Eine Welt für sich: Winterurlaub in der Lüneburger Heide
zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 14:31Düsseldorf (RPO). Im Hochsommer, wenn die Heide blüht, zieht es viele in die Lüneburger Heide. Aber dorthin in den Winterurlaub zu fahren, ist das nicht abwegig? Nein, denn rund um Lüneburg hat auch der Winter viel zu bieten.
Ein Spaziergang durch den Garten des Heidekastells Iserhatsche in Bispingen genügt, und Urlauber sind ganz nebenbei ein wenig weiser geworden. Schwarz auf Weiß finden sich an den Balken der Gartenpergola Sinnsprüche wie "Ein Urteil lässt sich widerlegen, ein Vorurteil nie".
Der Spruch könnte so auch für den Winterurlaub in der Lüneburger Heide gelten. Wer das Vorurteil über Bord wirft, die Region habe im Winter nichts zu bieten, wird nämlich angenehm überrascht sein, wie viel man im Städtedreieck Städtedreieck Hamburg - Hannover - Bremen auch außerhalb der Hauptsaison erleben kann.
Märchenwelt und Flschensammlung
Zum Beispiel mit einem Besuch auf dem Heidekastell Iserhatsche. Deren Besitzer Uwe Schulz-Ebschbach nennt sein Anwesen ganz unbescheiden das "Neuschwanstein des Nordens". Er hat mit tausenden Details eine Märchenwelt geschaffen und dort auch noch die größte Bierflaschensammlung der Welt untergebracht - mit 16 000 Exemplaren. Die Iserhatsche ist aber nur eine Möglichkeit, in der Lüneburger Heide in eine andere Welt einzutauchen.
Ein Fünftel der rund fünf Millionen Übernachtungen pro Jahr fällt in die Monate von November bis Februar. Selbst in einem eher regnerischen Monat ließen sich "drei bis vier Tage locker füllen", verspricht Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Lüneburger Heide.
Ski- und Kartfahren in Bispingen
Wem Bummeln nicht liegt, hat in der Lüneburger Heide etliche Alternativen: Bispingen oder Soltau sind gute Ausgangspunkte, um die Winterattraktionen der Region schnell zu erreichen. Die Welt der Alpen erwartet Skibegeisterte im Snow Dome bei Bispingen, einer Indoor-Skihalle mit einer 300-Meter-Abfahrt. Direkt daneben befindet sich die Ralf Schumacher Kartbahn, die besonders Väter und ihre Söhne anzieht.
In die Tierwelt geht es bei Abstechern zu den Wildparks der Region, zum Beispiel in den Wildpark Lüneburger Heide in Nindorf-Hanstedt. Die Besucher nutzten dort die Gelegenheit zu ausgiebigen, ruhigen Spaziergängen, sagt Park-Inhaber Norbert Tietz. Ähnlich ruhig ist es in der kalten Jahreszeit auch weiter nördlich im Wildpark Schwarze Berge in Rosengarten, wo Hängebauchschweine den Gästen um die Füße schnüffeln. Besonderes sehenswert ist hier das neue, naturbelassene Bärengehege.
Wanderer schätzen die Heide im Winter
Heidetourismus-Chef Ulrich von dem Bruch bestätigt, dass insbesondere Wanderer die Nachsaison zu schätzen wissen, und weist auf die vielen Waldflächen hin, die die Heide zu bieten hat. Wer sich warm einpackt, genießt einen Spaziergang durch die feuchten, erdig riechenden Wälder - zum Beispiel dem direkt bei Soltau gelegenen Böhmewald. Auch Kutschfahrten lassen sich kurzfristig organisieren.
Im Spielzeugmuseum Soltau entdecken Besucher all das, womit sich Kinder in den vergangenen vier Jahrhunderten beschäftigt haben. Das meterlange und -hohe Puppenhaus Dingley Hall von 1875, schelmisch dreinblickende Puppen aus der Steiff-Kollektion, Teddybären, Puppenstuben, Eisenbahnen - auf den 600 Quadratmetern an der Soltauer Rathauskreuzung ist jeder Raum eine neue Entdeckung.
Abwechslung bieten auch zwei Thermal-Badelandschaften in der Lüneburger Heide: im Kurort Bad Bevensen und in Soltau. Die Jod-Sole-Therme am Ostrand der Heide und die Soltau Therme in der Mitte der Region warten mit einem umfangreichen Angebot rund um Wellness, Sauna und Schwimmen auf.



