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panorama dublin 2010
  Foto: rpo, nbe
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Pulsierendes Leben in Dublin: Von gelben Bussen und dunklem Bier

VON NICOLAS BERTHOLD - zuletzt aktualisiert: 27.02.2010 - 13:19

Düsseldorf (RP). Irland, der Inselstaat umgeben von Atlantik und Irischer See, wird gerne als „Grüne Insel“ bezeichnet. In der Hauptstadt Dublin aber dominiert eine ganz andere Farbe: Gelb. In der gesamten Stadt wimmelt es nur so von Bussen der städtischen Nahverkehrsunternehmen. Und die sind knallgelb lackiert und fahren Besucher natürlich auch zu einem der über 700 Pubs.

Eine U-Bahn gibt es nicht und so spielt sich das städtische Leben komplett oberirdisch ab. Über 200 unterschiedliche Buslinien der knallgelben Doppeldeckerbusse schlängeln und quetschen sich durch die verstopften Straßen der irischen Hauptstadt. Zu Fuß ist man im Zweifelsfall schneller am Ziel, den einzigartigen Charme Dublins kann man so ungefiltert aufsaugen.

Dublin ist politisch-wirtschaftliches, soziales und kulturelles Zentrum des Landes. Diese tragende Rolle spürt man überall in der Stadt. Für einen Dubliner bedeutet Kultur vor allem Kommunikation mit Mitmenschen. Und so spricht der Dubliner gerne und viel. Es wird diskutiert, gestritten und gesungen. Die unzähligen – insbesondere jungen – Touristen aus aller Welt, meistens mit mannshohen Rucksäcken beladen und aus Spanien und den USA stammend, reichern das Sprachenwirrwarr an.

Traditionelle irische Musik im O’Donoghues

In Irland leben insgesamt knapp über vier Millionen Menschen, allein im Großraum Dublin rund 1,2 Millionen. Spaziert man durch die Stadt, gewinnt man rasch den Eindruck, dass das ganze Land hier versammelt ist. Oder in einem der über 700 Pubs, die für einen gestandenen Dubliner das ‚Wohnzimmer‘ sind. Die Kommunikationskultur setzt sich hier nahtlos fort. Während jeden Abend eine sechs Mann starke Kapelle im O’Donoghues (15 Merrion Row, www.odonoghues.ie) traditionelle irische Musik zum Besten gibt und die eine Hälfte der Gäste jedes Lied mitsingt, unterhält sich der andere Teil ebenso angeregt.

Wer es tatsächlich wagen sollte, nicht angeregt mit dem Nebenmann zu „chatten“, der wird auf direkte aber liebenswürdige Art mit ins Gespräch eingeführt. Der Unterschied zwischen Einheimischen und Touristen verschwindet mit jedem Schluck Guinness. Das irische Nationalgetränk, im Westen Dublins gebraut, erhält man an jeder Ecke.

Porterhouse Microbrewery

Temple Bar heißt das Amüsierviertel inmitten der Altstadt, umrahmt von der sehenswerten mittelalterlichen Christ Church Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert und Dublin Castle. Hier grenzen bunt angemalte Pubs an noch buntere Pubs. Ein wenig abseits des Altstadttrubels liegt The Porterhouse Temple Bar (16-18 Parliament Street, www.porterhousebrewco.com).

Eine lokale Brauerei, die ihr eigenes Bier produziert. Eine äußerst schmackhafte Alternative zum dunklen Guinness, das nicht jedermanns Sache ist. An der langen Theke kann man unter anderem zwischen Pils-ähnlichem Temple-Bräu wählen oder einem Porterhouse Red, was einem Altbier nahe kommt.

Dublin ist eine Stadt der Kontraste. Zwar ist es fast überall hektisch und geschäftig, man findet jedoch auch im Stadtzentrum Orte der Entspannung. Orte, an denen das Erbe von Samuel Beckett, William Butler Yeats und George Bernard Shaw weiterlebt. Die Liste der Literaturnobelpreisträger, die aus Dublin stammen, ist prominent besetzt. Irlands Kapitale ist eine Stadt des geschriebenen Wortes.

Erste Anlaufstelle ist das Viertel um Trinity College. Irlands bedeutendste Universität wurde 1592 gegründet und beherbergt über 200.000 Bücher – darunter auch das berühmte Book of Kells. Unzählige Buchhandlungen, die antike und zeitgenössische Literatur verkaufen, haben sich in diesem Teil der Stadt angesiedelt.

Im Waterstone’s (7 Dawson Street, www.waterstones.com), wenige Schritte südlich des Trinity Colleges, kann man in aller Ruhe zwischen Büchern einen Tee bestellen und vorzüglichen Apple Pie genießen. Und neue Kraft schöpfen, um anschließend die Glanzzeit Dublins kennenzulernen. Der Nassau und Leinster Street stadtauswärts folgend taucht man ein in den georgianischen Teil der Stadt.

Dublins georgianische Glanzzeit

Eine Besichtigungstour durch die Straßen rund um den Merrion Square Park, Fitzwilliam Square und die Lower Bagott Street lohnt sich in jedem Fall und dauert ca. eine Stunde. In der Zeit der Regierungen von König George I. (1714) bis zu George IV. (1830) wurden ganze Straßenzüge in einem einheitlichen, imposanten Baustil errichtet. Die Upper Class Dublins zog zu dieser Zeit aus dem bis dahin bevorzugten Nordteil in den Süden.

Charakteristisch für die georgianische Architektur sind die eleganten Stadthäuser mit bunt lackierten, reich verzierten Türen. Säulen säumen die gelben, roten, blauen und pinken Hauseingänge, die herrschaftlichen Portalen gleichen. Aneinander gereiht, viele hunderte Meter weit. Dieses farbenfrohe Vergnügen und die breit angelegten Straßen lassen den Innenstadttrubel schnell vergessen, Busse oder Autos passieren in diesem Teil der Stadt seltener.

Howth und die Seehunde

Dublin liegt am Meer und ist eine große und wichtige Hafenstadt. Wer der Großstadt aber für ein paar Stunden komplett den Rücken kehren möchte, der sollte unbedingt dem etwa 15 Kilometer nordöstlich gelegenen Fischerdorf Howth und der gleichnamigen Halbinsel einen Besuch abstatten.

Bequem erreichbar mit der Dublin Area Rapid Transit (DART). Die DART ist mit einer S-Bahn vergleichbar und verläuft oberirdisch. Von der Haltestelle Tara Street am Südufer der Liffey oder Connolly Station auf der Nordseite ist man in 15 Minuten dort. Hin- und Rückfahrt kosten 4,20 Euro pro Person.

Die wenigen Euro sind gut investiertes Geld. Im kleinen Bahnhof von Howth angekommen, gelangt man in wenigen Schritten zum malerischen Hafen, in dem Fischer ihre Kutter entladen. Neugierige und vor allem hungrige Seehunde starren zu Dutzenden den Besucher fast regungslos aus dem Wasser an und warten darauf, gefüttert werden. Fangfrischer Fisch, irische Austern und Krebstiere werden in den winzigen Fischläden direkt am Hafen zum Verzehr angeboten.

Vorsicht: „Dangerous cliffs“

An den Hafen schließt der sogenannte „cliff walk“ an, ein etwa acht Kilometer langer, gut beschilderter Rundgang um die Halbinsel Howth. Farblich unterschiedlich gekennzeichnet kann der Wanderer aus mehreren Streckenlängen und Schwierigkeitsgraden wählen: Eine bis drei Stunden dauert die Tour. Von den steilen, mit Moos und Flechten bewachsenen Klippen hat man einen herrlichen Blick über die Irische See und die Stadt Dublin.

Bei guter Sicht sieht man die südlich von Dublin gelegenen Wicklow Mountains. So schön die Aussicht auch sein mag, Vorsicht ist auf dem teilweise schmalen Pfad am Rande der bis zu 50 Meter hohen Klippen geboten. Festes Schuhwerk ist in jedem Fall zu empfehlen, da gerade bei nassem Wetter der Weg zu einem glitschigen Untergrund werden kann.

Allgemeine Dublin-Informationen und nützliche Tipps

Anreise: Die irische Fluggesellschaft AerLingus fliegt täglich von Düsseldorf International nach Dublin Airport. Bei frühzeitiger Buchung sind günstige Tarife möglich (rund 60 Euro pro Person für Hin- und Rückflug). Mehr Informationen unter: www.aerlingus.com

Vom Dubliner Flughafen verkehren alle 15 Minuten Busse des Unternehmens Aircoach an verschiedene Punkte im Zentrum der Stadt. Das Einzelticket kostet - je nachdem, wo Sie hin möchten - zwischen fünf und sieben Euro. Kombitickets für Hin- und Rückfahrt sind günstiger. www.aircoach.ie

Übernachtung: In Dublin zu übernachten ist vergleichsweise teuer. Um gehobene Hotelkosten zu sparen und gleichzeitig irische Herzlichkeit zu erfahren, ist die Übernachtung in einem Bed&Breakfast ein Geheimtipp. Meistens von Privatpersonen geführt, erlebt man hier den direkten Kontakt mit den Iren. Im Preis von ca. 40 bis 60 Euro pro Person ist die Übernachtung und das Frühstück mit inbegriffen.

Der Standard entspricht in der Regel einem Mittelklassehotel. Weitere Informationen über Bed&Breakfast und Hotels erhalten Sie unter: www.dublin-inside.de

Von A nach B in Dublin: Sie sollten auf einen Mietwagen verzichten wenn Sie einigermaßen gut zu Fuß sind. Möchten Sie dennoch weitere Strecken in der Stadt zurücklegen, nutzen Sie die unzähligen Angebote von Dublin Bus, dem lokalen Busunternehmen. Einzeltickets kosten ca. 1,50 Euro. "Ramblertickets" ermöglichen ganztägig die Benutzung aller Dublin Bus Linien und kosten sechs Euro. Informationen unter: www.dublinbus.ie

Dublin besitzt keine U-Bahn, dafür aber die DART (Dublin Area Rapid Transit). Das S-Bahn-ähnliche Nahverkehrssystem verbindet die Vororte mit der Stadt. Mit der DART erreichen Sie in ca. 15 Minuten die Halbinsel Howth. Ein Ticket für die Hin- und Rückfahrt kostet 4,20 Euro. (www.irishrail.ie/home)

Essen und Trinken: Die Preise für Essen und Trinken in Dublin sind gehoben. Ein Pint Bier (ca. 0,6 Liter) kostet in der Regel fünf Euro. Ein Hauptgericht im Restaurant ist selten unter 15 Euro zu bekommen, selbst in Pubs zahlt man rund zehn Euro für einen Salat.

Ein Tipp sind die "Early Bird Menus", die die meisten Restaurants im Zentrum anbieten. In der Zeit von 17 bis 19 Uhr kann man hier Drei-Gänge-Menüs für 20 Euro erhalten.

Sonstiges: Im "Global Internet Café" an der O'Connell Street besteht die Möglichkeit, für vier Euro am Tag sein Gepäck sicher zu verstauen.

Klima: Dublin verfügt über ein mildes, von der Irischen See geprägtes Mikroklima. Im Winter fallen die Temperaturen selten unter fünf Grad, die Höchsttemperaturen betragen im Sommer maximal 25 Grad. Die beste - weil statistisch regenärmste - Reisezeit ist der Juni, doch auch im Januar oder November besteht durchaus auch die Chance auf mehrere sonnige Tage am Stück. Ein Regenschirm sollte dennoch griffbereit sein.

Websites: www.dublin.de, www.dublintourist.com,  www.discoverireland.com/de

Quelle: rpo

 
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