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kitzbühel panorama 2009
  Foto: Stefan Gruber, RP
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425 Pistenkilometer in Tirol: Die neue Mega-Skiarena

VON STEFAN GRUBER - zuletzt aktualisiert: 22.02.2009 - 10:05

Düsseldorf (RPO). Die Aufholjagd hat System und läuft doch klammheimlich ab. Wer bislang auf die Suche nach den Mega-Skiarenen der Welt ging, wurde in Österreich nicht fündig. Das soll sich ändern. In Tirol arbeiten die Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental und Kitzbühel-Kirchberg mit Hochdruck am Zusammenschluss. Das Ergebnis wird das mit rund 425 Pistenkilometern sicher größte Skigebiet der Alpenrepublik sein.

Beim weltweiten Ranking muss sich der künftige Pistenriese hinter den unbestrittenen Branchenbesten, Trois Vallées und Portes de Soleil (gut 600 zusammenhängende Kilometer), wohl mit dem Gebiet Paradiski (La Plagne/Les Arcs 425 km) um Platz drei streiten.

1700 Schneekanonen

„Eigentlich gibt es den Zusammenschluss schon seit einigen Jahren“, sagt Johann Haselsberger, Chef der Bergbahn in Scheffau. Nach der Investition von 55 Millionen Euro in neue Liftanlagen rückten in diesem Winter das Kerngebiet der Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental und die bislang nur per Bus angeschlossenen Pisten von Westendorf zusammen. „Mit der neuen Skiwelt-Achtergondel von Brixen hinüber zur Choralpe ist nun der reibungslose Transfer möglich“, erklärt Haselsberger.

Wer von Westendorf nach Kitzbühel weiter schaukeln will, braucht bislang allerdings den teuereren Verbundskipass Kitzalps, muss zum anderen für einen 1,5-Kilometer-Transfer im Spertental in den Bus steigen. Diese Lücke soll so schnell wie möglich geschlossen werden. „Die Pläne stehen. Wenn alles glatt geht, gibt es im nächsten, spätestens übernächsten Winter die Bahn von der Talstation Ki-West hinauf zum Pengelstein“, kündigt Haselsberger an.

In Zeiten der permanenten Diskussion um den Klimawandel drängt sich die Frage auf: Hat eine Ski-Arena mit einer Gipfellage um die 2000 Meter überhaupt eine Zukunft? Für Dr. Georg Hechenberger, Geschäftsführer der Bergbahn Kitzbühel, ist die Topographie kein Hindernis. „Unser vermeintlicher Nachteil ist eigentlich ein Riesenplus: Aufgrund der moderaten Höhe liegen unsere Pisten ausschließlich auf Grashängen, uns reicht schon ein besserer Raureif für den Skibetrieb.“ Und auf Frau Holle verlassen sich die Kitzbüheler sowieso schon lange nicht mehr. Rund 1700 Schneekanonen sorgen bereits heute für die rutschige Unterlage. Wenigstens zwei Grad minus vorausgesetzt, können laut Hechenberger alle Pisten in 60 bis 70 Stunden beschneit werden.

Beste Chancen auf dem Weltmarkt

Auch aus Sicht von Lukas Krösslhuber, Geschäftsführer der Kitzbüheler Alpen Marketing GmbH, würde der Zusammenschluss der Region nur Vorteile bringen. „Die Skiwelt trumpft mit modernsten Liftanlagen auf, Kitzbühel mit seinem Ruf“. Eine neue Mega-Arena würde auf dem Weltmarkt also beste Chancen haben. Der Name der Gamsstadt, in der sich nicht nur die Schönen und Reichen alljährlich beim Hahnenkammrennen ein Stelldichein geben, müsste als Zugpferd dienen. Krösslhubers Vorschlag: „Das künftige Skigebiet sollte Skiwelt Kitzbühel heißen.“

Die Dimensionen werden gewaltig sein. „Angesichts der enormen Entfernungen werden wohl nur wenige Gäste alle Pisten des künftigen Gebiets in einer Woche nutzen“, sagt Georg Ager. Der zweifache Profi-Skiweltmeister, der heute in Hopfgarten eine Skischule betreibt, kann die Ausdauer des durchschnittlichen Brettlfegers beurteilen. Im Zusammenschluss sieht aber auch er große Vorteile. „Superlative ziehen an. Viele Gäste wählen ihr Winterziel nach der Zahl der Pistenkilometer.“

Dafür werden sie in Zukunft allerdings wohl tiefer in die Tasche greifen müssen. „Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, ob es regional begrenzte Skipässe oder ein Gesamtticket geben wird“, berichtet Lukas Krösslhuber, „wirklich Sinn macht nur ein Skipass, der in der gesamten Arena gilt.“ Liegen die Tageskarten für Kitzbühel (40,50 Euro) und Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental (37,50 Euro) derzeit noch etwas auseinander, müsste sich der künftige Tarif an der oberen Marke orientieren. Der Treppchen-Platz unter den Größten der Welt hat halt seinen Preis.

Quelle: RP

 
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