Haben Sie schon mal geklumpert?: Fünf irre Schneesportarten
zuletzt aktualisiert: 02.02.2010 - 15:11Düsseldorf (RPO). Skifahren, Snowboarden und Rodeln kennt jeder. Doch im Schnee kann man sich auch auf ungewöhnlichere Art vergnügen. Wie wäre es, mit einer Kufe unterm Hinterteil ins Tal zu rasen? Oder auf vereisten Wasserfällen zu klettern? Wir präsentieren fünf verrückte Wintersportvergnügen.
Das Rodeln ist eine der beliebtesten Wintersportarten. Dass man aber auch auf einer Kufe ins Tal flitzen kann, davon kann man sich in Tulfes in Tirol überzeugen. Klumpern heißt diese Fun-Sportart. Beim Besuch der Rodel-WM 1972 in Südtirol lernte eine Gruppe aus Tulfes das sogenannte "Rennböckele" kennen, eine Art einkufige Rodel. Sie griffen die Idee auf und bauten das Gerät nach. Die Eisenkufe wurde durch einen Kurzski ersetzt und da man sich nicht an den ursprünglichen Namen des Gefährtes erinnerte, wurde die "Klumper" geboren.
Jeden Donnerstag finden nun im Winter Rennen statt, für die die man bereits nach ein paar Testfahrten qualifiziert ist. Die besten Klumperer treten am 6. Februar zum zweiten Mal zur Weltmeisterschaft an. Der Geschwindigkeitsrekord liegt bislang bei knapp 100 Stundenkilometern.
Info: Anfahrt: A12 Inntalautobahn, Ausfahrt Hall in Tirol - Mitte. Von dort führt eine ca. 6 Kilometer lange Straße auf das Mittelgebirge nach Tulfes. Mit der Sektion 1 der Glungezerbahn gelangt man direkt zur Rennstrecke. Sie befindet sich direkt oberhalb der Mittelstation der Glungezerbahn. www.klumper.at, www.regionhall.at.
Im Raab-Wok durch den Eiskanal
Innsbruck lässt das TV-Kultrennen wieder aufleben: Mit bis zu 100 Stundenkilometern geht es im original Vierer-Wok aus Stefan Raabs "Wok-WM" durch die Olympia-Bobbahn Igls. Mitmachen kann jetzt jeder. Bis Anfang März 2010 erleben Gäste in Innsbruck den ungewöhnlichen Adrenalinkick: 1270 eisige Meter warten auf die Wagemutigen, die sich in einer chinesischen Kochpfanne ins Tal stürzen. 14 Kurven und einen Kreisel gilt es im Wok zu meistern – ein Eishockey-Outfit und Helm sorgen für die nötige Sicherheit. Die Innsbrucker Bobbahn war schon mehrmals Austragungsstätte der "Wok-WM":
Info: Gruppen ab 20 Personen können sich ebenso wie Einzelpersonen anmelden. Termine für Einzelbucher: 20. Februar und 6. März 2010. Startgebühr für zwei Durchgänge 80 Euro pro Person inklusive Schutzausrüstung mit Helm und Eishockey-Protektoren. Anmeldung: Knauseder Event Concept, Tel. 0043-52755386 und 0043-6647913107, office@knauseder-event.at, www.knauseder-event.at
Schlittenhunderennen in Winterberg
Am Karnevalswochenende gehört die Winterberger Kuhlenbergloipe den Huskys. Denn am 13. und 14. Februar startet Deutschlands traditionsreichstes Schlittenhunderennen. Die Veranstalter erwarten rund hundert Gespanne aus ganz Europa mit rund 500 Hunden der unterschiedlichsten Rassen zum 36. Internationalen Schlittenhunderennen. Das Winterberger Rennen ist das älteste in Deutschland. Die Trails sind nur bei ausreichendem Schnee für Hunde und Musher sicher. Angesichts der Wetterlage sind die Veranstalter zuversichtlich, dass es stattfinden wird. Am 11. Februar fällt die Rennleitung die endgültige Entscheidung. Wen das Rennfieber gepackt hat, der kann auf einem separaten Trail selbst einmal Musher sein.
Info: Um die Tiere vor dem Rennen nicht nervös zu machen, bitten die Veranstalter die Besucher darum, keine eigenen Hunde mitzubringen. Für 4 Euro Eintritt, Kinder 2 Euro, sind Zuschauer hautnah am Geschehen. Los geht es am Samstag um 11 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr. Die Siegerehrungen finden gegen 15 Uhr statt. www.winterberg.de
Eiskalte Nächte im Iglu
Urlauben wie die Eskimos: Das Iglu-Dorf in Kitzbühel ist an die Bergstation in Hochbrixen umgezogen. In diesem Winter können Schneefans in 17 Eishütten übernachten. Auch ein Rentiertaxi gehört zum Alpendorf aus Schnee und Eis dazu. Die Rentiere "Manfred" und "Georg" bringen Touristen und Neugierige zu den rundlichen Hütten in 1676 Meter Höhe.
Zwischen den Iglus gibt es große Eisskulpturen, die in wechselhaftes Licht getaucht werden. Zum Iglu-Dorf gehören eine Kirche - ebenfalls aus Eis - und ein großer Iglu-Komplex, der eine Bar, eine Lounge und ein Restaurant beherbergt. Auf Wunsch besteht sogar das Glas in der Eisbar aus echtem Eis.
Info: Im Alpenigludorf sind Übernachtungen bis einschließlich 31. März 2010 buchbar. Übernachtungen für Einzelgäste sind von Donnerstag bis Sonntag möglich. Montag bis Mittwoch ist für Gruppen reserviert. Ganz billig ist die eisige Übernachtung übrigens nicht: Im Zweier-Iglu kostet sie pro Person 210 Euro, im Achter-Iglu werden 185 Euro fällig. www.alpeniglu.com
Klettern über Eiszapfen
Eisklettern hat eine lange Tradition: Um die Jahrhundertwende begannen einige schottische Highlander aus reiner Abenteuerlust Küstenfelsen zu erklettern. Dabei werden die Steilklippen in den Wintermonaten durch die feuchte Meeresluft vereist. In Todtnau im Südschwarzfeld können sich Kletterer an dicken Eiszapfen vorbei einen Eisfelsen hinaufarbeiten. Wasser aus einem nahe gelegenen Bach sorgt bei winterlichen Temperaturen dafür, dass der Felsen garantiert eisig bleibt. In den Händen Eispickel, die Füße mit scharfzahnigen Steigeisen in die Kristallwand gekrallt, hangeln sich die Sportler an einem Seil Zug um Zug auf 30 Meter Höhe. Mit einer Eisdicke bis zu 30 Zentimeter bietet der Felsen mittlere bis anspruchsvolle Kletterpassagen.
Infos: Kletterfreunde Todtnau, Tel.: 07671-1634, www.kletterfreunde-todtnau.de, markus@vivkg.de, Nicht-Mitglieder zahlen 5 Euro fürs Klettern. Eiskletter-Kurse: www.alpenverein-muenchen-oberland.de/klettern/eisklettern
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