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Panorama Baum Hohes Venn Steg Wandern VDN/RAIMUND KNAUF
  Foto: VDN/RAIMUND KNAUF
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Mystische Moorlandschaften: Schaurig-schön: Wandern im Hohen Venn

zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 11:55

Sourbrodt (RPO). Wild-romantisch und etwas unheimlich: Im Naturpark Hohes Venn in Belgien kann man trockenen Fußes durch sumpfige Moorlandschaften wandern. Wo sich früher manch ein Wanderer verirrte und das manchmal sogar mit dem Leben bezahlte, gibt es heute sichere Holzstege.

Steil windet sich der Pfad am Bach Trôs Marets entlang. Durch die enge Schlucht steigen die Wanderer oberhalb von Malmedy hinauf. An manchen Stellen ist der Weg durch Stahlseile gesichert. Mehr als 200 Höhenmeter muss die kleine Wandergruppe zwischen den Felsen hinaufsteigen, bis sie das bucklige Plateau des Hohen Venns erreicht. Still ist es hier oben, auf mehr als 500 Höhenmetern.

Urwüchsige Landschaften

Die neun Kilometer lange Rundstrecke vom Gasthof "Ferme Libert" aus ist nur einer von vielen Wanderwegen im Hohen Venn. Die urwüchsige Landschaft breitet sich auf einer Fläche von 45 Quadratkilometern zwischen den belgischen Städten Eupen und Malmedy und dem deutschen Monschau aus.

Das Naturgebiet ist seit 1975 in mehrere Schutzzonen aufgeteilt und Teil des Deutsch-Belgischen Naturparks Hohes Venn-Eifel. Der Park erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 2700 Quadratkilometern, von denen der belgische Teil rund 700 Quadratkilometer ausmacht. Einige Bereiche des Hochmoores sind als "Schutzzone D" auf großen Warntafeln gekennzeichnet. Hier ist das Moorland für Menschen tabu.

Geheimnisvolle Nebelschleier

"Gar schaurig ist's durchs Moor zu gehen", befand die westfälische Dichterin Annette von Droste-Hülshoff im 19. Jahrhundert. Derselbe Eindruck beschleicht auch heute noch den Wanderer im Hohen Venn. Das Wetter kann in dem Hochmoor plötzlich umschlagen. Wo vor wenigen Stunden noch die Sonne schien, wabern plötzlich Nebel und Wolkenschleier und schaffen eine geheimnisvolle Stimmung.

Die "Baraque Michel" aus dem 19. Jahrhundert zwischen Eupen und dem Dörfchen Sourbrodt ist Startpunkt für viele Touren. Eine abwechslungsreiche Rundstrecke führt über 16 Kilometer sowohl ins Wallonische Venn als auch ins Polleur-Venn. Die Wanderer gehen vier bis fünf Stunden lang über schmale Holzstege durch feuchtes Grünland am Polleurbach.

Fleischfressender Sonnentau

Dabei bekommen sie die einzigartige Welt der Venn-Pflanzen zu sehen: Fleischfressender Sonnentau, Siebenstern, Knabenkraut, Beinbrech und Glockenheide haben sich in der 8000 Jahre alten, nacheiszeitlichen Landschaft angesiedelt. Dazu kommt die charakteristische Vogelwelt: Waldschnepfen, Sumpfohreulen und Wiesenpieper leben in der am höchsten gelegenen Region Belgiens.

Von März bis in den Oktober hinein ist Wandersaison im Hohen Venn. "Feste und wasserdichte Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, Trinkwasser und Proviant sind für Touren ins Hohe Venn unerlässlich", rät Eric Thomas, Wanderexperte aus Malmedy. Im frühen Herbst entfaltet die Natur mit dem leuchtenden Rostorangen Pfeifengras sowie der Blüte des geschützten Lungenenzians und des violetten Heidekrauts eine besondere Pracht.

Infos:

Neben dem Rundweg durchs Hohe Venn hat das Büro Wallonien-Tourismus sieben weitere Strecken in einer deutschsprachigen Broschüre zusammengefasst. Die Trails in den drei wallonischen Provinzen Lüttich, Luxemburg und Namur sind zwischen 7 und 16 Kilometer lang.

Im Jahr 2011 sollen acht weitere Rundstrecken hinzukommen, sagt Eva Claushues von Belgien-Tourismus Wallonie-Brüssel in Köln. Diese Routen haben allerdings keine eigene Wegemarkierung, sondern folgen bereits gekennzeichneten Strecken. Aktuelles Kartenmaterial gehört daher zur Orientierung in den Wanderrucksack.

Belgien-Tourismus Wallonie-Brüssel, Cäcilienstraße 46, 50667 Köln, Tel.: 0221/27 75 90, E-Mail: info@belgien-tourismus.de, www.belgien-tourismus.de

Internet: Naturpark Hohes Venn: www.naturpark-hohesvenn-eifel.de, Ostbelgien: www.eastbelgium.com, Naturparkzentrum Botrange: www.botrange.be, Baraque Michel: www.baraquemichel.com.

Quelle: tmn/anw

 
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