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burj dubai ap panorama
  Foto: AP, AP
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Der höchste Turm der Welt: Burj Dubai – Das alles ist "Made in Germany"

zuletzt aktualisiert: 04.01.2010 - 13:28

Düsseldorf (RPO). Noch aus 100 Kilometern ist der höchste Turm der Welt zu sehen. Über 800 Meter hoch ragt der Burj Dubai in den Wüstenhimmel von Dubai. Die Gigantomanie am Persischen Golf ist allerdings nicht nur Werk der Scheichs. Ob Betonpumpen oder Stahlfassade, Toiletten oder Parkett - vieles ist hier "Made in Germany".

Fünf Jahre haben zuletzt 14.000 Mann Tag und Nacht für diesen Bau geschuftet. In den unteren Etagen entstand ein Armani-Hotel, in den Stockwerken 38 bis 108 insgesamt 900 Wohnungen, in die im Februar die ersten Bewohner einziehen sollen. Darüber liegen Büros und einige Suiten. Die 124. Etage ist als Aussichtsplattform mit Außenterrasse konzipiert. Was es sonst noch gibt: 20 Schwimmbäder mit je 50 Meter Beckenlänge, 20 Terrassen und ein Freiluft-Pool in der 78. Etage.

Rekordverdächtig sind auch die 54 Aufzüge. Sie verbinden die 189 Stockwerke des Riesenturms, der schnellste schafft 500 Meter in knapp einer Minute – das entspricht immerhin einer Geschwindigkeit von 36 Stundenkilometern. Wie im Flugzeug findet ein automatischer Druckausgleich statt. Gebaut hat sie das US-Unternehmen Otis.

Ansonsten standen beim Bau und bei der Innenausstattung des Burj Dubai viele deutsche Unternehmen hoch im Kurs:

Edel-Parkett vom Niederrhein

Der Parketthersteller Lopark aus dem rheinischen Niederzier heimste den größten Einzelauftrag seiner Geschichte ein. Für 900 Appartements lieferte und verlegte das Unternehmen insgesamt 95.000 Quadratmeter. Dafür wurde extra die brasilianische Holzart Muiracatiara ins Programm aufgenommen und in 80 Containern nach Dubai verschifft

Design-Keramik aus dem Schwarzwald

Nur die billigsten der Luxusappartments begnügen sich mit Badewannen aus Alabaster. Die Sanitäranlagen für den gehobenen Anspruch lieferte die Firma Duravit aus Bad Hornberg. 4000 Toiletten, 1600 Badewannen und 1000 Waschtische wurden im Burj Dubai installiert. Das Besondere: Am Design der Becken und Wannen arbeitete Stardesigner Philippe Starck mit. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald hat bereits zahlreiche Fünf-Sterne-Hotels rund um den Globus beliefert.

Türklinken aus Velbert

Türklinken und Beschläge für insgesamt 13.000 Türen im Burj Dubai kommen von der Firma Dorma aus Velbert. 13.000 Türen in dem imposanten Gebäude mit eigenen Produkten ausgestattet haben. Acht große automatisch betriebene Karusselltüren in Sonderausführung stellen den Zugang in das höchste Gebäude der Welt sicher.

Der Traditionshersteller Miele aus Gütersloh lieferte übrigens die Haushaltsgeräte für die mehr als 900 Luxusappartments und das Armani-Hotel. Mikrowellen, Waschmaschinen, Trockner, Kochfelder oder Herde – alles ist "Made in Germany".

Bautechnik aus deutschen Landen

Auch bei den Bauarbeiten waren zahlreiche deutsche Firmen beteiligt. Gerüstbauer Hünnebeck aus Ratingen lieferte die Schaltechnik für den Bau des Burj Dubai. Das baden-württembergische Unternehmen Meva entwickelte ein Schalungssystem für Betondecken, das besonders rasches Bauen ermöglicht.

Die Tiefbauarbeiten erledigte die Firma Bauer aus dem oberbayerischen Schrobenhausen. Mitverdient hat auch die Essener Hochtief: Deren US-Tochter Turner übernahm als Construction-Manager die Organisation einzelner Bauarbeiten. So mussten 850 Pfähle 36 bis 50 Meter tief in den Wüstenboden gerammt werden, um die Last von 230. 000 Kubikmetern Beton und 31 000 Tonnen Stahl zu tragen.

Die Firma Fischer aus dem baden-württembergischen Waldachtal sorgte mit ihren Dübeln für die adäquate Verankerungstechnik. Sie kamen auch schon im ehemals höchsten Gebäude der Welt Wolkenkratzer Taipeh 101 zum Einsatz.

Patentierte Betonpumpen der Firma Putzmeister AG aus Essen beförderten den Beton auf die Weltrekordhöhe von 601 Metern. Die Beförderung mit Kränen hätte zu lange gedauert, da der Spezialbeton sehr schnell aushärtet.

Stahl-Fassade aus Krefeld

Ein paar Millionen von den 2,85 Milliarden Euro, die das neue Statussymbol des Mittleren Ostens verschlungen hat, sind auch nach NRW geflossen: Der Edelstahl für die Fassade kommt aus dem Krefelder ThyssenKrupp-Werk – 400 Tonnen. Die 42 Zentimeter breiten Bänder umfassen die Glasfenster der Außenfront. „Die besondere Herausforderung war, eine gleichmäßig hohe Oberflächenqualität für so eine riesige Fassade zu gewährleisten“, berichtet Produktleiter Gert Weiß von ThyssenKrupp Nirosta.

Die Befestigungsschienen für die Elemente der Alu-Fassade kommen von der Firma Halfen aus Langenfeld. Sie halten enormen Belastungen stand und ersparen den Arbeitern das Bohren tausender Löcher. Die Schienen überstanden im Frühling 2009 auch schon ein heftiges Gewitter. Das Unternehmen lieferte sie auch schon für das Luxushotel Burj Al Arab.

Quelle: mais

 
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