2,5 Millionen Besucher erwwartet: Zur Floriade nach Venlo
VON JÜRGEN STOCK - zuletzt aktualisiert: 16.01.2012 - 07:34Düsseldorf (RP). Seit kurzem merkt der Niederlande-Besucher nicht nur an den gelben Kfz-Kennzeichen, dass er die Grenze zum Nachbarland überschritten hat. Zumindest im Großraum Venlo stößt der Autofahrer an fast jeder Straßenecke auf Hinweisschilder mit den knallbunten Buchstaben "Floriade – Venlo 2012".
Erstmals in ihrer Geschichte findet die im Zehnjahresturnus ausgerichtete "Welt-Gartenschau" im Osten der Niederlande statt. "Die Floriade ist eine Mega-Veranstaltung, die wir in dieser Größenordnung in unserer Region noch nicht hatten", sagt Venlos Bürgermeister Hubert Bruls.
Immerhin übertrifft das 66 Hektar große Floriade-Gelände an der A 73 die Ausdehnung der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz um mehr als das Doppelte. Gemessen daran sind die erwarteten Besucherzahlen eher bescheiden: 2,5 Millionen Gartenfreunde sollen laut Veranstalter den Weg nach Limburg finden: rund eine Million weniger als nach Koblenz. Jeder zweite Besucher auf der Floriade 2012 wird voraussichtlich aus Deutschland kommen.
Der Floriade-Park, dessen Eingang durch den imposanten Innovaturm markiert wird, besteht aus fünf Themenbereichen, die jeweils durch Waldgebiete voneinander getrennt sind.
Die Bereiche heißen "Relax & Heal" (Entspannen und Heilen), "Green Engine" (Grüner Motor), "Education and Innovation" (Bildung und Innovation), "Environment" (Umwelt) sowie die "World Show Stage", eine offene Veranstaltungsarena.
Zudem geben die Niederländer auch einer imposanten Gebäudearchitektur Raum. Sowohl der "Innovation Tower" am Eingang als auch die gläserne "Flopra Villa" sollen nach der Schau als repräsentative Firmensitze weitergenutzt werden.
"Wir nehmen die Besucher mit auf eine internationale Erlebnisreise in die Welt der Gärten, Blumen und Pflanzen", verspricht Paul Beck, Geschäftsführer der Floriade 2012. Neben China, Indonesien, Spanien, Sri Lanka und der Türkei präsentiert unter anderem auch Nordrhein-Westfalen einen Pavillon auf der Welt-Garten-Expo. Der NRW-Pavillon ist eher eine Art begehbare Holzskulptur mit ineinander verschachtelten Flächen.
Dass das imposante Gebäude einen zentralen Ort im Eingangsbereich erhielt, hat durchaus symbolischen Charakter. Auch wenn die "Floriade" eine originär niederländische Veranstaltung ist, so ist die Gartenbauwirtschaft beider Länder nirgendwo enger verzahnt als in den Provinzen Limburg auf niederländischer Seite sowie den Kreisen Kleve und Viersen am Niederrhein. So arbeiten zum Beispiel der deutsche Vermarkter Landgard (3000 Beschäftigte) und sein niederländisches Gegenstück FloraHolland bei der Versteigerung von Zierpflanzen auf der Rhein-Maas-Veiling in Straelen-Herongen grenzüberschreitend zusammen.
Die Deutschen machen sich auch Hoffnungen etwas von dem erwarteten Tourismus-Strom abzubekommen. "In den Niederlanden sind die Hotels für die Floriade-Zeit bereits gut gebucht", berichtet Martina Baumgärtner von "Niederrhein Tourismus" in Viersen. Zum Teil lägen die Übernachtungspreise bereits um 50 Prozent über den Normalpreisen. Wegen der zu erwartenden Nachfrage vermittelt die Stadt Straelen über ihre Internetseite deshalb jetzt auch Privatquartiere. "Niederrhein Tourismus" hat ebenfalls Floriade-Ausflüge im Angebot, kombiniert etwa mit einem Abstecher nach Brüggen oder einer Stadtführung durch Kempen.
Auch wenn die Mehrzahl der Besucher Tagestouristen aus der Rhein-Ruhr-Region sein dürften, könnte den Floriade-Veranstaltern doch zugute kommen, dass Deutschland im kommenden Jahr keine vergleichbare Gartenschau anzubieten hat. Die nächste Landesgartenschau in NRW richtet Zülpich 2014 aus. Bis zur Bundesgartenschau müssen Profi- wie Hobbygärtner bis 2015 warten und dann bis nach Brandenburg reisen.
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