Urlaub auf den Malediven: Zu Gast bei Robinson
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 01.03.2011 - 09:47Düsseldorf (RP). Weiße Traumstrände und eine intakte Unterwasserwelt erleben Urlauber auf den Malediven. Seit einem Jahr betreibt auch der Robinson Club eine Ferieninsel im Indischen Ozean.
Die kleinen Haie sind wieder da. Neugierig schwimmen zwei Schwarzspitzenriffhaie, gerade mal so lang wie der Unterarm eines Erwachsenen, im wenige Zentimeter tiefen Wasser direkt am Ufer. „Unsere Haushaie“, sagt Heinz Trautmann, Manager des ersten Robinson Clubs auf den Malediven, mit einem Grinsen zwischen welterfahrener Lässigkeit und Stolz. „Die sind eigentlich immer am Bootssteg.“ Und das sehr zur Freude der schnorchelnden Urlauber, die das völlig ungefährliche Treiben der Baby-Haie durch die Tauchermaske beobachten und zu Hause immerhin ungelogen behaupten können: „...und dann schwamm der Hai direkt auf mich zu!“
Die Größe des Tieres sollte man allerdings zugunsten der heldenhaften Wirkung der Geschichte lieber nicht erwähnen. Furchteinflößend sind die kleinen Tiere selbst unter Wasser nicht - und da wirken sie immerhin aufgrund der Lichtbrechung durch Wasser und Maskenglas ein Drittel größer, als sie sind. Wer sich beim Schnorcheln etwas weiter vom Ufer weg wagt und am Hausriff die intakte Unterwasserwelt bewundert, trifft auch schon mal die größeren Brüder der Mini-Haie oder stattliche Napoleonfische und Schildkröten.
Vor einem Jahr hat der Robinson Club Maldives auf der Insel Funamadua im Gaaf-Alif-Atoll eröffnet; 450 Kilometer von der Hauptstadt-Insel Malé und 60 Kilometer vom Äquator entfernt. 256 Mitarbeiter aus 17 Nationen kümmern sich um die maximal 204 Gäste, die in Strand- oder Gartenvillen, groß wie eine Zweizimmerwohnung, oder Wasserbungalows nächtigen.
Die 107.000 Quadratmeter große Insel wurde nicht gerodet, um Platz für die Häuschen zu schaffen. Das hat zur Folge, dass es viele große Palmen und Hecken gibt - und Clubmanager Heinz Trautmann beim allmorgendlichen Inselrundgang schaut, ob die Zugänge der Strandvillen zum Indischen Ozean nicht zugewuchert sind. Schließlich sollen die Gäste das türkis glitzernde Meer sehen, wenn sie im Bett liegen oder auf ihrer Terrasse sitzen. Die Aussicht ist schlicht großartig und in den Wasserbungalows sogar nach unten möglich: In die Böden sind Glasscheiben eingelassen.
Fast alle Lebensmittel aus Deutschland
Laute Animation gibt es nicht im Club, die Robinson-typischen Angebote wie Malkurse im Atelier oder Yoga-Stunden im Fitnessbereich aber schon. Die kulinarische Versorgung der Gäste ist ein logistischer Kraftakt: „80 Prozent der Lebensmittel kommen aus Deutschland“, sagt Trautmann. Nur die frischen Waren seien aus der Region. Alle zehn Tage werden die Vorratskammern aufgefüllt. 20 Mitarbeiter brauchen dann 5,5 Stunden, um das Ladeboot auszuräumen.
Die Gäste entspannen derweil auf einer maledivisch-schönen Insel: weißer Sandstrand, klares Wasser, bunte Unterwasserwelt und ganz viel Ruhe. Die perfekte Umgebung für die Flitterwochen - auch 25 Jahre nach der Hochzeit. „Renewal“, die Erneuerung des Eheversprechens, liegt im Trend, sagt Clubmanager Trautmann, der aus dem Rheinland stammt und fröhliche Gelassenheit ausstrahlt. Ob nach zehn oder 25 Jahren: Immer mehr Paare geben sich das Ja-Wort ein zweites Mal. Trautmann, dann ganz in Weiß gewandet, gibt als Inselbürgermeister im Sand den Standesbeamten.
Wem das an Romantik nicht reicht (oder wer nicht „Ja“ sagen will), der kann es noch ein bisschen privater haben. Robinson bietet Strandbarbecues auf dem unbewohnten Nachbareiland Banvigili an. Im Boot werden die Gäste samt Grill und Kochteam über das Meer geschippert. 249 Dollar kostet das Dinieren pro Person. Ab dem dritten Teilnehmer sind es 190 Dollar.
Das Leben im Robinson Club auf den Malediven soll möglichst autark sein. Eine Entsalzungsanlage produziert 10.000 Liter Wasser pro Stunde - verbraucht werden täglich 120.000 Liter. Eine Soda-Anlage, die dann für sprudelndes Trinkwasser sorgt, ist im Bau. Der Müll wird größtenteils auf der Insel geschreddert und verbrannt. Plastik und Dosen werden gepresst und per Schiff auf eine Abfallinsel bei Malé gebracht. Die Gäste bekommen davon nichts mit, sondern verbringen ihren Urlaub im Fototapeten-Idyll, das mit einem abgegriffenen, aber einzig passenden Wort zu beschreiben ist: Paradies.
Infos:
Hinkommen Es gibt Flüge unter anderem von Düsseldorf und Frankfurt nach Malé, beispielsweise direkt mit Air Berlin oder mit Emirates (via Dubai), ab etwa 1100 Euro. Ansonsten ist der Club über Tui im Komplettpaket buchbar: Eine Woche (inkl. Flügen und Bootstransfer) kostet für Erwachsene (im DZ) pro Person ab 2370 Euro. Bei eigener Anreise ab 1220 Euro.
Wann Die beste Reisezeit ist Januar bis April. Von Mai bis Oktober ist Regenzeit. Temperaturen: Luft - 29 bis 33 Grad. Wasser - etwa 28 Grad.
Club Der Robinson Club liegt 450 Kilometer von der Hauptinsel Malé entfernt. Von dort geht es per Inlandsflug (45 Min.) weiter zur Insel Kaadedhdhoo und von dort aus mit dem Speedboot (25 Min.) zum Club.
Zimmer Die 101 Zimmer, zwischen 65 und 240 Quadratmeter groß, haben - bis auf die Wasserbungalows - ein Open-Air-Badezimmer. Die Wasserbungalows sind für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben. Für Jugendliche ab 13 Jahren gibt es in den Ferien Programme.
Aktives Wassersportmöglichkeiten (Tauchen, Surfen, Kanu, Hochseeangeln), Fitnesscenter, Sportkurse, Spa.
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