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panorama spreewald 2010
  Foto: www.spreewald.de

Durch den Spreewald schippern: Berlins grünes Venedig

zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 - 15:27

Lübbenau (RPO). Nur eine Stunde südlich von Berlin liegt eine Oase, die mit dem Großstadttrubel so rein gar nichts mehr zu tun hat. Hier nisten Störche, Libellen surren übers Wasser. Der Spreewald ist das grüne Venedig der Hauptstadt, und wie in Italien kann man sich hier von einem Gondoliere durch hunderte Kilometer Flussläufe und Kanäle schippern lassen.

Seit rund 20 Jahren ist das kaum bewohnte Gebiet ein Unesco-Biosphärenreservat. Besonders gut lässt sich dieses "Grüne Venedig" mit seinen vielen seltenen Tierarten wie Fischottern, Kranichen und Störchen bei einer Fahrt mit einem Paddelboot oder einem der Holzkähne über die Fließe erkunden. Gerade bei einer der zahlreichen, beispielsweise rund um Lübbenau angebotenen Kahntouren kann man in das Innere des Spreewaldes, den Hochwald, fahren.

Der Fährmann bewegt den Kahn mit einer langen Eschenholzstange vorwärts. Immer wieder zieht der "Spreewald-Gondolier", wie Theodor Fontane ihn einst bezeichnete, sie bedächtig aus dem Wasser, stößt sie ein Stückchen weiter erneut in den Boden und stemmt sich dagegen. "Vorsicht!", ruft er schelmisch gleich zu Beginn. "Bei Durchfahrten unter der Brücke bitte auf Arme und Beine aufpassen - wir haben keine Ersatzteile dabei."

Der mehr als 48.000 Hektar große Spreewald bildete sich nach der letzten Eiszeit. Als das Schmelzwasser abzog, schwemmte es Sand in die Region. Dadurch bildeten sich nicht nur kleine inselartige Erhöhungen, auf denen Siedlungen entstanden. Die Spree teilte sich außerdem rund um diese sandigen Erhöhungen in hunderte Wasserarme und ließ so das große Fließlabyrinth entstehen.

Vieles davon steht heute unter Naturschutz, Teile sind jedoch befahrbar: Auf rund 250 Kilometern kann man sich mit dem Boot durch Wälder, weite Wiesen und kleine Dörfer mit Holzhäusern treiben lassen. Bei einer Fahrt mit einem Kahn entdecken Besucher allerdings meist nur einen Ausschnitt des Spreewaldes, fahren die Fährmänner mit den Besuchsgruppen doch oft über feste Routen und steuern dabei häufig auch ein Ausflugslokal mitten im Grünen an.

Außerdem kann es auf den größeren Wasserwegen gerade im Sommer etwas voller werden. Wer mehr Ruhe will und nichts gegen ein sportliches Training der Arme hat, bringt sich daher sein eigenes Paddelboot mit oder leiht es bei einem der zahlreichen Anbieter.

Die Spreewald-Kähne sind auch im Alltag wichtig für viele Bewohner der Region: In Gegenden, zu denen kein noch so schmaler Weg von einer der Hauptstraßen hinführt, holt die Müllabfuhr den Müll mit Kähnen. Auch die Polizei ist dann auf den Wasserweg angewiesen - und die Post kommt ebenfalls mit einem - gelben - Kahn.

Über die Landesgrenzen hinaus berühmt ist der Spreewald für seine Gurken. Vor allem in Lübbenauweiter haben die Gurkeneinlegereien oft eine lange Tradition. Wer mag, kann einem der ausgeschilderten Radwege wie der "Lübbenauer Gurkentour" folgen und mehr über die Spreewaldgurke und den Anbau der Gewürzkräuter erfahren.

Kahnfahrten: Die Kahnfahrten vom Großen Spreewaldhafen in Lübbenau starten etwa von März bis Oktober täglich ab etwa 9.30 Uhr. Es werden mehrere Touren von unterschiedlicher Dauer angeboten. Die meisten starten ohne feste Abfahrtszeiten, sondern sobald der Kahn voll besetzt ist. Informationen gibt es am Großen Spreewaldhafen unter 03542-2225. In der Region gibt es weitere Häfen, zum Beispiel in Lübbenau nahe des Großen Spreewaldhafens sowie in den Orten Lübben und Burg.

Informationen: Tourismusverband Spreewald, OT Raddusch, Lindenstraße 1, 03226 Vetschau (Tel.: 035433/722 99, E-Mail tourismus@spreewald.de). Tourismusverband Spreewald www.spreewald.de, Hafen Lübbenau www.grosser-hafen.de

Quelle: tmn, mais/mais

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