Serie: Stadtrundgänge: Magisches Nordlicht über Reykjavik
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 12.11.2009 - 21:19Düsseldorf (RP). Islands Metropole zählt zu den kleinsten der Welt. Sie lockt mit feinen Läden hinter schlichten Fassaden. Nachts strahlt sie hell. Dann wird es voll in Clubs und Kneipen.
Reykjaviks Einkaufsstraßen protzen nicht mit Chrom und Glas. Unprätentiös präsentieren sich die Auslagen der Geschäfte. Rot, blau und grün gestrichene Holzhäuser wechseln mit Backsteinfassaden ab. „Reykjavik“, die Rauchstadt, liegt eingebettet in Vulkanberge, schmiegt sich um die Bucht des Nordmeers. Doch bei Dunkelheit erstrahlt die Stadt, lässt ihre Lichter leuchten.
Shoppen: Laugavegur heißt die größte und bekannteste Einkaufstraße. Sie verläuft parallel zum Hafen - und kann zu Fuß erkundet werden. Große, internationale Modeschöpfer von Armani bis Joop zeigen ihre Kollektionen hinter den holzumrandeten Fenstern. Klassische Outdoor-Kleidung (North 66), Designerteile (Steinunn und Spaksmannsspjarir) und Lavaschmuck locken in die Läden, die sich auf der Laugavegur und ihren Seitenstraßen aneinanderreihen. Nicht nur klassische Islandpullover und Handschuhe werden gestrickt und verkauft. Isländische Designer verarbeiten ihre einzigartige Wolle zu kuscheligen Plaids, pfiffigen Kurzjacken, Mänteln und eleganten Kleidern.
Seit der Bankenkrise im Oktober 2008 lohnt der Shopping-Ausflug für Touristen. Die isländische Krone ist um mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Euro gesunken. Ein weitere Vorteil für Shopper: Ab einem Einkauf von etwa 30 Euro bekommt man 15 Prozent der Steuern zurück, da Island noch nicht Mitglied in der Europäischen Union ist. Im Tourismusbüro an der Adalstraeti - der ältesten Straße Reykjaviks - gibt es die Steuer gleich und unkompliziert zurück. Die notwendigen Formulare, die am Flughafen bei der Ausreise abgegeben werden müssen, sind dort erhältlich (www.eurofund.com).
Essen und trinken: Isländer gehen gern Kaffeetrinken. Der zweite Kaffee ist meist umsonst. Im Bakari Sandholt an der Laugavegur gibt’s neben belegten Brötchen auch sündhaft leckere Torten. Gemütliche Cafés, Kneipen und Restaurants wechseln sich in der rund 170.000 Einwohner zählenden City ab. Lammfleisch und Fisch sind die Spezialitäten des Landes, wo Schafzucht und Fischfang für viele immer noch Einkommensquelle Nummer eins sind. Sie kommen in den zahlreichen Restaurants auf den Tisch - als Mittagsgericht oder Menü. Die beste und preiswerteste Hummersuppe gibt es im Sea Baron an der Geirsgata 101. Dort ist einem Fischhandel ein kleines Restaurant angeschlossen.
Nachtleben: Das Nachtleben in der kleinen Metropole ist legendär. Wer mit Jeans und Sneakers in Bars oder Discotheken möchte, hat keine Chance. Der feine Dress-Code wird ernst genommen. Donnerstags, freitags und samstags geht Reykjavik (spät) aus. Discotheken und Bars locken mit Livemusik. Die Clubs liegen nah beieinander, etwa die „Apothek“, Austurstraeti 16, stilvoller Danceclub, das B5, Bankastraeti 5, oder das „Boston“ an der Laugavegur 28 B. Dort zaubert übrigens der Koch, der sonst die Sängerin Björk auf ihren Tourneen begleitet.
Ausgangspunkt: Reykjavik als Hauptstadt ist Ausgangspunkt für viele Outdoor-Aktivitäten. Das Land, das so groß ist wie Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zusammen, bietet viele landschaftliche Reize. 1600 Kilometer ist die Panoramastraße lang, auf der Besucher die Insel umrunden können. Gletscher, Vulkanlandschaften Geysire und Lagunen liegen am Weg.
Entspannen: Nur zwanzig Autominuten vom Flughafen Keflavik entfernt liegt die berühmte Blaue Lagune. Das Geheimnis des dampfenden Pools ist die Mischung aus Meer- und Frischwasser, das nicht nur sehr mineral-, sondern auch algenhaltig ist und damit für glatte, schöne Haut sorgt. In dem zwischen 37 und 39 Grad warmen Wasser lässt es sich prima entspannen und den Rundblick auf die umliegenden Lavagesteine genießen (23 Euro Erw./7 Euro Jugendliche und Senioren). Kosmetikprodukte der Marke „Blue Lagoon“ sind nicht nur im Spa vor Ort, in Reykjavik und am Flughafen, sondern auch in Deutschland zu bekommen (www.bluelagoon.com).
Abenteuer: Wer die karge und zerklüftete Vulkanlandschaft hautnah erleben möchte, kann sich einer der zahlreichen Jeep-Touren, die unter anderen Jon Baldur Porbjörnsson anbietet, anschließen. Seine weißen Landrover hat der in München ausgebildete Diplom-Fahrzeugtechniker zu schneetauglichen Gefährten umgerüstet, die sich mit ihren breiten Reifen durch unberührte Schneelandschaften auf den Hochplateaus etwa bei Landmannalaugar graben (www.isfoldtravel.is).
Historie: Zu den „musts“ bei einem Islandbesuch gehört ein Blick auf das „Thing“ in Pingvellir, wo im Jahr 930 die erste Versammlung abgehalten und der Freistaat ausgerufen wurde. Dort wurde 1944 die Republik gefeiert.
Das Land: Island ist etwa 103.000 Quadratkilometer groß und hat insgesamt 320.000 Bewohner. Die Hauptstadt Reykjavik zählt 170.000 Einwohner. 90 Prozent der Bevölkerung sind evangelisch. Zum Straßennetz gehört die etwa 1600 Kilometer lange Ringstraße, die zu 80 Prozent asphaltiert ist. Von November bis März liegt Schnee. Hauptsaison ist auf Island von Juni bis September. Die Temperaturen liegen um Null Grad im Winter und bei etwa 20 Grad im Sommer. Dank Geothermie und Wasserkraft produziert Island seine Energie zu 80 Prozent selbst.
Anreise: Flug regelmäßig ab Frankfurt (dreieinhalb bis vier Stunden) nach Keflavik.
Tui-Wolters bietet ab Düsseldorf, München und Berlin Schönefeld im nächsten Jahr Flüge mit Icelandair ab 366 Euro an. Eine siebentägige Reise nach Reykjavik mit sternförmigen Ausflügen in die Umgebung ist bei Tui ab 712 Euro pro Person zu haben. Aktuell werden im Internet Kurzreisen etwa zum Weihnachts-Shopping für 299 Euro angeboten.
Auskünfte: Isländisches Fremdenverkehrsamt www.visiticeland.com


