Venedig (RPO). Sie sollte eine weitere Touristenattraktion werden - die neue Brücke über den Canal Grande in Venedig. Entworfen hat sie ein spanischer Stararchitekt. Doch das fertige Bauwerk gefällt den Italienern nicht. Der Architekt ist sauer.
Die neue Brücke aus Stahl und Glas kommt ohne Stützpfeiler aus. In einem einzigen Bogen spannt sie sich über den Canal Grande in Venedig. Vor wenigen Tagen wurde sie fertiggestellt und löste sofort heftige Kritik aus. Nicht nur, weil sie mit ihrem ultramodernen Aussehen optisch einen starken Gegensatz zu den traditionellen Brücken und Bauten der venezianischen Innenstadt bilde. Sondern auch, weil die Brücke nicht behindertengerecht sei und weil die Arbeiten mehr Zeit und viermal mehr Geld beansprucht hätten als geplant.
Der spanische Architekt Santiago Calatrava bewertete die „Polemik“ gegen seine Brücke als „unnötig“. Schließlich habe er seine Pläne vor Baubeginn auf dem Markus-Platz in Venedig ausgestellt und daraufhin keine Kritik geerntet. Die Ausführung und Dauer der Arbeiten habe nicht in seinen Händen gelegen.
"Werk der Liebe zu Venedig"
Calatrava fühlt sich unverstanden. Das Bauwerk sei als "Werk der Liebe zu Venedig und der italienischen Zivilisation" gedacht, sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der spanischen Zeitung "El País". "Das ist meine schönste Brücke", versicherte er.
Die Behörden urteilen anders: Eigentlich hätte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano die Brücke am 18. September offiziell eröffnen sollen. Aber zu Beginn diesen Monats hatte der Bürgermeister Venedigs die Festlichkeiten abgesagt. Der Architekt versteht das nicht, er findet, dass die Arbeiter, die an dem Bau beteiligt waren, eine richtige Einweihungsfeier verdient hätten.
Calatrava sieht sich nicht zum ersten Mal in der Kritik. Insbesondere sein moderner Opernbau in Valencia geriet in die Schlagzeilen, nachdem dort Wasser eingedrungen war.
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