(RP) Mit 250.000 Passagieren rechnet der Düsseldorfer Airport an den ersten vier Ferientagen. Am Freitag besteigen 67.000 Urlauber dort eine Maschine. Der Flughafen rüstet sich mit mehr Personal, rät allerdings, Wartezeiten einzukalkulieren und vor der Fahrt das Gepäck genau zu prüfen.
Lange Warteschlangen am Düsseldorfer Flughafen. Foto: ddp
Wenn in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien beginnen, dann haben alle Flughafen-Mitarbeiter Urlaubssperre. Und es werden sogar noch zusätzliche Kräfte als Verkehrslenker, für die Info-Stände und die Gepäckbänder angestellt, um den Ansturm an Passagieren meistern zu können. Bis Sonntag fliegen rund 250 000 Urlauber in die Ferien – allein am Hauptreisetag, dem morgigen Freitag, rechnet der Flughafen Düsseldorf mit 67 000 Passagieren sowie 700 Stars und Landungen. An normalen Tagen checken 45 000 Fluggäste in der Landeshauptstadt ein.
Zwei Stunden vor Abflug
"Wir können nur raten, frühzeitig anzureisen", sagt Barbara Frerichs, die für Air Berlin die Check-In-Station leitet. Sie empfiehlt jedem, zwei Stunden vor dem Abflug im Terminal zu sein. 45 Minuten vor dem Flug schließen die Schalter, sonst schaffen es Urlauber und Gepäck nicht mehr in die Maschine. Denn mit Warteschlangen vor den Check-In-Schaltern und den Sicherheitsschleusen muss gerechnet werden – unvorhergesehene Zwischenfälle verzögern die Abfertigung in schöner Regelmäßigkeit.
"Die Menge an Flüssigkeiten, die wir den Fluggästen immer noch aus dem Handgepäck fischen müssen, liegt monatlich bei 16 Tonnen", sagt Achim Berkenkötter von der Bundespolizei. Erlaubt sind höchstens 100 Milliliter Flüssigkeit – beziehungsweise mehrere 100 Milliliter Fläschchen, die in einem durchsichtigen und wiederverschließbaren Plastikbeutel, der nicht mehr als einen Liter fasst, verpackt sind. Außerdem sollte jede Familie, bevor sie das Haus verlässt, noch einmal überprüfen, ob auch alle Ausweise in der Tasche sind. Täglich muss die Bundespolizei, die ihr Personal in diesen Tagen ebenfalls um zehn Prozent aufgestockt hat, etwa 40 Ersatzdokumente ausstellen, die aber nur bei Reisen in der Europäischen Union akzeptiert werden.
Während die Fluggäste am Gate warten, werden zwei Etagen tiefer ihre Koffer durchleuchtet und über die Bänder auf die Reise durch den Abfertigungshallen des Flughafens geschickt. Etwa 20 Kilometer ist die komplette Bandanlage lang. Scanner lesen den Code auf der Gepäck-Banderole und lenken den Koffer automatisch zum richtigen Band. Dort wird jedes Gepäckstück noch einmal gescannt, bevor es für den Flug auf einen Wagen oder in einen Container kommt.
"Dadurch lässt sich der Weg der Koffer nachvollziehen, und der Scanner meldet, wenn einer auf dem Weg in die falsche Maschine ist", sagt Terminalmanager Michael Hanné. Etwa 70 Prozent der Fluglinien haben sich diesem System angeschlossen, bei den anderen, meist kleineren, wird von Hand sortiert. Laut Hanné werden in Düsseldorf pro Tag etwa zehn bis zwölf Gepäckstücke fehl geleitet. Andere landen erst nicht im Bauch eines Flugzeugs, weil zu spät eingecheckt wurde oder die Banderole abreißt. Damit der Koffer schnell wieder zu seinem Besitzer kommt, ist es wichtig, Adresse, Telefon- und Flugnummer anzubringen. Am sichersten sei es, so die Experten vom Flughafen, einen Zettel mit den Daten in den Koffer zu packen.
Tanken, Reinigung, Catering
Fast im Minutentakt landen und starten die Maschinen, um die Massen bewältigen zu können. Kaum ist ein Flieger auf Düsseldorfer Boden, wird er auch schon wieder für den Weiterflug vorbereitet: Passagiere und Gepäck abfertigen, Tanken, Reinigung, Catering und wieder beladen. Nach einer guten halben Stunde heben die meisten Ferienflieger schon wieder ab.
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Quelle: RP