Einzigartige Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie: Das MoMa sorgt in Berlin für Furore
zuletzt aktualisiert: 07.04.2004 - 09:25Berlin ist immer eine Reise wert - im Moment aber ganz besonders. Denn in der Hauptstadt gastiert das MoMa. Nie gehört? Bei dem MoMa handelt es sich um das Museum of Modern Art aus New York. Und das Museum hat über 200 Exponate mitgebracht, die in der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe zu sehen sind.
Die in Berlin gezeigte Sammlung beherbergt Künstler von Weltrang, angefangen von Cézanne über van Gogh und Rousseau bis hin zu Picasso und Matisse. Sieben Monate lang, noch bis zum 19. September, sind die Werke zu bewundern. Dabei ist Berlin die einzige Station in Europa überhaupt. Denn im Berlin der 20er Jahre hat das Museum eigentlich seine Wurzeln. Im ehemaligen Kronprinzenpalais Unter den Linden, in der Abteilung der neuen zeitgenössische Kunst der Nationalgalerie, entdeckte der erste Direktor des Museum of Modern Art, Alfred H. Barr Jr., die aktuelle Kunst seiner Zeit und fasste den Entschluss, in New York das beste Museum der Moderne zu gründen. Seither sammelt das MoMA den Kanon der Moderne.
Beginnend bei den Malern der Jahrhundertwende werden die Zuschauer entlang der Kunstepochen durch die Ausstellung geführt. Cézannes Jüngling Der Badende (ca. 1885) hängt neben van Goghs furioser Sternennacht (1889) und Rousseaus geheimnisvollem Traum (1910). Es folgen mit umfassenden Werkkomplexen die beiden Protagonisten des 20. Jahrhunderts, Pablo Picasso und Henri Matisse. Ein Leben lang in rivalisierender Freundschaft verbunden, war der um zehn Jahre ältere Matisse für Picasso der einzige Ebenbürtige unter den lebenden Künstlern. Von Matisse' Der Tanz (1909) geht es zu Picassos Drei Musikanten (1921) und Légers großem Gemälde Drei Frauen/Le Grand déjeuner (1921). Gleichzeitig sind die Metaphysiker des Jahrhunderts vertreten, Malewitsch mit seiner Suprematistischen Komposition: Weiß auf Weiß von 1918 und Mondrian mit Gemälde Nr. 1 von 1926.
Einen weiteren Höhepunkt bildet der Surrealismus. Neben Gemälden von Miró, Tanguy und Dalí mit seiner Die Beständigkeit der Erinnerung (1931) beschreiben die „Readymades“ von Marcel Duchamp und die „Phantastische Pelztasse“ von Meret Oppenheim (1936) eine absurde Welt, in der alles möglich ist. Jackson Pollocks Number I 1948 hat ebenso wie Barnett Newmans Broken Obelisk (1963 - 69), der die Besucher vor der Nationalgalerie begrüßt, und Robert Motherwells Elegie für die spanische Republik Geschichte geschrieben.
Ende mit einem deutschen Künstler
Mit der Pop Art, mit Jasper Johns, Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Claes Oldenburg etc. setzt sich die amerikanische Kunst fort. Die Ausstellung endet mit dem Werk eines deutschen Künstlers, mit Gerhard Richters Zyklus zur Roten Armee Fraktion, dem 18. Oktober 1977 von 1988.
Die Ausstellung erfreut sich seit ihrer Eröffnung im Februar einer großen Beliebtheit. Wer sich also den Besuch fest vorgenommen hat, sollte auch Zeit mitbringen, denn vor dem Eingang knubbelt sich meistens eine lange Schlange.
Die Ausstellung dauert noch bis zum 19. September. Sie ist geöffnet dienstags, mittwochs und sonntags von 10 bis 18 Uhr und donnerstags, freitags und samstags von 10 bis 22 Uhr. Die Eintrittspreise betragen von dienstags bis freitags zehn Euro pro Person und am Wochenende zwölf Euro.
Kurz vor dem Endspurt werden die Öffnungszeiten ab dem 1. September aufgrund des großen Besucherandrangs verlängert. Dann ist die Ausstellung dienstags, mittwochs und donnerstags von 9.00 bis 24.00 Uhr, freitags und samstags von 10.00 bis 2.00 Uhr sowie sonntags von 10.00 bis 24.00 Uhr geöffnet. Am Montag bleibt die Schau aus konservatorischen Gründen weiterhin geschlossen.
Eine Verlängerung der Ausstellung über den 19. September hinaus ist nicht möglich, da die Bilder rechtzeitig zur Wiedereröffnung des MoMA im November 2004 zurück in New York sein müssen.
Durch die verlängerten Öffnungszeiten gibt es nach Angaben der Veranstalter vom 1. bis 19. September wieder ein Kontingent von etwa 10.000 VIP-Tickets (www.interklassik.de).


