandgut" scheiden sich die Geister. Manche finden das an Bauhaus-Architektur angelehnte Gebäude aus schwarzen Steinen einfach nur hässlich, andere wiederum schwärmen von der modernen Optik. Auch ein Hotel darf in St. Peter-Ording offensichtlich ein wenig anders sein.



