Nostalgischer Glanz vergangener Epochen: Budapest: Besuchen Sie traditionelle Kaffeehäuser
zuletzt aktualisiert: 23.11.2004 - 09:41Frankfurt/Main (rpo). Sie gehören zu Budapest wie Pubs zu London und Bistros zu Paris: Kaffeehäuser. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in der ungarischen Hauptstadt mehr als 500 dieser prunkvollen Institutionen. Dort versammelten sich Künstler, Journalisten, Schachspieler und Bohemiens. Der Zweite Weltkrieg und die kommunistische Nachkriegsära haben die ungarische Kaffeehauskultur zu großen Teilen zerstört - aber nicht überall. Erleben Sie in einem der Budapester Kaffeehäuser den Glanz vergangener Epochen.
"Zwar gibt es in Budapest heute wieder 600 Cafés. Doch der nostalgische Glanz der Kaffeehauswelt ist fast gänzlich vergangen", bedauert das ungarische Tourismusamt. Nur wenige Originale haben den Wandel der Zeit überstanden oder wurden nach jahrzehntelanger Pause wiederbelebt wie beispielsweise das Café Centrál in der Straße Károlyi Mihály utca.
Wenn auch keine literarischen Werke mehr in den Kaffeehäusern geschrieben würden, gehöre ein Zwischenstopp in den Traditionshäusern nach wie vor zu den Highlights eines Budapest-Besuchs, empfiehlt das Fremdenverkehrsamt. Nummer eins unter den Konditoreien und Kaffeehäusern ist den Angaben zufolge das prachtvolle, 1858 gegründete Café Gerbeaud am Vörösmarty tér in Pest - am nördlichen Ende der Fußgängerzone. Benannt ist die heutige Kaffeehauslegende nach dem Schweizer Emil Gerbeaud, der das Haus 1884 übernahm. Gäste können sich dort in schönstem Jugendstil-Ambiente und unter mächtigen Kronleuchtern Kaffeespezialitäten und Patisserie servieren lassen.
Als "Kleines Gerbeaud" ist das Café M vész (zu Deutsch "Künstlercafé") an der Prunkmeile Andrássy út bekannt. "Dort trifft sich die Künstlerszene von der gegenüber liegenden Staatsoper, aber auch betagtere Damen und Herren besuchen die spiegelgeschmückten Räume des Kaffeehauses", berichtet das Fremdenverkehrsamt. Bei einem Stück Esterházy-Torte lasse sich dort entspannt das Opernprogramm studieren oder das Treiben auf der Straße beobachten.
Nicht größer als ein geräumiges Wohnzimmer wartet das denkmalgeschützte Café Ruszwurm im Burgviertel mit einer weniger prunkvollen, aber durchaus historischen Biedermeier-Einrichtung auf, die noch aus den Anfängen des Kaffeehauses stammt. Seit 1827 pflegt man dort schon die ungarische Konditortradition.
Weitere Informationen: Café Centrál, Károlyi Mihály utca 9, Telefon 0036/1/2662110, geöffnet täglich von 8 bis 24 Uhr.
Café Gerbeaud, Vörösmarty tér 7, Telefon 0036/1/4299000, geöffnet täglich von 9 bis 21 Uhr.
Café M_vész, Andrássy út 29, Telefon 0036/1/3521337, geöffnet täglich von 9 bis 23.30 Uhr.
Café Ruszwurm, Szentháromság utca 7, Telefon 0036/1/3755284, geöffnet täglich von 8 bis 20 Uhr.
Ungarisches Tourismusamt: Infotelefon: 01805 / 140 150 (0,12 Euro/Minute).


