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Folge 15: Sommertour: Auf dem Hexenbesen zum Jaberg

VON SABRINA TILGNER - zuletzt aktualisiert: 11.08.2004 - 14:53
Hilden (RP). Bei Nacht sollte besser niemand auf den Jaberg steigen. Auf der mit 107 Metern höchsten Erhebung Hildens feiern Hexen womöglich noch heute ihren Sabbat mit dem Teufel als Ehrengast. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wollen nächtliche Wanderer die Musik und das Kreischen der Hexen durch das Dickicht des darum liegenden Waldes gehört haben.

Ein Aufstieg auf den Jaberg lohnt sich aber doch. Zum einen wegen des 13,20 Meter hohen Aussichtsturms, der einen Blick über die Heide, die Itterstadt und den Nachbarn Haan ermöglicht. Zum anderen wegen einer anschließenden Wanderung durch das Naturschutzgebiet Hildener Heide. - Und natürlich, um sich zu gruseln.

Besonders zur Walpurgisnacht (30. April), zur Johannisnacht (24. Juni) und in den Nächten zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen flogen die Hexen des ganzen Bergischen Landes auf Besenstielen und Mistgabeln zum Plateau des Jabergs. Dort tanzten sie bei Fackelschein zur schauerlichen Musik höllischer Geister. Der Teufel höchstpersönlich schaute sich das Spektakel in Gestalt eines „kohlschwarzen“ Ziegenbocks an. So erzählen es die Hildener Sagen. Gemeinsam plauderten er und seine Verehrerinnen bis zum ersten Hahnenschrei über ihre Schandtaten.

Im 18. Jahrhundert soll auf dem Jaberg eine alte Frau verbrannt worden sein, angeblich eine Hexe. Auf einem Wagen habe man sie durch die Itterstadt gefahren. Einem Nachbarsjungen rief sie zu: „Johännchen, Johännchen, um Goddes Willen, wie gont se met mie armen Frau üm!“ Die Eltern des Jungen bangten, ob man ihren Sohn nicht auch der Hexerei verdächtigte. Eine andere Sage berichtet, in der Nähe des Jabergs rage ein kleinerer Hügel mit dem „Heidenkönigsgrab“ hervor. Hier soll ein heidnischer König in einer goldenen Rüstung und einem goldenen Sarg begraben sein.

Heute lockt der Jaberg weniger mit Hexen- und heidnischen Festen, sondern mit seinem Aussichtsturm. Denn vom Berg reichen die Blicke nicht weit durch das dichte Unterholz. Anschließend können Besucher den naturbelassenen Stadtwald auf Schusters Rappen erkunden (Wandertafeln stehen nahe der Waldschänke auf der anderen Seite der B 228) und den Tag erfrischt im Waldbad abschließen.

Der Jaberg-Turm ist geöffnet samstags und sonntags von 9 bis 19 Uhr. Anfahrt: A 46 bis Ausfahrt Haan/Hochdahl. Rechts auf die Flurstraße, nach 500 m rechts in die Erkrather Straße, erste rechts in Elberfelder Straße (B228). Nach 300 m links zum Hundeplatz, parken. Zwischen beiden Plätzen hochgehen, erste rechts, 400 m geradeaus.

Quelle: Rheinische Post

 
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