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Faszinierende Kultur entdecken: Bahrain: Ein Wüstenstaat mitten im Meer

zuletzt aktualisiert: 01.04.2005 - 08:11

Ein Wüstenstaat mitten im Meer – das ist Bahrain. Wer einen Einblick in die arabische Kultur und Lebensweise bekommen möchte, aber eine gemäßigte Auslegung des Islam und eine westliche Infrastruktur bevorzugt, dem sei Bahrain ans Herz gelegt. Bis Ende April herrschen noch winterlich milde Temperaturen, so dass der Eroberung des Königreichs (fast) nichts im Wege steht.

Bahrain: ein Wüstenstaat mitten im Meer. Foto: Botschaft des Königreichs Bahrain
Bahrain: ein Wüstenstaat mitten im Meer. Foto: Botschaft des Königreichs Bahrain

Der Staat Bahrain besteht aus einer Hauptinsel und einer Gruppe von mehr als 30 weiteren Inseln in einem Seitenarm des persischen Golfs zwischen Saudi-Arabien, mit dem Bahrain über einen Damm verbunden ist, und der Halbinsel Katar. Der Name Bahrain setzt sich aus den beiden Wörtern "thnain Bahr" zusammen, was „Zwei Seen“ bedeutet. Der Begriff bezieht sich darauf, dass auf dem Meeresboden vor der Küste von Bahrain Süßwasserquellen sprudeln, die sich mit dem Salzwasser mischen. Die bedeutenden Süßwasservorkommen Bahrains sind einzigartig in der Golfregion. Dieses Phänomen wird auch als Ursache für die ehemals außergewöhnliche Natur angesehen, die Hauptattraktion war, bevor das Erdöl als Einnahmequelle entdeckt wurde. Die Geschichte der Entdeckung des Öls in den 60er Jahren in Bahrain als erstem Staat überhaupt im mittleren Osten, kann man sich übrigens im "Oil Museum" nahe der ersten Ölquelle anschauen.

Der Barbar Tempel als Kontrast

Eine der besonderen Attraktionen ist der so genannte „Lebensbaum“. Der weit ausladende Baum steht mitten in der Wüste. Woher er sein Wasser bekommt, konnte bisher nicht ergründet werden. Nur zwei Kilometer entfernt befindet sich der Jebel Dukhan, der höchste Berg des Landes, dessen Gipfel wegen der hohen Luftfeuchtigkeit oft von Dunstschwaden verhüllt ist und deshalb übersetzt der „Berg des Rauchs“ heißt. Der Blick von dort aus über den Südteil des Landes ist wunderschön.

Eines der ältesten Bauwerke des Islams in dieser Region ist die Al-Khamis-Moschee, die man schon von weitem sieht, wenn man die Shaikh Isa Bin Salman Autobahn entlangfährt. Obwohl eine Inschrift an der Seite besagt, dass der Grundstein im elften Jahrhundert gelegt worden ist, gibt es Vermutungen, dass die Moschee schon früher als 692 vor Christus gebaut worden ist. Das Minarett ist bei einer der Restaurationen im 14. und 15. Jahrhundert hinzugefügt worden. Einen Kontrast bietet die religiöse Attraktion der anderen Art, nämlich der Barbar Tempel, etwa zehn Kilometer westlich von der Hauptstadt Manama gelegen, dessen Überreste davon zeugen, auf welche Weise bis zu 3000 Jahren vor Christus Götter verehrt wurden. Es wird davon ausgegangen, dass der Tempel der Verehrung des Quellgotts Enki diente. Das bedeutsamste historische Monument des Landes ist das Bahrain Fort (Qal'at Al-Bahrain), das vermutlich um 2800 vor Christus an der Nordküste der Hauptinsel, nicht weit entfernt von Manama und in der Nähe des Perlenfischerorts Budaiya, gebaut wurde.

Windtürme in der Altstadt

Die Hauptstadt des Emirats, Manama, zählt etwa 200.000 Einwohner und steht mit einer Skyline, die durchaus Manhattan Konkurrenz machen kann, für den durch das Öl erworbenen Wohlstand, aber auch für jahrhundertealte Geschichte, die sich in engen Gassen und windschiefen Häusern spiegelt. In der Altstadt stehen noch etliche Häuser mit den so genannten „Windtürmen“ - ein architektonischer Trick, mit dem die Wohnräume belüftet werden. Der nach allen Seiten offene, etwa fünf bis sechs Meter hohe Aufbau funktioniert wie eine Klimaanlage und verschafft Kühlung. Der Souq liegt im Herzen der Altstadt und ist der Markt im Stil eines fernöstlichen Basars. Selbst wer nichts kaufen möchte, sollte sich den Bummel entlang der Buden, an denen man alles Mögliche und Unmögliche erstehen kann, nicht entgehen lassen. Ein Besuch im gut ausgestatteten Nationalmuseum ist ebenfalls lohnenswert und verschafft einen Überblick über 7000 Jahre bahrainischer Geschichte.

Wer das Strandleben genießen möchten, kommt am Shaiks Beach und am Al-Jazayir-Beach auf seine Kosten. Schwimmen ist allerdings nicht gut möglich, denn dafür ist das Wasser viel zu seicht. Selbst einen halben Kilometer von der Küste entfernt reicht es oft kaum bis an die Knie. Mit arabischen Segelschiffen, den traditionellen Dhaus, kann man zu den zahlreichen Nachbarinseln übersetzen.

Wichtige Perlentaucherei

Im Altertum war Bahrain, dass damals den Namen Dilmun trug, ein wichtiger Umschlagplatz für den Handel der Sumerer und Babylonier mit dem Industal. Aus dieser Zeit vor um 3000 v.Chr. stammen die uralten Grabhügel, auf die man überall stößt. Nicht nur Archäologen sind begeistert von den zahlreichen Ausgrabungsstätten, besonders vom Tempel im Barbar. In die jüngere Vergangenheit des Emirats führt ein Besuch im Bait Siyadi, dem Haus eines Perlenhändlers aus dem 19. Jahrhundert voller geschnitzter Holzwände und Bleiglasfenster. Der Perlentaucherei - vor 150 Jahren eine der Haupteinkommensquellen Bahrains - ist außerdem ein im ehemaligen Gerichtsgebäude untergebrachtes Museum gewidmet.

Wie die Herrscherfamilie im 19. Jahrhundert lebte, ist im Sheikh Isa's House, das dem Großvater des heutigen Emirs gehörte, zu sehen. Ausstellungsstücke aus der Bronze- und der Jungsteinzeit zeigt das Archäologische Museum, eine seltene Sammlung islamischer Manuskripte das Bait al Qur'an, und das Nationalmuseum gibt einen Überblick über die Geschichte Bahrains.

Erste Bohrung 1931

"Oil Well No.1" ist - wie es der Name sagt - die erste Ölquelle der Golf-Region. Die Bohrungen unterhalb des 134 Meter hohen Berges Jebel Dukhan begannen im Oktober 1931, am 2. Juni 1932 "sprudelte" die Quelle schließlich und legte damit den Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung. Ein Öl-Museum unweit der Quelle zeigt diese Entwicklung anhand von altertümlicher Technologie, Fotos und Dokumenten wie dem pessimistischen Zitat eines der führenden Geologen jener Zeit, der jeden Tropfen Öl trinken wollte, den man jemals südlich von Basra fände.

Kein Besuch in Bahrain wäre komplett ohne einen Besuch auf dem Markt (Souq) mit seiner orientalischen Kombination aus Farben, Geräuschen und Aromen. Gehandelt wird hier alles von Textilien aus Seide und Baumwolle - oft Kopien bekannter Marken - über exotische Gewürze bis hin zu Gold und Silber im traditionellen Beduinen-Design. Dazwischen bleibt Zeit für einen typisch arabischen Kaffee mit Kardamom und Safran. Und auch Badelustige kommen auf ihre Kosten, denn Strände wie Al Jazair bieten beste Bedingungen für Wassersport. Taucher begegnen auf ihren Ausflügen Clownfischen, Walhaien, Schildkröten und Seekühen. Grund genug also, nicht nur einmal im Jahr im Zusammenhang mit Schumacher &. Co. auf Bahrain zu schauen.

Quelle: beate müller/ddp/chk

 
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