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panorama kambodscha 2011
  Foto: gms
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Exotisches Kambodscha: Zu Besuch im Land der 1000 Tempel

VON BRIGITTE BONDER - zuletzt aktualisiert: 06.03.2011 - 11:03

Düsseldorf (RP). Kambodscha verzaubert auf den ersten Blick mit mehr als 1000 Tempeln. Doch das ehemalige Königreich der Khmer bietet längst mehr als nur Angkor Wat.

Die Dunkelheit der Nacht liegt über dem Urwald. Schon vor dem Morgengrauen ist die Luft drückend heiß, es herrscht Tropenklima in vollkommener Finsternis. Taschenlampen blitzen zwischen den Palmen hervor und erhellen den holprigen Weg aus unregelmäßig verlegten Steinplatten. Das morgendliche Konzert der Grillen mischt sich unter leises Getuschel.

Am Ufer des kleinen Sees vor Angkor Wat warten einige Frühaufsteher, um den berühmtesten Tempel Kambodschas bei Sonnenaufgang zu fotografieren. Der Morgenhimmel färbt sich sanft rosa, und die Silhouette der drei markanten Türme zeichnet sich in dunklem Grau ab. Der knapp 1000 Jahre alte Tempel spiegelt sich in zwei Teichen vor der großen Ehrenterrasse des Bauwerks. Er ist das beliebteste Fotomotiv Kambodschas – und das Wahrzeichen des Landes.

„Do you want postcards?“, fragt ein kleines Khmer-Mädchen vor dem Tempel Angkor Thom die Touristen. Es bietet mit einem freundlichen Lächeln Zehnerpakete mit Tempelmotiven an. Vor den berühmtesten Tempeln drängen sich viele kleine Händler und bieten Schals, Armbänder oder kopierte Bücher an. Die Andenken haben einen Standardpreis: „Only one Dollar.“

Bereits wenige Schritte abseits der Hauptsehenswürdigkeiten ist nur noch tropisches Vogelgezwitscher zu hören. Im dichten Wald aus Würgefeigen und Kapokbäumen sind in angenehmer Ruhe unzählige Tempel und steinerne Überreste des ehemaligen Königreiches zu entdecken.

Architektonische Meisterleistungen

Die mehr als 200 Quadratkilometer große Region Angkor liegt nördlich der kambodschanischen Stadt Siem Reap inmitten des Dschungels. Zwischen dem neunten und 15. Jahrhundert war Angkor das Zentrum des Khmer-Königreiches Kambuja, einer Hochkultur, die architektonische Meisterleistungen vollbrachte. In der Region wurden nacheinander mehrere Hauptstädte unter verschiedenen Herrschern errichtet. Angkor Wat ist der größte der mehr als 1000 Tempel, deren grau verwitterte Sandsteinspitzen noch heute aus dem dichten Urwald hervorschauen.

Die Stätte des Weltkulturerbes ist ein Besuchermagnet. Wer die Massen scheut, sollte sich gegen den Strom bewegen, denn mittags ziehen die 200 steinernen Gesichter des Angkor Thom, die von den Türmen in alle Himmelsrichtungen schauen, nur wenige Besucher in ihren Bann. Später lohnt sich die Fahrt zum Urwaldtempel Ta Phrom. Die Wurzeln der riesigen Bäume ranken sich entlang der Mauern und verleihen dem Tempel wildromantisches Flair.

Nach einem langen Tag bietet die Kneipenmeile in Siem Reap Entspannung. Der neuste Schrei ist eine Fischmassage. Für drei Dollar knabbern kleine Fische die Haut an den geschundenen Füßen ab: ein kitzelndes Erlebnis. Mit dem Tomb-Raider Cocktail in der traditionellen Red Piano Bar gestärkt, geht es am Abend in die Pub Street. Dort reichen ein paar US-Dollar in der Tasche aus. Überall, vom Straßenmarkt bis hin zum schicken Restaurant, kann man mit der US-Währung bezahlen.

Pulsierendes Phnom Penh

Kambodscha ist mehr als Angkor Wat. Eine regelmäßige Busverbindung führt über Land in die pulsierende Metropole Phnom Penh. An den Fenstern des Autos rauschen die saftig grünen Reisfelder des Hinterlandes vorbei. Kühe stehen am Straßenrand, der Reis trocknet auf großen, bunten Plastikplanen. Nach fünf Stunden Fahrt wechselt das Bild. Unzählige Mopeds drängen sich hupend durch die Straßen der geschäftigen Hauptstadt Kambodschas. Auf den Bürgersteigen bieten kleine Marktstände exotische Früchte, am Straßenrand warten Tuk Tuks, die dreirädrigen Mini-Autos, auf Gäste.

Früh morgens herrscht im Königlichen Palast noch Ruhe. Die strahlend weißen Gebäude mit pagodenartigen, gelbroten Dächern und verschnörkelten Giebeln verteilen sich in einem gepflegten Garten mit Seerosenteichen, kunstvoll beschnittenen Bäumen und kleinen Palmen.

Ein Buddha aus purem Gold

Besonders sehenswert sind die prächtige Thronhalle und die Silberpagode, die mit tausenden Silberplatten ausgelegt ist und den kostbarsten Altar der Welt beheimatet: Ein Buddha aus purem Gold, viele tausend Diamanten und ein Smaragd-Buddha bringen den Schrein zum Leuchten.

Einen Überblick über die dunkle Seite der Historie des Landes bietet das Tuol-Sleng Museum. Unzählige Porträts von Gefangenen starren in dem ehemaligen Konzentrationslager von den Wänden herab, Folterinstrumente sind in den Zellen ausgestellt.

Ein Ort der Ruhe in der quirligen Hauptstadt ist der strahlend weiße Bergtempel Wat Phnom. Rosa Löwen bewachen den riesigen Altar im Innenraum. Viele Einheimische sitzen auf dem Rasen rund um den Tempel zum Picknick. Der letzte Stopp der 20-Dollar-Tagestour ist das berühmte FCC Hotel direkt am Fluss Tonle Sap.

Auf der Lebensader Kambodschas, dem Mekong, geht es am nächsten Tag mit dem Schnellboot gen Süden nach Vietnam. 21 zerknitterte Dollarscheine wechseln den Besitzer. Knapp fünf Stunden springt das kleine Schiff über die braunen Wellen. Stopp an der Grenze: Das Boot legt an einem wackeligen Holzsteg an, die Reisenden gehen zur Kontrollstelle. Mit einem bürokratischen Blick wird die Ausreise aus Kambodscha besiegelt. Die drei Türme des Angkor Wat sind im Reisepass verewigt.

Infos:

Anreise Flug von Frankfurt mit Korean Air mit einem Stopp in Seoul direkt nach Siem Reap. Lange Flugzeit, aber guter Preis ab ca. 800 Euro; Flug von Frankfurt mit Vietnam Air mit einem Stopp über Ho Chi Minh City nach Phnom Penh, ab ca. 900 Euro.

Unterkünfte

Siem Reap Borei Angkor Resort & Spa: Traditionell kambodschanisches Fünf-Sterne-Hotel nahe der Innenstadt von Siem Reap. Riesiges Frühstücksbuffet, großzügige Zimmer, Pool und Spa (www.boreiangkor.com), ab ca. 120 Euro.

Hotel de la Paix: Das Fünf-Sterne Boutique Hotel liegt im Herzen von Siem Reap und wurde zu den „101 Best Hotels in the world“ des UK Tatler Travel Guide gewählt (Ausgabe 2011). Strahlend helle, großzügige Zimmer. Großer Spa Bereich und Pool mitten in der Stadt. (www.hoteldelapaixangkor.com), ab ca. 200 Euro.

Angkor Way Hotel: Ausgezeichnetes Hotel mit Pool zum kleinen Preis. Die Lage ist für Tempelbesucher optimal: Das Hotel liegt auf dem Weg von Siem Reap nach Angkor Wat, (www.angkorwayhotel.com), ab ca. 25 Euro.

Phnom Penh Lebiz Hotel + Library: Zentral gelegenes Hotel mit modernen Zimmern. Sehr gutes Restaurant in der stylischen Lobby mit Ausblick auf das quirlige Phnom Penh, (www.lebizhotel.com), ab ca. 60 Euro.

Allgemeines Sehr hilfreich ist ein aktueller Reiseführer über Kambodscha für das Handgepäck. Ganz neu: Stefan Loose Travel Handbücher Kambodscha Dumont Reiseverlag mit Tipps zu Unterkünften und Reisemitteln sowie einem umfassenden Kulturteil.

Quelle: RP

 
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