Australier von witzigem Video begeistert: Deutsche will besten Job der Welt
VON TINA STOCKHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 16.04.2009 - 10:14Düsseldorf (RP). Mirjam Novak hat es als einzige Deutsche in die Endausscheidung für den "besten Job der Welt" geschafft. Mit 15 Finalisten kämpft die 28-Jährige aus Bayern nun um die Stelle eines Hausmeisters auf einer Insel im Great Barrier Reef. 35.000 Menschen hatten sich weltweit beworben.
Mirjam Novak kann nicht anders. Erst denkt sie einige Tage, dass das alles sinnlos sei und sowieso völliger Quatsch – und dann versucht sie es doch. "Ich wollte später nicht denken: Was wäre gewesen, wenn. . ." Also hat sich die 28-jährige Studentin und Schauspielerin aus Bayern eine Kamera geschnappt und ein Bewerbungs-Video für den "besten Job der Welt" gedreht.
Jetzt steht sie als einzige Deutsche mit 15 weiteren Finalisten in der Endrunde um die begehrte Stelle, für die sich weltweit rund 35.000 Menschen beworben hatten. Das Tourismusbüro des australischen Bundesstaates Queensland hatte die Stelle im Internet ausgeschrieben: Gesucht wurde ein Hausmeister für die Insel Hamilton Island im Great Barrier Reef. Sechs Monate soll der Ranger dort leben, die Inselwelt erkunden und in einem Internet-Blog über seine Erlebnisse berichten. Unterkunft und Flüge bezahlt Tourism Queensland, das Gehalt beträgt für die sechs Monate 150.000 australische Dollars.
Kaum war die Anzeige im Netz freigeschaltet, brach die Internet-Seite zusammen: 300.000 Menschen klickten am ersten Tag die Website an. "Besondere Qualifikationen waren nicht gefragt", erzählt Julia Wohlschiess. "Nur perfektes Englisch muss der Insel-Ranger können." Die Pressesprecherin von Tourism Queensland Europe hat sich die rund 3500 Bewerbungsvideos aus Europa angeschaut, 1500 davon kamen aus Deutschland. "Mirjams Video ist uns aufgefallen, weil es so witzig war", sagt sie. "Sie hat unsere Kampagne auf die Schippe genommen, aber auf eine sehr charmante Weise." In ihrem Film versucht Mirjam, im Gartenteich ihrer Eltern Fische zu fangen, um zu beweisen, dass sie für den Job qualifiziert ist.
Ihre Eltern wohnen in der 8000-Seelen-Gemeinde Neunkirchen am Brand nahe Erlangen. Dorthin hat sich die Studentin der Berliner Humboldt-Universität vor einigen Wochen verkrochen, um in Ruhe ihre Abschlussarbeit für den Bachelor in Geschichte zu schreiben. Dann las sie von dem Job in Australien im Internet. "Ich war noch nie da, aber mein Bruder hat begeistert von seinem Urlaub dort erzählt." Tolle Fotos hat er von seiner Reise mitgebracht. Und die gingen Mirjam Novak nicht mehr aus dem Kopf, nachdem sie die Stellenbeschreibung gelesen hatte. Ein Versuch kostet nichts, hat sie schließlich gedacht und sich nach einer Woche Bedenkzeit mit Elan und Perfektionismus an die Sache gemacht.
Wenn schon, dann richtig – so geht Mirjam Novak immer vor, wenn sie etwas angeht. Als sie sich entschied, Schauspielerin zu werden will, bewarb sie sich gleich an der Lee Strasberg Akademie in Los Angeles – und wurde genommen. Eigentlich wollte sie neun Monate bleiben. Es wurden vier Jahre. Danach zog sie nach Berlin.
Jetzt steht die nächste Fernreise an: Anfang Mai müssen die Kandidaten drei Tage lang bei der Finalrunde in Australien beweisen, dass sie die Aufgaben eines Insel-Rangers meistern können. Am 7. Mai fällt die Entscheidung, wer am 1. Juli auf die Insel zieht.
Mirjam Novak fliegt als einzige Kandidatin schon am 21. April nach Sydney. Um das Land kennen zu lernen und um sich auf das Finale vorzubereiten. Wenn schon, dann richtig. Und falls es nicht klappen sollte mit dem Insel-Job, versucht sie es eben als Schauspielerin. Angst vor einer Absage hat sie nicht: "So wie es dann läuft, ist es letztendlich immer richtig."


