Mexiko: Anbetung einer (un)heiligen Jungfrau
zuletzt aktualisiert: 12.12.2008 - 12:36Düsseldorf (RPO). Am 12. Dezember ist Pilgertag in Mexiko. Hunderttausende Gläubige aus dem ganzen Land ziehen nach Mexiko City, um ihre Nationalheilige, die Jungfrau von Guadalupe, anzubeten. Kurz zuvor provozierte der mexikanische Playboy mit dem Titel "Wir beten dich an, Maria" und seiner eigenen halbnackten "Jungfrau" auf dem Cover.
Auf acht Fotos posiert das Model Florencia Onori leicht bekleidet und mit religiösen Insignien. Die Ähnlichkeit mit der verehrten Nationalheiligen sei unbeabsichtigt, behauptet zumindest der Playboy. Überschriften wie „Gesegnest seist du“ erhöhen die Glaubwürdigkeit dieser Aussagen allerdings nicht. Die Kassen des Männermagazins klingeln jedenfalls, 80.000 Exemplare seien in wenigen Tagen verkauft worden, meldet die mexikanische Zeitung „El Universal“.
Vom frommen Pilgern hielt das umstrittene Magazin-Cover im katholischen Mexiko jedenfalls niemanden ab. Wie in jedem Jahr machten sich Hunderttausende aus allen Landesteilen auf den Weg in den Norden der Hauptstadt, zur Basilika de Gaudalupe. Der Legende nach erschien hier am 12. Dezember 1531 die Jungfrau dem Azteken Juan Diego und bat ihn um ein neuen Tempel. Als Diego daraufhin beim Bischof vorsprach, erschien auf seinem Mantel plötzlich ein Bild der Mutter Gottes. Für den Bischof der schlagende Beweis für die Existenz der Jungfrau, er ließ die Kirche bauen.
Das Gotteshaus ist bis heute Ziel der endlosen Pilgerströme, die am 12. Dezember durchs Land ziehen. Niemand, der an diesem Tag keine kleine oder große Heiligenstatue oder ein knallbuntes Bildnis der Jungfrau mit sich führt. Auch Fahrräder, Busse oder Autos werden aufwändig dekoriert und in regelrechte Heiligenschreine verwandelt. Einmal an der Kirche angekommen, wird gefeiert und es finden zahlreiche Messen zu Ehren der Jungfrau statt.
In diesem Jahr hatten die Gottesdienste vor dem Hintergrund der gestiegenen Drogenkriminalität ein ernstes Anliegen. So bat Monsignore Diego Monroy aus aktuellem Anlass gleich um Schutz vor einer ganzen Palette von Verbrechen, Mexiko solle von Drogen, Gewalt, Korruption, organisiertem Verbrechen und Entführungen verschont werden, betete er.
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