Jubiläum: Disney-Parks von Antilopen bis Wasserski
zuletzt aktualisiert: 13.06.2005 - 12:46Orlando (rpo). 50 Jahre ist es her, seit Disney den ersten Park eröffnete - Disneyland in Anaheim in Kalifornien. Mittlerweile gibt es weitere Parks in Florida, Frankreich und Japan. Doch wer die Parks immer noch als reine Freizeit- oder Vergnügungsoasen wahrnimmt, hat sich getäuscht. So sind in Orlando nur noch fünf Prozent der Fläche in die Themenparks eingebunden.
Anmutig streckt sich die Giraffe und versucht vergeblich, das ausladende Blätterdach zum Nachtmahl zu erreichen. Neben ihr grasen Antilopen und Gazellen, weiter entfernt auch Zebras und die seltenen Bongos. Während sich die Sonne über der Savanne senkt, dringt der dumpfe Klang von Trommeln aus dem Lautsprecher. Afrika zum Greifen nahe - nur nicht im Original, sondern auf einem Balkon der "Animal Kingdom Lodge" in Orlando im US-Bundesstaat Florida. Keine zehn Meter liegen zwischen den Gästezimmern des strohbedeckten Resorthotels von Walt Disney World und der Wildnis.
Wer die echte Serengeti nicht kennt, kann sich dem Zauber dieses importierten Naturschauspiels nur schwer entziehen. Mehr als drei Dutzend afrikanischer Säugetier- und Vogelarten bewegen sich hier frei zwischen Pampasgras, Sträuchern und Gelben Jacaranda-Bäumen. Darunter sind Raritäten wie das Langhornrind Ankole-Watusi, das die Ägypter Disney zufolge schon vor 6000 Jahren auf den Wänden ihrer Pyramiden abbildeten. Hotelgästen bietet sich der Anblick rund um die Uhr: Savanne zum Aufwachen, beim Frühstück und abends mit einem Drink an der Brüstung. Ein schwaches Licht erleuchtet das Areal die ganze Nacht über und stellt die Tiere quasi im Mondschein zur Schau.
Die "Animal Kingdom Lodge" ist nur ein Beispiel dafür, wie Disney World das Angebot an Urlauber aus aller Welt inzwischen erweitert hat. Nur fünf Prozent seines 111 Quadratkilometer großen Freizeitgeländes in Orlando sind nach Angaben des Konzerns in die vier Themenparks Magic Kingdom, Epcot, MGM-Studios und Animal Kingdom eingebunden. Der Rest dient Besuchern zur Erholung, zu Wellness und zunehmend auch einem Aktivurlaub, wie Unternehmenssprecher bei den Feiern zum 50-jährigen Bestehen des ersten Disney-Themenparks im kalifornischen Anaheim erläuterten.
Ob Segeln, Surfen oder Paragliding: Disney bietet alles, womit die traditionellen Resorts an Mittelmeer oder Atlantik aufwarten. Nur liegt Orlando nicht an der See und erzeugt seine Wellen im Wasserpark. Fitness-Clubs, Fango-Packungen und Reitpfade: Der neue Katalog des Mäuseimperiums lässt kaum etwas aus, was Urlauber sich "unter einem Dach" serviert nur wünschen könnten.
Tolle Golfplätze
Die sechs Golfplätze von Disney World gehören der US-Zeitschrift "Golf" nach zu den besten der USA. Formel-1-Fans bieten sich Abenteuer mit 600 Pferdestärken auf einer knapp zwei Kilometer langen Rennstrecke. Wer Tauchen mag und sich als Taucher ausweisen kann, darf im Epcot Center zwischen Korallen, tropischen Fischen und zentnerschweren Seeschildkröten auf Erkundung gehen. Natürlich ist dies nicht die echte Tiefsee, sondern ein mit Meereswasser gefülltes Aquarium - aber immerhin eines der größten der Welt.
Schon mal Wasserski versucht? Disney Worlds Seen laden zum Probestart ein. Und Anglerglück? Der Konzern hat Barsche ausgesetzt, die wohl fast immer anbeißen und das Foto vom stolzen Fischer und seinem Fang so gut wie garantieren. Dass der Beute anschließend die Freiheit zurückgeschenkt wird, versteht sich bei Disney von selbst. Doch es gibt auch richtige Nervenkitzel: Die Wasserrutsche "Summit Plummet" beispielsweise ist wie eine Skischanze gebaut und senkt sich fast senkrecht in 40 Meter Tiefe.
Parks werden ausgebaut
Die schrumpfende Kinderzahl, das wachsende Heer der Älteren in den USA und Europa und die zunehmende Konkurrenz durch Themenparks wie die benachbarten Universal Studios in Orlando hat Disney zum Umdenken gezwungen. Statt zusätzlicher Themenparks "für Kinder und das Kind in jedem von uns" will Disney die bestehenden Parks in den USA, Japan und Frankreich nur noch ausbauen, unter anderem mit dem Rollercoaster "Mount Everest" für Orlando im Jahr 2006. Neuland betritt der Konzern im kinderreicheren Asien: Disney Hongkong öffnet im September seine Pforten, über ein zusätzliches Standbein in Schanghai wird gemunkelt.
In Florida vervollständigt der Konzern das traditionelle Angebot seiner gut geölten Urlaubsmaschinerie mit Extras, die auch dem nicht mehr ganz jungen Besucher Träume erfüllen. Das Rezept ist eigentlich ganz einfach: Wer viel unternimmt, bleibt länger und berappt mehr. Anlässlich der weltweiten Geburtstagsfeier für den ersten Disneypark, die sich 18 Monate lang bis in den Spätherbst 2006 erstreckt, wartet das Unternehmen allerdings mit verlockenden Sparpaketen auf.
Je länger, umso günstiger
"Je länger der Aufenthalt, desto günstiger wird er in Relationen", verspricht Disney-World-Chef Al Weiss. So ist das "Magic Your Way"-Ticket für alle Themen- und Wasserparks nur zwei US-Dollar teurer, wenn statt des üblichen Vier-Tage-Aufenthalts ein Urlaubstag mehr gebucht wird. Wer in einem der Disney-Hotels übernachtet, darf morgens früher zu den Mäusen im Magic Kingdom und abends länger bleiben - ein Vorteil, der sich vor allem durch kürzere Schlangen vor den Attraktionen auszahlt.
Ein neues Coupon-System macht den Besuch in Disneys Restaurants auch finanziell schmackhaft - vor allem für Familien mit Kindern. Für Gäste aus Deutschland gibt es bis zum 3. Juli ein "Schnäppchen": Wer jetzt für den Zeitraum vom 21. August bis 4. Oktober bucht, kann unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos bei Disney speisen - noch dazu mit Mickey, Minnie und Donald am Tisch.
Informationen: Walt Disney World arbeitet in Deutschland mit den Reiseveranstaltern TUI, Neckermann, Thomas Cook Reisen, Dertour, Meier's Weltreisen und FTI zusammen. Auskünfte dazu in Reisebüros.


