Elbwanderweg: Entlang der Elbe durch Hamburg
zuletzt aktualisiert: 20.07.2010 - 07:35Hamburg (RPO). Wer der Elbe in Richtung Westen durch Hamburg folgt, bekommt einiges zu sehen: den Hafen und die Fischauktionshalle, den Anleger von Teufelsbrück und die Elbhänge von Blankenese.
Hamburg-Besucher sehen die Elbe oft nur ganz flüchtig. Dabei ist unbedingt zu empfehlen, sich ein bisschen Zeit für sie zu nehmen. Dem Ufer folgt der Elbwanderweg, vom Stadtzentrum bis nach Wedel ist er 23 Kilometer lang. Und an der Strecke gibt es so viel zu sehen, dass dafür mindestens zwei Tage eingeplant werden sollten. Wenn nur ein Tag Zeit ist, muss das Programm schlanker ausfallen. Am besten kürzt man dann auch den Weg ein wenig ab.
Mit der Fähre elbabwärts
Wer mit etwas maritimen Flair in den Wandertag starten will, geht an den Landungsbrücken an Bord der Fähre, die elbabwärts unterwegs ist. Dort, gleich neben dem Alten Elbtunnel, legen auch die Schiffe für die Hafenrundfahrten ab. Die Fähre ist eine gute Alternative dazu. Am Elbufer gegenüber ist das Musicalzelt zu sehen, in dem schon seit einer gefühlten Ewigkeit "Der König der Löwen" gespielt wird. Bald danach kommt das "Elbe Dock 17" der Werft Blohm und Voss in Sicht, in dem Luxusyachten genauso wieder flott gemacht werden wie Kreuzfahrtschiffe.
Idylle in Övelgönne
Erster Haltepunkt der Fähre ist der Altonaer Fischmarkt mit seiner Fischauktionshalle. Bis Neumühlen mit dem Anleger am Museumshafen sind es von hier aus nur noch fünf Minuten. Wer dort aussteigt, ist in Övelgönne angekommen. Früher wohnten hier vor allem Lotsen und Fischer.
Ein paar Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen noch. "Kleineleuteklassizismus" nannte der Schriftsteller Peter Rühmkorf, der lange in Övelgönne gelebt hat, den Baustil. Es sind schnuckelige Häuschen, die gemütlich wirken und in deren Vorgärten Rosen, Flieder und Hortensien blühen oder auch mal ein Anker liegt.
Sommerliches Strand-Picknick
Am Elbufer ist an dieser Stelle schon breiter Sandstrand, und viele Hamburger zieht es im Sommer am Wochenende dorthin: zum Grillen, zum Picknicken oder zum Feiern. Manche gehen in Övelgönne sogar ein Stück ins Wasser, das heute viel sauberer ist als noch vor 20 Jahren.
Die "Strandperle" hat hier ihren festen Platz. Vor dem bodenständigen Café, das Studenten genauso schätzen wie Touristen, flattert die Piratenflagge am Mast. Das ist kein Grund zur Beunruhigung, sondern mehr eine Sympathiekundgebung für Hamburgs neuen Erstligaverein FC St. Pauli.
Unweit der "Strandperle" ist mitten in der Elbe ein runder Ponton zu sehen, auf dem ein Mann mit dunkler Hose und weißem Hemd den Schiffsverkehr zu beobachten scheint. Er steht dort regungslos - und das schon ziemlich lange. Kein Wunder: Er ist aus Eichenholz und eine Arbeit des Bildhauers Stephan Balkenhol, der davon gleich mehrere in Hamburg verteilt hat.
Vorbei am "Alten Schweden"
Ein Stück hinter Övelgönne liegt der "Alte Schwede" am Strand. Der Riesenfindling kam in der Eiszeit aus Südschweden nach Hamburg und lag dann ziemlich lange in der Elbe, bis er 1999 mit einigem Aufwand geborgen wurde. Schließlich wiegt er 217 Tonnen und gilt als einer der größten Findlinge Norddeutschlands.
Wer eine erste Pause einlegen möchte, kann das an der "Elbkate", nicht weit vom "Alten Schweden" entfernt machen. Dort stehen Tische und Bänke im Freien, und der Blick fällt auf die haushoch beladenen Containerschiffe, die auf der Elbe ganz langsam vorbeiziehen. Entlang des Wanderwegs am büschebestandenen Ufer ist der Fluss nicht immer zu sehen.
In Teufelsbrück ist deutlich mehr los als auf der Strecke davor: An der Stelle, wo früher eine Brücke über die Elbe führte, ist heute die Fähranlegestelle. An dem Ponton direkt daneben blicken Gäste des Restaurants "Engel" auf den Schiffsverkehr.
Die Häuser von Blankenese
Elbabwärts geht es weiter in Richtung Blankenese, Hamburgs beste Adresse, die nach gut drei Kilometern erreicht ist. In Blankenese, im Mittelalter ein Fischerdorf, stehen auch heute noch Fischerhäuser mit Reetdach. Aber in der Zwischenzeit sind auch etliche Gründerzeitvillen und Jugendstilbauten hinzugekommen sowie viele jüngere, aber oft ebenfalls ganz ansehnliche Häuser mit Elbblick.
Fast zwangsläufig laufen Besucher durch den Strandweg, der seinen Namen zu Recht trägt: Der Strand liegt vor der Haustür und ist sogar richtig breit. Wer hier wohnt, braucht nur ein paar Meter zu gehen, um sich wie im Urlaub zu fühlen - dafür steht das Wasser aber auch vor der Haustür, wenn die Elbe mal über die Ufer tritt. Der Strom ist hier schon 2,5 Kilometer breit. Ein rot-weiß geringelter Leuchtturm zeigt den großen Pötten, wo es langgeht.
Wer nach so vielen Kilometern eine Pause direkt am Wasser machen will, steuert den Anleger Op'n Bullen an. Dort legt die Fähre ab, die ans südliche Elbufer nach Cranz fährt, das schon fast zu Niedersachsen gehört. Auf dem Anleger wartet das "ponton op'n bullen" auf Gäste, wo man entspannt Käsetorte essen und Latte Macchiato trinken kann - oder auch ein Pils zum Fischbrötchen, falls einem das passender erscheint. Egal, was auf dem Teller landet: Der Blick auf die Elbe lohnt sich in jedem Fall.
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