Forschungsprojekt: Air Berlin testet leisere Anflüge
zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 16:54Düsseldorf (RPO). Air Berlin erprobt in einem Forschungsprojekt neue, leisere Anflugverfahren. Dabei kommen veränderte Flugtechniken und ein neues Satellitennavigationssystem zum Einsatz.
Das Projekt findet gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) und der Fraport AG statt.
Dazu hat Air Berlin am Montag in Braunschweig gekrümmte Anflugverfahren getestet, mit denen künftig bewohnte Gebiete umflogen werden können. Bei den Forschungsflügen wurden Anflüge auf den Flughafen Frankfurt am Main simuliert. Dort ließ der laufende Flugbetrieb die Testflüge nicht zu.
Zum anderen probten die Piloten später einsetzende Sinkflüge, die ebenfalls den Lärm minimieren sollen. Dabei flogen sie mit steilerem Anflugwinkel als die sonst üblichen drei Grad. Gleichzeitg wurden auch die Auswirkungen auf Flugzeug und Crew unter die Lupe genommen.
Bei den Forschungsflügen kam ein neues bodengestütztes Satellitennavigationssystem GLS (Global Position Landing System) zum Einsatz. GLS ermöglicht im Gegensatz zum herkömmlichen Instrumentenlandesystem auch gekrümmte und steilere Anflüge.
Damit können auch bei schlechter Sicht oder auf ungünstig gelegenen Flughäfen ohne Instrumentenlandesystem Landeanflüge punktgenau durchgeführt werden. Warteschleifen oder das Ausweichen auf umliegende Airports sollen unnötig werden.
Air Berlin ist eigenen Angaben zufolge die einzige Fluggesellschaft, die das neue Satelittennavigationssystem auch im normalen Flugbetrieb nutzen darf. Das Luftfahrtbundesamt hatte der Airline im November 2009 dafür die Genehmigung erteilt. Bis 2013 soll die gesamte Boeingflotte darüber verfügen.
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