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Städteserie: Die EM-Austragungsorte: Genf: Zu Gast im Fan-Dorf

zuletzt aktualisiert: 08.03.2008 - 13:16

Genf (RPO). Fußball und Genf, das scheint auf den ersten Blick nicht zu passen. Die Stadt könnte im Grunde ohne Fußball auskommen. Hier flaniert man an teuren Läden vorbei, vor denen im Parkverbot Luxusautos stehen. Und Servette, der größte Fußball-Klub der Stadt, ging 2005 in Konkurs. Dennoch, die Begeisterung für den Sport ist nicht ganz verschwunden. 

Im Bewusstsein der Außenwelt ist Genf eine Begegnungsstätte der Reichen und Schönen. Genf-Tourismus beschreibt es selbst so: Genf ist eine elegante, teure und etwas kühle Stadt. Zugleich ist die Stadt der einzige der acht Austragungsorte der Fußball-EM, in dem nicht Deutsch gesprochen wird, sondern Französisch. Im neuen Stade de Genève finden 30 000 Zuschauer Platz - es war bisher allerdings nur bei Länderspielen ausverkauft.

Genf ist vollgepackt mit Geschichte und Politik

Am Ende und an beiden Ufern des Genfer Sees gelegen, wird die Stadt noch einmal durch die Rhone geteilt. Was sich links und rechts davon abspielt, ist sehens- und erlebenswert, vollgepackt mit Geschichte und Politik. Denn Genf ist auch eine Stadt der Diplomaten: 25 internationale Organisationen gruppieren sich um den europäischen Sitz der Vereinten Nationen. Deshalb ist Genf auch eine "Stadt der Ausländer" - fast die Hälfte der Bewohner hat keinen Schweizer Pass.

Grundsätzlich ist Genf für die Euro gerüstet. Heimelige Gemütlichkeit müssen die Fans jedoch suchen - in der Stadt des Reformators Johannes Calvin geht es grundsätzlich etwas kühler zu. Die Stadt richtet eine Fanzone und ein "Fan-Village" (Fan-Dorf) ein, wo Einheimische und Gäste die Spiele verfolgen können. Die Fanzone liegt auf dem Plaine de Plainpalais etwas abseits des Genfer Zentrums, wo sonst große Zirkusunternehmen ihre Zelte aufschlagen. Das Gelände bietet 80 000 Menschen Platz und ist in zwei Bereiche geteilt, die jeder mit einer Großleinwand ausgestattet werden.

Das "Fan-Village" befindet sich im "Centre sportif du Bout-du-Monde" in Carouge. Hier wird es ebenfalls eine Großleinwand und Platz für 20 000 Besucher geben, außerdem einen Campingplatz sowie eine Bühne für Konzerte. Die selbstständige Stadt Carouge gilt auch als die "gute Stube" Genfs und bietet eine ganz andere Altstadt mit Restaurants und Kneipen. Sie liegt nahe am Genfer Hausberg Mont Salève, auf dem Besucher in fünf Minuten per Seilbahn eine Höhe von 1100 Metern erreichen, und von dem sich eine schöne Aussicht auf Genf, den Genfersee, die Alpenkette, den Jura und den Montblanc eröffnet.

"Hauptstadt des Friedens"

"Hauptstadt des Friedens" wird Genf als europäischer Sitz der UN und Hauptsitz des Roten Kreuzes genannt. Am rechten Seeufer befinden sich die meisten großen Hotels und Restaurants. Über dem linken Ufer thront die Altstadt, das Herz von Genf mit dem Einkaufs- und Geschäftsviertel. Sie wird von der Kathedrale St. Pierre dominiert. Das eigentliche Zentrum der Altstadt ist der Place du Bourg-de-Four - und eine der besterhaltenen alten Straßen ist die Grand-Rue, an der einst der Philosoph Jean-Jacques Rousseau geboren wurde.

Genf bietet eine Fülle von Feinschmecker-Restaurants. Großartig zubereitete Spezialitäten wie Longeole (eine Genfer Wurstspezialität) und Fricassée (Schweinsragout nach Genfer Art) sollten sich Besucher auch während der EM nicht entgehen lassen. Im "Café Papon" am Fuß des Baudetturms, des Sitzes der Kantonsregierung, gibt es gebratenes Magret de Canard (Entenbrust) mit grünem Pfeffer und Tarte Tatin. In der "Chocolaterie du Rhône" kauft vor allem die Beamten-Schickeria der internationalen Behörden ein. Am Fuß der Altstadt lädt das "Alhambar" mit seiner futuristischen Einrichtung ein, in der Bar "Arthur's Rive Gauche" herrscht intime Atmosphäre mit Klaviermusik.

Zur EM wurde ein Programm zum nachhaltigen Transport aufgestellt. Schwerpunkt ist ein verstärkter Nahverkehr, der auch nachts länger fährt. Zu den drei Spielen werden zudem 1500 bis 2500 weitere Parkplätze eingerichtet, die vom Nahverkehr bedient werden.

EM-SPIELE: In Genf werden folgende Begegnungen ausgetragen: - 7. Juni: Portugal - Türkei (20.45 Uhr) - 11. Juni: Tschechien - Portugal (18.00 Uhr) - 15. Juni: Türkei - Tschechien (20.45 Uhr)

INTERNET: www.geneve-tourisme.chwww.ge.ch/euro2008/

Quelle: tmn

 
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